Sibirische Eisenbahn

Sibirische Eisenbahn

Sibirische Eisenbahn (s. Karte »Sibirien«), die an die russische Staatsbahn Samara-Ufa-Slatoust-Tscheljabinsk anschließende, Sibirien durchquerende und nach Ostasien führende Eisenbahn, von der amtlich nur die westliche Strecke bis zum Baikalsee als S. E. bezeichnet wird. Die Bahn, deren Bau 1891 begann, gliedert sich in folgende Strecken. Die westsibirische Eisenbahn von Tscheljabinsk bis zum Ob, 1421 km, wurde 1896 eröffnet. Eine Zweigbahn von Tscheljabinsk über Jekaterinburg nach Kotlas eröffnet eine Verbindung zur schiffbaren Dwina und Archangelsk für den sibirischen Weizen. Die mittelsibirische Bahn vom Ob bis Irkutsk, 1830 km lang, besteht aus der Hauptstrecke, die 1899 eröffnet wurde, und der Zweigbahn nach Tomsk. Die Baikalsee-Umgehungsbahn von Irkutsk nach Myssowaja, 325 km lang, wurde zuletzt in Angriff genommen. Die Transbaikalische Bahn von Myssowaja nach Strjetensk, 1102 km lang, mit der Zweigbahn Kitajskij Rasjesd-Mandschurija, 1522 km, wurde 1900 eröffnet. Die Amurlinie von Strjetensk nach Chabarowsk, 2133 km lang, wird wegen der großen Schwierigkeiten für die Bauausführung erst jetzt gebaut. Die Ussuri-Eisenbahn von Chabarowsk nach Wladiwostok, 778 km lang, wurde 1897 gebaut. Durch Vertrag mit der chinesischen Regierung erhielt Rußland 1896 die Erlaubnis, an Stelle der Amurbahn die Chinesische Ostbahn, 2049 km, zu bauen, die bei der Station Kitajskij Rasjesd der transbaikalischen Bahn beginnt und, die mandschurischen Städte Chailar, Zizikar, Ninguta berührend, bei Nikolskoje auf die Ussuribahn trifft. Von Ninguta führt eine Zweigbahn nach Port Arthur. Die Entfernung Tscheljabinsk-Wladiwostok über die chinesische Ostbahn beträgt 6108 km, mehr als die Länge irgend einer Bahn der Welt. Eine Reise von Moskau nach Port Arthur erfordert 14 Tage, während die Dampferfahrt Odessa-Suezkanal-Singapur-Port Arthur durchschnittlich 45 Tage beansprucht. Eine Reise von Berlin nach Yokohama durch den Suezkanal dauert 39, durch Nordamerika 26 und über die S. E. 21 Tage. Während des russisch-japanischen Krieges 1904 und 1905 wurden wesentliche Erweiterungsbauten vorgenommen, so daß es 1905 möglich war, täglich 20 Züge in jeder Richtung zu befördern. Der Verkehr betrug 1905: 1,8 Mill. Personen und 4,1 Mill. Ton. Güter und Gepäck. Vgl. »Official account of Siberia and the Great Siberian railway« (Lond. 1893); Röll, Enzyklopädie des gesamten Eisenbahnwesens, Bd. 6 (Wien 1894); Wiedenfeld, Die S. E. in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung (Berl. 1900); Thieß, Technische Mitteilungen über die S. E. (in der »Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure«, 1906, S. 455, und »Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen«, 1906, S. 1547); S. Ruge, Die transsibirische Eisenbahn (Dresd. 1901); »Wegweiser auf der Großen Sibirischen Eisenbahn«, herausgegeben von Mamonow (deutsche Ausg., Petersb. u. Berl. 1902); Krahmer, Sibirien und die große S. E. (2. Aufl., Leipz. 1900); Shoemaker, Great Siberian Railway (Lond. 1903); E. Zabel, Auf der Sibirischen Bahn nach China (Berl. 1904).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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