Góngora y Argóte

Góngora y Argóte

Góngora y Argóte, Luis de, berühmter span. Dichter, geb. 11. Juni 1561 in Cordoba, gest. daselbst 24. Mai 1627, widmete sich in Salamanca dem Studium der Rechte und den schönen Wissenschaften. Trotz literarischer Erfolge zwang ihn die Not, 1606 Geistlicher an der Kathedrale seiner Vaterstadt mit einer magern Pfründe zu werden. Erst spät wurde er zum Ehrenkaplan des Königs Philipp III. ernannt und in die Residenz berufen. Seine Jugendgedichte sind ganz im nationalen Geist geschrieben, dabei frisch und ursprünglich. Aber unzufrieden mit dem Erfolg und verbittert durch sein Schicksal, erfand er einen neuen Stil, den sogen. »gebildeten« (estilo culto). Der Ausdruck ist mühsam gekünstelt und dunkel, die Bilder gesucht und überschwenglich, die Antithesen geschraubt und witzelnd, die Sprache überladen mit gelehrten, namentlich mythologischen Anspielungen und latinisierenden Wortstellungen (vgl. Euphuismus). In diesem Stil dichtete er seine »Soledades«, seine »Fábula de Polifemo y Galatea«, die »Fábula de Piramo y Tisbe« und viele Sonette. G. fand eine Unzahl von Nachahmern, die Gongoristen oder Culteranisten, während man den neuen Stil selbst Gongorismus nennt. Auf die spanische und portugiesische Dichtkunst ist diese Geschmacksverirrung während des ganzen 17. Jahrh. vom nachteiligsten Einfluß gewesen. – Die älteste Ausgabe der Werke Gongoras ist die von I. Lopez de Vicuña (Madr. 1627); vollständiger, aber sehr inkorrekt ist die von Gonzalo des Hozes y Córdoba (das. 1634); besser die Brüsseler (1659). Neuere Auswahlen erschienen 1820 in Ramon Fernandez' »Coleccion de poetas españoles«, ferner Madrid 1863 und, von A. de Castro besorgt, im 32. Bande der Biblioteca de Autores Españoles (Madr. 1854). Neuerdings erschienen: »Cartas y poesias ineditas« (Granada 1892) u. weitere »Poesias Ineditas« (1897). Mehrere Anhänger Gongoras haben versucht, seine schwerverständlichen Dichtungen zu kommentieren; so sein Freund José Pellicer in seinen »Lecciones solemnes á las obras de L. de G.« (Madr. 1630) und Cristoval de Salazar Mardones in seiner »Ilustracion de la fábula de Piramo y Tisbe« (das. 1636); am ausführlichsten Garcia de Salcedo Coronel in einer besondern Ausgabe von des Dichters Werken (das. 1636–48, 3 Bde.). Doch sind alle diese Kommentare teils geschmacklos, teils ebenso unverständlich wie das, was sie erklären sollen. Vgl. Churton, G., an historical and critical essay (Lond. 1862, 2 Bde.).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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