Schultz


Schultz

Schultz, 1) Albert (S.-Lupitz), Landwirt, geb. 26. März 1831 zu Rehna in Mecklenburg, gest. 5. Jan. 1899 in Lupitz, erlernte die Landwirtschaft und studierte in Hohenheim und Jena. 1855 kaufte er das ertraglose Gut Lupitz in der Altmark und brachte dies ohne Anwendung von Stalldünger durch Mergelung, wechselnden Anbau von Blatt- und Halmfrüchten (Stickstoffsammlern und Stickstofffressern) mit Phosphorsäure- und Kalidünger zu hohem Ertrag. Er erbrachte hierdurch den Beweis, das mineralische Dünger allein zur Erzielung wirtschaftlicher Resultate hinreichen, so daß der nach seiner Ansicht teure Stalldünger überflüssig wird. Zugleich bilden seine Kulturen einen interessanten Beitrag zu der Lehre von der Stickstoffernährung. 1882–93 gehörte er dem preußischen Abgeordnetenhaus, 1887–89 und seit 1893 dem Reichstag an. Er schrieb: »Die Kalidüngung auf leichtem Boden« (4. Aufl., Berl. 1890); »Die Kalk-Kali-Phosphatdüngung« (Dresd. 1892); »Zwischenfruchtbau auf leichtem Boden« (3. Aufl., Berl. 1897).

2) Hermann, prot. Theolog, geb. 30. Dez. 1836 zu Lüchow in Hannover, gest. 15. Mai 1903 in Göttingen, wurde 1857 Lehrer in Hamburg, 1859 Repetent, 1861 Privatdozent in Göttingen und 1864 ordentlicher Professor in Basel. In gleicher Eigenschaft wirkte er seit 1872 in Straßburg, seit 1874 in Heidelberg, seit 1876 in Göttingen und wurde hier 1881 Konsistorialrat, 1890 Abt von Bursfelde. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: »Die Voraussetzungen der christlichen Lehre von der Unsterblichkeit« (Götting. 1861); »Zu den kirchlichen Fragen der Gegenwart« (Frankf. 1869); »Alttestamentliche Theologie« (Götting. 1869–70, 2 Bde.; 5. Aufl. in 1 Bd. 1896); »Die Lehre von der Gottheit Christi« (Gotha 1881); »Predigten« (das. 1882); »Zur Lehre vom heiligen Abendmahl« (das. 1886); »Grundriß der evangelischen Dogmatik« (2. Aufl., Götting. 1892); »Grundriß der evangelischen Ethik« (2. Aufl., das. 1897); »Grundriß der christlichen Apologetik« (2. Aufl., das. 1902).

3) Alwin, Kunst- und Kulturhistoriker, geb. 6. Aug. 1838 in Muskau, studierte Archäologie und germanistische Philologie in Breslau, besuchte dann noch zwei Jahre die Bauakademie in Berlin, habilitierte sich 1866 an der Universität Breslau für Kunstgeschichte, wurde 1872 daselbst außerordentlicher Professor und 1882 ordentlicher Professor in Prag, trat 1903 in den Ruhestand und lebt jetzt in München. Er schrieb unter anderm: »Schlesiens Kunstleben im 13. bis 18. Jahrhundert« (Bresl. 1870–72, 2 Tle.); »Schlesiens Kunstdenkmale« (das. 1875); »Die Legende vom Leben der Jungfrau Maria und ihre Darstellung in der bildenden Kunst des Mittelalters« (Leipz. 1878); »Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger« (das. 1879 bis 1880, 2 Bde.; 2. Aufl. 1889–90); »Gerhard Heinrich von Amsterdam, Bildhauer in Breslau« (Bresl. 1880); »Untersuchungen zur Geschichte der schlesischen Maler 1500–1800« (das. 1882) und andre Studien über schlesische Kunstgeschichte; »Kunst und Kunstgeschichte« (Leipz. u. Prag 1884, 2 Tle.; 2. Aufl. 1901), auch in erweiterter Ausgabe als »Einführung in das Studium der neuern Kunstgeschichte« (das. 1887); »Alltagsleben einer deutschen Frau zu Anfang des 18. Jahrhunderts« (Leipz. 1890); »Deutsches Leben im 14. und 15. Jahrhundert« (das. 1892); »Allgemeine Geschichte der bildenden Künste« (in 4 Teilen, Berl. 1894 ff.; seit 1903 fortgesetzt mit Baumann, Grünwedel u. a.); »Das häusliche Leben der europäischen Kulturvölker vom Mittelalter bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts« (Münch. 1903).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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