Fleischer [2]


Fleischer [2]

Fleischer, 1) Heinrich Leberecht, berühmter Arabist, geb. 21. Febr. 1801 zu Schandau in Sachsen, gest. 10. Febr. 1888 in Leipzig, studierte 1819–1824 zu Leipzig Theologie und orientalische, daneben unter Gottfried Hermann auch die klassischen Sprachen, promovierte 1824 und nahm Ostern d. J. eine Hauslehrerstelle in Paris an, wo er nebenher unter de Sacys Leitung arabische, türkische und persische Studien trieb. 1828 in sein Vaterland zurückgekehrt, wurde er 1831 Lehrer am Kreuzgymnasium in Dresden und erhielt 1836 eine ordentliche Professur der morgenländischen Sprachen an der Universität zu Leipzig, die er ununterbrochen bis zu seinem Tode bekleidet hat. Einen Ruf nach Petersburg 1835 und nach Berlin 1860 lehnte er ab. Von seinen Schriften sind zu nennen: »Catalogus codicum manuscriptorum orientalium Bibliothecae regiae Dresdensis« (Leipz. 1831); »Abulfedae historia anteislamica« (arab. Text und lat. Übersetzung, das. 1831); Samachscharis »Goldene Halsbänder«, von neuem übersetzt (das. 1835); »Alis hundert Sprüche«, arabisch und persisch, herausgegeben und übersetzt (das. 1837); die Beschreibung der arabischen, persischen und türkischen Handschriften der Stadtbibliothek zu Leipzig in dem »Catalogus« von Naumann (Grimma 1838); die Vollendung der durch Habichts Tod unterbrochenen »1001 Nacht« (Bresl. 1842–43, Bd. 9–12); der Kommentar zum Koran von Beidhawi (Leipz. 1846–48, 2 Bde.); Mohammed Ibrahims Grammatik der lebenden persischen Sprache (das. 1847, 2. Aufl. 1875) und »Hermes Trismegistus an die menschliche Seele. Arabisch und deutsch« (das. 1870). Bedeutend war seine Mitarbeit an nahezu allen zu seiner Zeit veröffentlichten arabischen Texten größern Umfanges. Seine »Kleinern Schriften« erschienen gesammelt in 3 Bänden (Leipz. 1885–88).

2) Moritz, Agrikulturchemiker, geb. 2. Jan. 1843 in Kleve, studierte Chemie in Berlin und Greifswald, beteiligte sich 1867–68 an den Versuchen G. Kühns in Möckern über den Einfluß des Futters auf die Milchproduktion etc. und ging 1869 als Chemiker an die landwirtschaftliche Versuchsstation Hohenheim und 1872 als Assistent an die Versuchsstation Weende-Göttingen. 1875–77 war F. Direktor der Versuchsstation des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen zu Bonn, 1877 wurde er von der Zentralmoorkommission berufen, die Moorversuchsstation in Bremen zu organisieren und zu leiten, und 1891 ging er als Professor an die landwirtschaftliche Hochschule nach Berlin; zugleich wurde er Mitglied der Zentral-Moorkommission und Kurator der Moorversuchsstation in Bremen, 1898 Vortragender Rat im preußischen Landwirtschaftsministerium. Er schrieb: »Mitteilungen über die Arbeiten der Moorversuchsstation« (»Landwirtschaftliche Jahrbücher«, 1880,1886,1891); »Die Tätigkeit der Zentral-Moorkommission« (1882); »Berichte über die Tätigkeit der Moorversuchsstation« (in den Protokollen der Sitzungen der Zentral-Moorkommission, Berl. seit 1877): »Die Torfstreu, ihre Herstellung und Verwendung« (Bremen 1890); »Die Bodenkunde auf chemisch-physikalischer Grundlage« (in Voglers »Grundlehre der Kulturtechnik«, 2. Aufl., Berl. 1898, 2 Bde.). Auch redigierte er 1881–91 Biedermanns »Zentralblatt für Agrikulturchemie«.

3) Oskar, Musikhistoriker, geb. 2. Nov. 1856 in Zörbig (Provinz Sachsen), studierte Philologie in Halle, sodann unter Spitta in Berlin Musikwissenschaft und wurde 1886 daselbst zum Konservator der königlichen Musikinstrumentensammlung ernannt. 1892 habilitierte er sich als Privatdozent für Musik an der Berliner Universität und wurde 1895 zum außerordentlichen Professor ernannt. F. schrieb außer seiner Dissertation über das Akzentuationssystem Notkers in seinem »Boetius« (Halle 1883) eine wertvolle Studie über den Lautenmeister Denis Gaultier (Leipz. 1886), »Neumenstudien« (das. 1895–97, 2 Tle.), einen »Führer durch die königliche Sammlung alter Musikinstrumente« (Berl. 1892), einen »Bericht über die Wiener Musik- und Theaterausstellung vom Jahre 1892« (Leipz. 1893) und die Biographie »Mozart« in den »Geisteshelden«, (Berl. 1900). 1899 begründete er die Internationale Musikgesellschaft, deren monatlich erscheinende »Zeitschrift« und vierteljährlich erscheinende »Sammelbände« er redigiert.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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