Druckluftwerkzeuge


Druckluftwerkzeuge

Druckluftwerkzeuge (Preßluftwerkzeuge), durch Druckluft in Tätigkeit gesetzte Werkzeuge, die durch kurze, rasch aufeinanderfolgende Stöße oder ruhige Drehbewegung zur Wirkung gelangen. Die stoßenden D. (Drucklufthämmer) dienen unter anderm zum Umbördeln der Siederöhren in Dampfkesseln, zum Ausklopfen von Kesselstein, zum Verstemmen, Vernieten, Anhämmern aller Art, zum Punzen, Ziselieren, Nieten, Treiben, Stemmen, Stechen, Schrämmen in Steinkohlenflözen, Stampfen und Pulvern in Apotheken etc., als Hammer, in den Werkstätten der Kleinmechaniker, Uhrmacher, Gold- und Silberschmiede etc., zur Bearbeitung bereits versetzter Bausteine etc. Im wesentlichen besteht ein Drucklufthammer (Fig. 1) aus dem gehörig abgedichteten zylindrischen Kolben K als Hammer, der in dem Zylinder C sich bewegt, dem Steuerapparat A und dem Kopfe B. Die Stoßbewegung des Hammers erfolgt durch Einlassen von Druckluft in den Raum i, die Rückbewegung durch Einlassen von Druckluft in den Ringraum d, wobei das Umsteuergesetz einfach darin besteht, daß Einlaß in i mit Auslaß aus d und Einlaß in d mit Auslaß aus i zu verbinden ist. Die Zuführung der Luft findet durch a vermittelst eines Schlauches aus der Druckluftleitung, die Wegführung durch e statt; die Verbindung mit i vermittelt der Kanal v, mit d der Kanal r.

Fig. 1. Drucklufthammer.
Fig. 1. Drucklufthammer.

Zur Herstellung dieser Verbindung dient der Drehschieber s, der in der gezeichneten Stellung die Luft von a durch v nach i leitet und den Hammer zum Schlagen bringt, während die in d vorhandene Luft aus r durch e entweicht. Eine Drehung um 60° in die punktierte Stellung bewirkt sodann die Verbindung von a mit r und v mit e. Diese Umsteuerung findet selbsttätig dadurch statt, daß die Schieberstange t mit ihrem untern Ende mit zwei Vorsprüngen n in einer spiralförmigen Führung eines in den Hammer eingesetzten Stückes gleitet, während der Hammer selbst durch das Lineal m an der Drehung verhindert wird. Der Kopf B dient zur Aufnahme der Werkzeuge p. Zum Gebrauch ist der Hammer mittels Bügel, Klammern, Schraubzwingen u. dgl. mit dem Arbeitsstück zu verbinden. Kleine Hämmer von 30 mm Zylinderweite und mit 40 mm Hublänge bekommen z. B. zum Anhalten einen an A angeschlossenen bequemen Handgriff (Fig. 2).

Fig. 2. Kleiner Drucklufthammer.
Fig. 2. Kleiner Drucklufthammer.

Die drehenden D. erhalten ihre Bewegung mittels Kolben und Kurbel nach dem Prinzip der rotierenden Dreizylinderdampfmaschinen, um eine Schwungmasse entbehrlich zu machen. Dazu gehört unter and ern der Bohrapparat (Fig. 3). In der Büchse A befindet sich der Dreizylinderapparat, der die Bohrspindel B und damit den Bohrer C in Drehung versetzt. Zum Halten dienen die Handgriffe HH, wovon der eine zugleich den Luftschlauch D aufnimmt. Zum Andruck an das Werkstück genügt häufig das Gewicht des Apparats. Durch Auswechseln des Bohrers C gegen Fräsen, Reibahlen, Bürsten etc. entstehen die verschiedensten Werkzeuge. – Die Druckluft von etwa 4 Atmosphären Spannung wird entweder einer allgemeinen Druckluftanlage entnommen oder in besondern Krompressoren mit 6–7 Atmosphären Spannung gewonnen.

Fig. 3. Bohrapparat.
Fig. 3. Bohrapparat.

http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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