Nike

Nike

Nike, bei den Griechen die Göttin des Sieges in jedem Wettstreit, nach Hesiod Tochter des Titanen Pallas und der Styx, die sie Zeus zum Beistand im Titanenkampf zuführte.

Nike (Bronze im Museum zu Kassel).
Nike (Bronze im Museum zu Kassel).

Als Siegesbringerin und -Botin erscheint sie häufig in Verbindung mit siegverleihenden Gottheiten, wie des Phidias Zeus von Olympia und Athene Parthenos auf der Hand eine N. trugen. Dargestellt wurde sie geflügelt, mit Kranz und Palme und meist als schwebend. Diese Darstellung übernahmen auch die Römer für ihre besonders in der Kaiserzeit viel verehrte Victoria, eine Personifikation der kriegerischen Siegeskraft. Der ihr von Augustus 29 v. Chr. für den Sieg bei Actium in der Kurie gestiftete Altar mit ihrem aus Tarent stammenden, sie auf der Erdkugel darstellenden Bilde bestand als Sinnbild der siegreichen Vergangenheit Roms im Sitzungssaal des Senats bis zum Ende des Heidentums und wurde erst 394 n. Chr. nach langem Streit zwischen der christlichen und heidnischen Partei entfernt (vgl. Gerhard, Der Streit um den Altar der Victoria, Siegen 1860). Großartige Werke sind die 1877 in Olympia ausgegrabene N. des Päonios (s. Tafel »Bildhauerkunst IV«, Fig. 6) und die riesige N. von Samothrake (jetzt im Louvre), um 300 v. Chr. von Demetrios Poliorketes für einen Seesieg errichtet, auf dem Vorderteil eines Schiffes stehend und blasend (vgl. Benndorf, Neue archäologische Untersuchungen auf Samothrake, Wien 1880); ein Werk römischer Zeit ist die im Typus der Venus von Capua gehaltene N. von Brescia. Höchst reizvoll sind die opfernden und sich schmückenden Niken auf dem Balustradenrelief des Niketempels in Athen (vgl. Kekulé, Die Balustrade des Tempels der Athena N., Leipz. 1869). Sehr häufig ist N. in Werken der Kleinkunst dargestellt (s. Abbildung). Vgl. ferner Knapp, N. in der Vasenmalerei (Tübing. 1876) und Studniczka, Die Siegesgöttin (Leipz. 1898). – Von Schöpfungen neuerer Bildner haben besonders die Viktoria von Schadow auf dem Brandenburger Tor in Berlin und die Viktorien von Rauch in der Walhalla (s. Tafel »Bildhauerkunst XIII«, Fig. 2) Berühmtheit erlangt.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.


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