Hakon


Hakon

Hakon (schwed. Håkan, Håkon, spr. hō-), Name mehrerer Könige von Norwegen. Genannt seien:

1) H. der Gute, geb. um 915, gest. 961, verlebte seine Jugend am Hofe des englischen Königs Ethelstan (s. d.), vertrieb nach dem Tode seines Vaters Harald Hårfagr (s. Harald 8) seinen Bruder Erich Blodyx aus Norwegen, förderte daselbst Handel und Rechtssicherheit, vermochte aber, obwohl selbst Christ, sein Volk zur Annahme des Christentums nicht zu bewegen. Bei einem Einfall der Söhne Erichs getötet, wurde er von Eyvind Skáldaspillir in dem Heldengedicht »Hákonarmál« gefeiert.

2) H., gest. 1095, Sohn Magnus' I., regierte seit 1093 zusammen mit seinem Vetter Magnus Barfot.

3) H. Herdebred (»Breitschulter«), geb. 1147, gest. 1162, wurde als zehnjähriger Knabe von einer Partei auf den Thron erhoben, 1161, nach Besiegung seines Mitregenten Inge, Alleinherrscher, dann aber von Erling Skakke, dem Vater des neuen Kronprätendenten Magnus, erschlagen.

4) H., gest. 1204, seit 1202 Nachfolger seines mit dem Bann belegten Vaters Sverre, söhnte sich mit der Geistlichkeit aus.

5) H. der Alte, geb. 1204, gest. 1263, Sohn des vorigen, seit 1240 Alleinherrscher, regelte die Thronfolge, befestigte die Königsgewalt, förderte den Wohlstand und erweiterte das Reich durch Einverleibung von Grönland (1261) und Island (1262).

6) H. V., gest. 1319, Enkel des vorigen, seit 1299 Alleinherrscher, kämpfte gegen Dänemark, beschränkte die Rechte des Volkes und der Geistlichkeit, blieb aber gegen den wachsenden Einfluß der Hansa in seinem Lande machtlos. Mit ihm erlosch der Mannesstamm Harald Hårfagrs.

7) H. VI., geb. 1339, gest. 1380, Urenkel des vorigen, Sohn Magnus Erikssons von Schweden und Norwegen, wurde von dessen mißvergnügten Untertanen 1343 zum norwegischen, 1362 auch zum schwedischen König gewählt, verlor aber Schweden schon 1363 an Albrecht III. von Mecklenburg (s. Albrecht 12). Durch seine Vermählung mit der dänischen Prinzessin Margarete (s. d.) wurde die Vereinigung der drei skandinavischen Reiche vorbereitet.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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