Orĕgon [2]


Orĕgon [2]

Orĕgon (abgekürzt Or. oder Oreg.), einer der nordwestlichen Staaten der nordamerikan. Union (s. Karte »Vereinigte Staaten«), zwischen 42°-46°20´ nördl. Br. und 116°40´-124°35´ westl. L., im W. vom Stillen Ozean, im S. von Kalifornien und Nevada, im Osten von Idaho, im N. von Washington begrenzt, 248,710 qkm groß. Das Gebiet gehört mit seiner kleinern Westhälfte dem pazifischen Kordillerenland, mit der größern Osthälfte dem Columbiatafelland an. In ersterm, das gegen 100,000 qkm umfaßt, sind die Küstenketten (Rogue River Mountains, Unipqua Mountains etc.) nur bis 1000 m hoch, aber durch Klima, Waldkleid und Zerwaschungswirkung unwegsam und wenig kulturfähig. Das Kaskadengebirge erreicht in dem erloschenen Vulkankegel des Mount Hood 3421 m und im Mount Pitt 3200 m, trägt ein dichtes Waldkleid von Douglastannen, Riesenzedern etc. und wird nur von wenigen fahrbaren Straßen (am obern Willamette und Santi am River sowie im Columbiatal) gequert. Sehr fruchtbaren und anbaufähigen Boden bietet aber das von beiden Gebirgszügen eingeschlossene, etwa 20,000 qkm große Tal von O., das von dem 295 km weit schiffbaren Willamette durchflossen wird. Das Klima der pazifischen Landschaft ist mild (Portland mit 11,3° Jahresmittel, 3,6° Januar- und 19, t° Julimittel), die Niederschläge sind im allgemeinen reichlich (Portland 1132 mm, Roseburg 882 mm), der Sommer aber ist sehr trocken, besonders im Tale von O., wo teilweise künstliche Ackerbewässerung nötig ist. Gewitter sind äußerst selten. Das Tafelland im O. liegt im südlichen Teile 1500 m ü. M., neigt sich aber gegen NW. zum Columbiatal auf 300 m, in der Hauptsache aus schwarzgrauer Basaltlava zusammengesetzt und nur mit Sagebrush (Artemisia tridentata) und spärlichem Gräser- und Kräuterwuchs bedeckt, strichweise aber, besonders im NO., in der Gegend der Blue Mountains, mit fruchtbarem Verwitterungs- oder Schutt boden, mit gutem Weide- und Waldwuchs und unter Zuhilfenahme von künstlicher Bewässerung kulturfähig. Den Columbia begleiten öde Flugsandstrecken. Im S. breitet sich eine Anzahl großer Seen aus: der Große und Kleine Klamathsee, Malheursee, Abertsee, Warnersee, von denen die letztern abflußlos und salzig sind. Das Klima ist auf dem Tafellande sehr trocken (Umatilla 125 mm Jahresniederschläge) und durch große Temperaturgegensätze ausgezeichnet (Umatilla 12,5° Jahresmittel, 0° Januar- und 22,2° Julimittel,-26° niedrigste, 48° höchste Temperatur). Der Columbia bildet nach Herstellung der Kaskadenschleusen bloß bis Dalles eine gute Schiffahrtsstraße, während die übrigen Ströme des Ostens bloß der künstlichen Bewässerung dienen. Der wirtschaftliche Hauptreichtum von O. liegt in der Waldausbeutung und Landwirtschaft. Hochwald, mit der Douglastanne als dem vorherrschenden Baume, nimmt etwa 34 Proz. der Landfläche ein, Strauchwald 28 Proz., rohes Kulturland (improved farmland) (1900) nur 5 Proz. (1,3 Mill. Hektar) und mit Feld- oder Gartengewächsen bestelltes Land sogar bloß 1,2 Proz. (840,000 Hektar). Von letzterer Fläche wurden 155,000 Hektar künstlich bewässert. Die Ernte betrug 1899: 14,508,636 Bushels Weizen (von 350,000 Hektar), 6,725,828 B. Hafer (von 104,000 Hektar), 3,761,367 B. Kartoffeln (von 12,000 Hektar), 873,980 B. Äpfel (von 2,825,898 Bäumen), 112,225 B. Birnen (von 374,165 Bäumen) und 101,190 B. Pfirsiche (von 281,716 Bäumen). Hervorragend ist der Hopfenbau, der 1899 auf 6200 Hektar 14,675,577 Pfund ergab. Die Holzschlägerei bewertete sich 1899 auf 10,352,167 Doll. An Wild, namentlich an Hirschen, Antilopen, Bären, Wölfen, Füchsen, Wildkatzen, Skunks, Mardern etc. ist O. noch immer ziemlich reich. Ansehnlich hat sich auch die Viehzucht entwickelt, namentlich