Schlüter


Schlüter

Schlüter, Andreas, Bildhauer und Architekt, geb. 20. Mai 1664 in Hamburg, gest. im Mai 1714 in St. Petersburg, kam mit seinem Vater, einem Bildhauer, früh nach Danzig und ging von da nach Warschau, wo er als Bildhauer tätig war, bis er 1694 als Hofbildhauer nach Berlin berufen wurde, wo er auch Lehrer und 1695 einer der Direktoren der Akademie wurde. Hier entwickelte sich auch unter dem Einfluß des niederländischen Barockstils seine Begabung für die Architektur. 1698, nach einer Reise nach Italien, auf der er auch die Schöpfungen des italienischen Barockstils kennen lernte, begann er den Neubau des Königschlosses in Berlin, den er, seit 1699 als Schloßbaudirektor, bis 1706 leitete, wo er wegen mangelhafter Fundamentierung des sogen. Münzturmes in Ungnade fiel. Angeblich war er auch später noch an dem Bau des Schlosses tätig, das durch ihn zu der glänzendsten Schöpfung des Barockstils in Deutschland wurde (s. Tafel »Architektur XII«, Fig. 3), und ging dann 1713 nach St. Petersburg, wo er für Peter d. Gr. als Architekt tätig war. Von seinen in Berlin ausgeführten Bildhauerarbeiten sind das Denkmal des Großen Kurfürsten (1700 von Jacobi gegossen, s. Tafel »Bildhauerkunst XII«, Fig. 2) und die 21 Masken sterbender Krieger im Hofe des Zeughauses (Fig. 1 u. 3), das ihm auch den äußern Trophäenschmuck verdankt, seine Meisterwerke. Außerdem sind zu nennen die Bronzestatue des Kurfürsten Friedrich III. zu Königsberg, die Grabmäler König Friedrichs I. und seiner Gemahlin für die Gruft in Berlin, die Marmorkanzel in der Marienkirche und das Männlichsche Grabmal in der Nikolaikirche daselbst (s. Tafel »Grabmäler«, Fig. 14). Er hat auch zahlreiche Entwürfe für die prächtige Innendekoration des Berliner Stadtschlosses (Gruppen der vier Weltteile), für Goldschmiede etc. ausgeführt und Das Kamekesche Gartenhaus (Loge Royal York) und andre, später zerstörte palastartige Wohnhäuser in Berlin erbaut. 1897 wurde sein von Wiese geschaffenes Standbild der Vorhalle des Alten Museums zu Berlin enthüllt. Vgl. v. Klöden, Andreas S. (Berl. 1855); Adler, A. Schlüters Leben und Werke (das. 1862); Dohme in »Kunst und Künstler«, Heft 36 (Leipz. 1876) und Das königliche Schloß in Berlin (das. 1876); Gurlitt, Andreas S. (Berl. 1891); P. Seidel, Andreas S. als Bildhauer (das. 1901); Wallé, Schlüters Wirken in Petersburg (das. 1901).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Schlüter — Schlüter, 1) Andreas, geb. 1662 in Hamburg; Architekt u. Bildhauer, kam jung mit seinem Vater, einem Bildhauer, nach Danzig u. lernte nach dessen Tode dort bei David Saporius. 1691 ging er nach Warschau u. 1694 als Hofbildhauer nach Berlin, wo er …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schlüter — Schlüter, Andr., Bildhauer und Baumeister, geb. 20. Mai 1664 zu Hamburg, 1694 Hofbildhauer in Berlin, 1699 Schloßbaudirektor, seit 1713 in Petersburg, gest. das. 1714. Hauptwerke: Reiterstandbild des Großen Kurfürsten in Berlin (1703 [Tafel:… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Schlüter — Schlüter, Andr., einer der größten Bildhauer u. Baumeister des 17. Jahrh., geb. 1662. gest. 1714. war hauptsächlich in Berlin thätig unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm und König Friedrich I.; als sein Meisterwerk gilt die eherne Reiterstatue… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Schlüter — Amtsnamen zu mnd. sluter »Schließer, Torwächter, Gefängniswärter, Kastellan, Schaffner, Kellermeister, Kirchspielvorstand«. Johannes Slutere ist i.J. 1299 in Goslar überliefert. Bekannter Namensträger: Andreas Schlüter, deutscher Bildhauer und… …   Wörterbuch der deutschen familiennamen

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