Gordon [2]


Gordon [2]

Gordon, 1) Johann, kaiserlicher Oberst, Schotte von Geburt und Calvinist, stieg unter Wallenstein vom gemeinen Soldaten zum Oberstleutnant in einem Terzkyschen Regiment auf. 1634 Kommandant von Eger, ließ er zwar Wallenstein in die Festung ein, schloß sich aber der Verschwörung gegen diesen an und übernahm es, Wallensteins Vertraute, Ilow, Terzky, Kinsky und Neumann, zu ermorden (25. Febr.). Er erhielt 120,000 Gulden zur Belohnung. Über sein späteres Leben ist nichts bekannt.

2) Sir John Watson, schott. Maler, geb. 1790 in Edinburg, gest. daselbst 1. Juni 1864, wurde für den Militärdienst erzogen und kam, als zu jung zur Aufnahme in die Militärakademie zu Woolwich, nur zufällig in J. Grahams Schule zu Edinburg. Nach vierjährigem Aufenthalt daselbst widmete er sich erst der Geschichtsmalerei, bald aber in richtiger Erkenntnis seiner Begabung dem Porträt. Von 1823 bis an seinen Tod in seiner Vaterstadt lebend, war er als deren hervorragendster Bildnismaler tätig. G. war kein bedeutender Kolorist, aber seine Bildnisse waren stets harmonisch gestimmt. 1850 wurde er Präsident der schottischen Akademie, 1851 Mitglied der Akademie zu London.

3) Charles George (G. Pascha), brit. Offizier, geb. 28. Jan. 1833, gest. 26. Jan. 1885, trat 1852 als Leutnant in das Ingenieurkorps, diente 1855–1856 in der Krim und ward vor Sebastopol verwundet. Er wurde darauf bei der Kommission angestellt, welche die russisch-türkische Grenze in Bessarabien und Armenien festzustellen hatte, nahm 1860 an der chinesischen Expedition teil, trat 1863 nach Abschluß des Friedens in chinesische Dienste und unterdrückte die Taipingrebellion. In der englischen Armee war G. inzwischen 1864 zum Oberstleutnant befördert worden, und nach seiner Rückkehr aus China wurde er 1865 zum Kommandanten der Befestigungen in Gravesend, 1871 zum Kommissar im Donaudelta ernannt. 1873 trat er in ägyptische Dienste und ward zum Gouverneur der Äquatorialprovinzen ernannt, 1877 aber zum Pascha und Generalgouverneur von Sudân, Dar Fur, den Äquatorialprovinzen und der Küste des Roten Meeres befördert. Er erwarb sich große Verdienste um die Unterdrückung des Sklavenhandels und leitete die Verhandlungen mit Abessinien. 1879 verließ er den ägyptischen Dienst und begab sich 1880 wieder nach China, wo man ihn für den drohenden Krieg mit Rußland zu gewinnen suchte. Doch nahm er den Oberbefehl nicht an, riet vielmehr den Chinesen zum Frieden und zog sich, nachdem er, 1882 zum Generalmajor befördert, kurze Zeit die Kolonialtruppen des Kaplandes befehligt hatte, nach Palästina zurück, wo er in Einsamkeit frommen Werken lebte. 1883 bot ihm der König der Belgier die Führung der Kongo-Expedition an; aber schon im Januar 1884 wurde er von der englischen Regierung nach Chartum geschickt, um den aufrührerischen Sudân zu beschwichtigen. G. hoffte dies auf gütlichem Wege durch sein Ansehen zu erreichen, täuschte sich aber und wurde von England nicht genügend unterstützt. Als endlich die englischen Truppen bis in die Nähe Chartums vordrangen, um G. zu befreien, war dies 26. Jan. 1885 bereits durch den Mahdi genommen und G. ermordet. Vgl. aus den zahlreichen Veröffentlichungen seiner Briefe und Tagebücher besonders »Letters from the Crimea, the Danube and Armenia« (hrsg. von Boulger, 1884); »General G.' private diary of his exploits in China« (erweitert hrsg. von Moßmann, 1885); »Diary of the Taiping Revolution« (hrsg. von Hake, 1890); »Journals at Kartoum of Major-General Charles G. G.« (hrsg. von Hake, 1885); »Letters to his sister, M. A. G.« (1885, neue Ausg. 1888); ferner Wilson, The 'ever victorious army'. A history of the Chinese campaign under Lieut.-Colonel C. G. G., etc. (1868); Birkbeck Hill, G. in Central-Africa, 1874–1879 (1887 u. ö.). Von den vielen biographischen Schriften vgl. »Der Held von Chartum, Charles G. G.« (3. Aufl., Frankf. a. M. 1891); Hake, Story of the Chinese G. (Lond. 1883–85, 2 Bde.; neue vermehrte Ausg.: »G. in China and the Soudan«, 1896); Henry W. Gordon, Events in the life of Ch. G. G. (1886), die kleinern Biographien von Forbes (1884), Barnes (deutsch, Gotha 1885) und Butler (1889); Boulger, The life of G. 1896, 2 Bde.).

4) Adam Lindsay, australischer Dichter, geb. 1833 in Fayal auf den Azoren, gest. 24. Juni 1870, ward in Cheltenham College, Woolwich und in Oxford erzogen, wanderte um 1851 nach Australien aus und wurde dort der beste Steeplechase-Reiter. Er dichtete mit besonderm Glück Balladen aus dem Buschleben im echten Tone des Landes und ist daher der meist zitierte, originellste Dichter Australiens geworden (der 'Burns von Viktoria'). Er gab drei Bändchen Verse heraus: »Sea spray and smoke drift«, »Bush ballads and galloping rhymes« und »Ashtarok, a dramatic lyric« (1868, vereint als »Poems«, 7. Aufl., Lond. 1897). Geldverlegenheiten trieben ihn zum Selbstmord. Vgl. J. H. Roß, A memoir of the life of A. L. G. (2. Aufl., Lond. 1892); Sladen, Australian poets (das. 1888).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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