Peso


Peso

Peso (v. lat. pensum, »Gewogenes«), in Italien »Gewicht«, zunächst als Gewichtsarten P. grosso für Schwer- und P. sottile für Leichtgewicht, dann Nebenbezeichnung des Rubbio mehrerer Landschaften, auch gewisse frühere Gewichte: in Mailand 1/10 Fascio = 8,714 kg, in Parma zu 25 Libbre = 8,2 kg, in Modena = 8,511 kg, in Bologna = 9,046 kg. In spanisch-amerikanischen Staaten ist er, jetzt gewöhnlich dem Fünffrankenstück entsprechend, die Münzeinheit der Silberwährung und von dort nach der Malakkastraße sowie in den ostasiatischen Verkehr der Europäer übertragen; als Rechnungsmünze des Welthandels pflegt er Piaster oder Dollar genannt zu werden. In Spanien selbst nahm er zwischen 1686 und 1848 verschiedene Stellungen ein: beim Wechselgeld der überkommene P. de plata antiguo zu 8 Reales von 16 Cuartos oder 34 Maravedies oder auch zu 20 Sueldos von 12 Dineros = 3,2761 Mk. der Talerwährung und bei der zuletzt durch den Duro ersetzten kastilischen Währung der schwere P. (Peso fuerte, duro) von 20 Reales de vellon = 4,3511 Mk. Letztern Sollwert behielt nach 1821 der mexikanische P. zu 100 Centavos bei, der 27,0643 g wiegen und 65/72 fein sein soll, = 4,39795 Mk. und im großen Durchschnitt 4,367 Mk. wert befunden ist (s. Tafel »Münzen VI«, Fig. 16). Geprägt wurde in Silber gesetzlich 1707–1728 der harte P. (P. duro, auch P. fuerte) 27,468 g schwer und 930 Tausendteile sein, dann der P. duro (P. fuerte, P. sevillano, in Mexiko P. von 1765 mit Kugeln und Säulen) 27,064 g und 910 Taus. Feinheit, laut Gesetz von 1772 der P. fuerte (Duro, P. mejicano, P. colunario) wie der jetzige mexikanische, entsprechend der halbe (Medio peso duro, Escudo de vellon, 4 Reales de plata mejicanos, 10 Reales de vellon), ferner in Spanien der P. provincial 1707 21,772 g schwer bei 919 Taus. Feinheit, 1718–2124,538 g bei 833 Taus. Feinheit. Als Goldmünze prägt Mexiko seit 1822 den P. de oro auch in Stücken zu 21/2, 5, 10 und 20 Pesos aus (s. Escudillo de oro). Das 10 Peso-Stück von Guatemala (s. Tafel »Münzen V«, Fig. 4) läuft nicht mehr um.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.