Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger

Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger

Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger, eine 19. Juli 1871 auf dem namentlich durch Ludwig Barnays Anregung einberufenen deutschen Bühnenkongreß zu Weimar begründete Vereinigung zur Vertretung der Interessen der deutschen Bühnenangehörigen und materiellen Sicherung ihrer Mitglieder. Die Anzahl der Mitglieder betrug Ende des ersten Quartals 1875 bereits 5200 und belief sich 1903 auf etwa 5000; das Vermögen für die allgemeine Pensionsanstalt, die glänzendste Schöpfung der G., betrug 1903 über 6,000,000 Mk. Die Pensionssätze und Beiträge der Mitglieder (1903: 3750) sind nach vier Stufen normiert, und die Pension zerfällt in eine vom 60. Jahr ab zu leistende Rente und eine Invalidenpension, die nur bei eintretender Invalidität bezahlt wird. 1903 wurden an 1300 Mitglieder über 300,000 Mk. Pension gezahlt. Neben der Pensionsanstalt besteht noch eine Witwen- und Waisen-Pensionsanstalt, deren Sitz sich in Weimar befindet, u. eine Sterbekasse. Auch verfügt die G. über mehrere Stiftungen, darunter das Marie Seebach-Stift zur Aufnahme einer Anzahl von Bühnenveteranen. Organ der G. ist die 1871 begründete, wöchentlich erscheinende Zeitschrift »Deutsche Bühnengenossenschaft«. Seit 1890 gibt die G. auch den »Neuen Theater-Almanach« heraus. Streitigkeiten, die zwischen Mitgliedern der G. und Direktoren, die Mitglieder des deutschen Bühnenvereins (s.d.) sind, ausbrechen, entscheidet ein Schiedsgericht aus Mitgliedern beider Gesellschaften. Die G. wird von einem aus sieben Mitgliedern bestehenden Zentralausschuß geleitet. Jährlich im Dezember findet eine Delegiertenversammlung statt. In neuerer Zeit hat die G. sich besonders um die Verbesserung der Vertragsverhältnisse ihrer Angehörigen und Festsetzung eines allgemeinen Kontraktformulars bemüht. 1901 übernahm Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar das Protektorat der G.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

Игры ⚽ Нужно решить контрольную?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Deutscher Bühnenverein — Der Deutsche Bühnenverein (DBV) ist der Bundesverband der öffentlichen und privaten Träger der deutschen Theater und Orchester. Der eingetragene Verein mit Sitz in Köln gliedert sich in acht Landesverbände, er ist Mitglied der Performing Arts… …   Deutsch Wikipedia

  • Bühnenverein, Deutscher — Bühnenverein, Deutscher, eine vom Berliner Generalintendanten v. Küstner 1846 begründete Vereinigung deutscher Bühnenleiter, die sich, zunächst auf 5 Jahre, verpflichtete, keine Künstler zu engagieren oder gastieren zu lassen, die ihren… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Aktrice — Dieser Artikel wurde aufgrund von inhaltlichen Mängeln auf der Qualitätssicherungsseite der Redaktion:Film und Fernsehen eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Artikel aus dem Themengebiet Film und Fernsehen auf ein akzeptables Niveau… …   Deutsch Wikipedia

  • Bühnenschauspieler — Dieser Artikel wurde aufgrund von inhaltlichen Mängeln auf der Qualitätssicherungsseite der Redaktion:Film und Fernsehen eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Artikel aus dem Themengebiet Film und Fernsehen auf ein akzeptables Niveau… …   Deutsch Wikipedia

  • Fernsehdarsteller — Dieser Artikel wurde aufgrund von inhaltlichen Mängeln auf der Qualitätssicherungsseite der Redaktion:Film und Fernsehen eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Artikel aus dem Themengebiet Film und Fernsehen auf ein akzeptables Niveau… …   Deutsch Wikipedia

  • Schauspielerin — Dieser Artikel wurde aufgrund von inhaltlichen Mängeln auf der Qualitätssicherungsseite der Redaktion:Film und Fernsehen eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Artikel aus dem Themengebiet Film und Fernsehen auf ein akzeptables Niveau… …   Deutsch Wikipedia

  • Ludwig Barnay — Bildnis Ludwig Barnay Beilage zum Darmstädter Tagblatt, Nr. 26/1886 Ludwig Barnay (Pseudonym für Ludwig Weiß; * 11. Februar 1842 in Pest, heute zu Budapest; † 31. Januar 1924 in Hannover) war ein bekannter Heldendarsteller und später auch …   Deutsch Wikipedia

  • Bibliography —    Published material on the German theater is both extensive and, as Prof. Simon Williams, one of the great historians of the German theater, once noted, it is dauntingly vast. No bibliography as part of a volume such as this could even… …   Historical dictionary of German Theatre

  • Carl Clewing — Theodor Rudolph Carl Clewing (* 22. April 1884 in Schwerin; † 15. Mai 1954 in Badenweiler) war Professor an der Hochschule für Musik in Berlin, Kammersänger (Tenor/Heldentenor), Bühnen und Filmsch …   Deutsch Wikipedia

  • Clewing — Theodor Rudolph Carl Clewing (* 22. April 1884 in Schwerin; † 15. Mai 1954 in Badenweiler) war Professor an der Hochschule für Musik in Berlin, Kammersänger (Tenor/Heldentenor), Bühnen und Filmschauspieler und Komponist des Liedes Alle Tage ist… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”