Hēkăte


Hēkăte

Hēkăte (griech., die »Fernhinwirkende«), eine bei Homer nicht vorkommende griechische Gottheit, von Hesiod Tochter des Titanen Perses und der Asteria, der Schwester der Leto, und von Zeus hochgeehrt genannt, der ihr Anteil am Himmel, Erde und Meer und die Macht, allen möglichen Segen zu verleihen, gegeben habe.

Dreigestaltige Hekate (Rom, Kapitol).
Dreigestaltige Hekate (Rom, Kapitol).

Ursprünglich war sie wohl eine Mondgöttin, da man ihr beim ersten Erscheinen des Mondes opferte, und die drei Mondphasen liegen der ihr beigelegten Dreigestaltigkeit zugrunde, die man später auf ihr Walten im Himmel, auf Erden und in der Unterwelt bezog. Dieses verschiedene Walten gab Anlaß, daß sie im Laufe der Zeit mit Persephone, Selene, Artemis und ähnlichen ausländischen Gottheiten verschmolz. Als Nacht- und Unterweltsgöttin wurde sie zur Gespenster- und Zaubergöttin, die nachts bei Kreuzwegen (daher Trioditis, lat. Trivia) und Gräbern ihr Wesen treibt, allerlei Spukgestalten sendet, bei allem Zauberwerk wirksam und Lehrerin und Beschützerin aller Zauberer und Zauberinnen, wie besonders der Medea, ist. Sie hatte an vielen Orten Ostgriechenlands, besonders Ägina, öffentlichen und geheimen Kult. Vor den Häusern und an den Wegen stellte man ihr Bild mit Altären auf; an dem ihr gehörenden letzten Monatstage setzte man ihr dort Speisen, wie Zwiebeln, Fische und Eier, hin. Geopfert wurden ihr junge Hunde, schwarze Lämmer und Honig. Ihre Symbole sind Hund, Fackel, Schlüssel, Schlangen u. a. Dargestellt wurde sie mit drei sich am Rücken berührenden Leibern (s. Abbildung, Bronzestatuette im Kapitolinischen Museum zu Rom) oder einem Leibe mit drei Köpfen und sechs allerlei Symbole haltenden Händen. Vgl. Schömann, De Hecate Hesiodea (Greifsw. 1851); E. Petersen, Die dreigestaltige H. (»Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich«, Bd. 4 u. 5, Wien 1880–82).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Hekate — tanzt mit zwei Fackeln vor einem Altar, schwarze attische Vase auf der Hekate mit Blattgold herausgearbeitet war, ca. 350–300 v. Chr. gefunden in Capua, Italien, heute im Britischen Museum …   Deutsch Wikipedia

  • Hekate — {{Hekate}} Tochter des Titanen* Perses* und der Asteria*, »vor allen Göttern durch Zeus geehrt und mit herrlichen Gaben bedacht« (Hesiod, Theogonie 412). Die Göttin, die Hesiod als mächtige Helferin rühmt, kennt Homer nicht oder will sie nicht… …   Who's who in der antiken Mythologie

  • Hekăte [1] — Hekăte, eine wahrscheinlich von der nördlichen Küste des Ägäischen Meeres nach Griechenland gekommene Gottheit, eine Titanide, Tochter des Perses (od. Persäos) u. der Asterie, nach Andern des Zeus u. der Demeter od. der Here, od. Tochter des… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Hekăte [2] — Hekăte (a. Geogr.), Felseneiland im Ägäischen Meere, zwischen Delos u. Rhänea …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Hekate — Hekăte, Tochter des Perses und der Asteria, die Göttin des nächtlichen Mondlichts, die Schützerin der Wege, Geburts und Fruchtbarkeitsgöttin, alles nächtlichen Spuks und Zauberwesens, teils eingestaltig in aufgeschürztem Gewande mit zwei Fackeln …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Hekate — Hekate, unterirdische Göttin, dem alten Mythenkreise angehörig, bald wohlthätig bald fürchterlich, Zauber und Beschwörungskraft verleihend, personificirt die Vorstellungen von der wechselnden Einwirkung des Mondes, die dessen Phasen und… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Hekate — [hek′ə tē] n. HECATE …   English World dictionary

  • Hekate — Hekatean, Hekataean, adj. /hek euh tee/; in Shakespeare /hek it/, n. Hecate. * * * …   Universalium

  • Hekate — He|ka|te (griech. Mythol.): Göttin der Nacht u. der Unterwelt. * * * Hẹkate,   griechisch Hekạte, latinisiert Hẹcate, griechischer Mythos: ursprünglich kleinasiatische Göttin, die bei Homer noch nicht erwähnt wird. In der »Theogonie« des… …   Universal-Lexikon

  • Hekate — /ˈhɛkəti/ (say hekuhtee) noun → Hecate …   Australian English dictionary