Knut


Knut

Knut (Knud, Kanut), Name mehrerer dänischen Könige, von denen zu erwähnen sind:

1) K. der Große, in Dänemark K. II., in England K. 1., geb. um 995, gest. 12. Nov. 1035 in Shaftesbury, setzte nach dem Tode seines Vaters Sven Gabelbart (1014) den Kampf um den Besitz Englands fort, wo er nach dem Tode von Edmund Eisenseite (1016) Alleinherrscher ward und durch Wiederherstellung der Gesetze Alfreds d. Gr. und gerechte Regierung allgemeines Vertrauen erwarb. Seit 1017 mit Emma, der Witwe König Ethelreds II. (s. d.), vermählt, erbte er 1018 Dänemark von seinem Bruder Harald, unterwarf 1023 die Samländer und eroberte 1028 Norwegen. 1026 machte er eine Wallfahrt nach Rom, wo er (1027) mit Kaiser Konrad II. die Vermählung dessen Sohnes Heinrich (111.) mit seiner Tochter Gunhilde vereinbarte und die Mark Schleswig abgetreten erhielt. Zur Stütze seiner Herrschaft besaß er eine starke Leibgarde, die »Hauskerle«. Von seinen drei Söhnen erbte Sven Norwegen, Harald England, Harthaknut Dänemark.

2) K. der Heilige, geb. um 1040, gest. 10. Juli 1086, machte 1069–70 und 1075 die Kriegszüge nach England mit. Nach dem Tode seines Vaters Svend Estridsön (1076) verbannt, aber 1080 als Nachfolger seines Bruders Harald Hein (s. Harald 5) zum dänischen König gewählt, erbitterte er durch gewaltsame Unterdrückung der altnationalen Sitten und der heidnischen Rechtspflege seine Untertanen, die 1085 die Beteiligung an einem Zuge gegen Wilhelm den Eroberer verweigerten und K., als dieser gegen sie mit großer Strenge vorging, 1086 in der Kirche zu Odense bei einem Aufruhr ermordeten. 1101 vom Papst Paschalis II. kanonisiert, galt er während des Mittelalters als Dänemarks Schutzpatron. Vgl. Räder, Danmark under Svend Estridsen og hans Sönner (Kopenh. 1871); J. S. Jacobsen, K. den Hellige efter Aelnods Fremstilling (das. 1874).

3) K. VI., geb. 1163, gest. kinderlos 12. Nov. 1202, folgte 1182 seinem Vater Waldemar 1. Von seinem Ratgeber Absalon (s. d.) wirksam unterstützt, unterdrückte er einen Aufstand in Schonen, verweigerte Kaiser Friedrich I. die Lehnshuldigung, trat als Schwiegersohn Heinrichs des Löwen auf dessen Seite, schlug den Angriff des kaiserlichen Vasalls Bogislaw I. von Pommern zurück und nannte sich, nachdem er (1184) ganz Pommern und Mecklenburg unter dänische Oberhoheit gebracht, »König der Dänen und Wenden«, unternahm 1194 und 1196 Kreuzzüge nach Esthland, dämpfte einen Aufruhr Bischof Waldemars von Schleswig und eroberte 1200–02 Dithmarschen, Holstein, Lübeck sowie Hamburg. Von seiner Schwester Helene, Gemahlin Wilhelms von Lüneburg, stammte das spätere Welfengeschlecht ab.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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