auf dem Tafel land. Es wurden 1900: 307,959 Pferde, 715,000 Rinder, 3,042,767 Schafe und 286,541 Schweine gezählt. Die Fischerei, die namentlich auf dem Columbia bedeutend ist, beschäftigte 1903: 27 Großbetriebe, 25 Dampfer, 947 Boote und 35 Fangräder, mit denen für 1,558,399 Doll. Büchsenlachs und für 452,491 Doll. andre Fischpräserven erzielt wurden. Der Bergbau, dessen Ertrag sich 1902 auf 2,087,389 Doll. bewertete, fördert Gold (1,851,853 Doll., besonders in den Blue Mountains) und Kohle (1897: 97,000,1902 nur 59,000 metr. Ton., an der Coosbai), außerdem Bausteine und etwas Kupfer, Nickel und Gips. Die Industrie zählte 1900: 3088 Betriebe mit 17,238 Arbeitern und 46,000,587 Doll. Produktionswert. Hierbei sind aber Holzschlägerei (s. oben) und Fischpräservensabrikation eingeschlossen, neben denen nur noch Müllerei (153 Betriebe, 6,530,757 Doll.), Versandschlächterei (9 Betriebe, 1,638,480 Doll.), Wagen- und Schiffbau und Wollweberei nam hast sind. Die Reederei des Staates verfügte 1900 über 180 Schiffe von 44,788 Ton. (1890 über 366 Schiffe von 68,962 T.). Haupthafenplätze sind Portland, Astoria, Yaquina und Marshfield (an der Coosbai). Eisenbahnen gab es 1903: 2690 km. Die weiße Besiedelung von O. begann zwar mit der Gründung von Astoria bereits 1811, machte aber in der ersten Hälfte des 19. Jahrh. nur geringe Fortschritte. 1850 wurden erst 13,294 Einw. gezählt, 1880 aber 174,768 und 1900: 413,536, unter letztern 232,985 männliche, 180,551 weibliche, 394,582 Weiße, 10,397 Chinesen, 2501 Japaner, 4951 Indianer, 1105 Neger und Mulatten und 65,748 im Ausland (13,292 in Deutschland) Geborne. Die Indianer, meist den Stämmen der Selish und Athapasken zugehörig, leben in fünf Reservationen. Die Volksschulen hatten 1903: 3914 Lehrer und 92,390 eingetragene Schüler, die 8 höhern Schulen 171 Dozenten und 802 männliche und 564 weibliche Studierende, darunter die Staatsuniversität in Eugene mit 80 Dozen len und 508 Studierenden. Es erscheinen 240 Zeitungen. Der Gouverneur und andre hohe Beamte werden wie die 30 Senatoren vom Volk auf vier Jahre gewählt, die 60 Repräsentanten auf zwei, die Richter auf sechs Jahre. Das steuerbare Eigentum bewertete sich 1903 auf 173,559,889 Doll., während es Staatsschulden nicht gibt. In den Kongreß der Union entsendet O. zwei Senatoren und zwei Repräsentanten. Der Staat zerfällt in 33 Grafschaften. Regierungssitz ist Salem, bedeutendste Stadt aber Portland (s. d.). – O. hieß ursprünglich das ausgedehnte Gebiet an der Nordwestküste von Amerika, das, im W. vom Großen Ozean, im Osten von den Rocky Mountains begrenzt, im S. bis zum 42.° nördl. Br. reichend und im N. mit unbestimmter Grenze, einen Flächenraum von ungefähr 11/4 Mill. qkm einnimmt. Das Land wurde 1775 von Spaniern entdeckt, 1778 von Cook besucht; 1792 nahmen die Engländer das Gebiet in Besitz. Ein 1806 zwischen England und Nordamerika ausgebrochener Streit um den Besitz des Landes wurde durch Vertrag vom 13. Juni 1846 dahin geschlichtet, daß das Gebiet nördlich vom 49.° und die Vancouverinseln bei England verbleiben, der südliche Teil aber den Vereinigten Staaten gehören sollte. Letzterer ward 14. Aug. 1848 als Territorium der Union einverleibt. 1853 wurde die nördlich vom Columbiafluß liegende Hälfte als Territorium Washington organisiert, die südliche Hälfte aber 14. Febr. 1850 vom Kongreß als selbständiger Staat in die Union aufgenommen. Vgl. Dunn, History of the O. Territory (Lond. 1844); Gray, History of O. 1792–1849 (Portland 1870); Barrows, O., the struggle for possession (Boston 1883); S. Johnson, A short history of O. (Chicago 1904).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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