Metastasĭo

Metastasĭo

Metastasĭo, Pietro, ital. Dichter, geb. 13. Jan. 1698 in Rom, gest. 12. April 1782 in Wien, Sohn des Viktualienhändlers, frühern päpstlichen Gardisten Felice Trapassi, zog 1709 durch geschicktes Improvisieren die Aufmerksamkeit des berühmten Rechtsgelehrten Gravina auf sich, der ihn sorgfältig erzog und seinen Namen ins Griechische übersetzte. M. studierte die Rechte, widmete sich aber nach dem Tode seines Wohltäters (1718), der ihn zum Erben eingesetzt hatte, ganz der Dichtkunst. Nachdem er das Erbe beinahe durchgebracht hatte, fand er beim Advokaten Castagnola in Neapel (1720) Beschäftigung. Das Melodrama »Orti Esperidi« vermittelte seine Freundschaft mit der Sängerin Benti-Bulgarelli, für die er nun die »Didone abbandonata« schrieb (1724). Die Bulgarelli ließ ihn bei Porpora in der Musik ausbilden und verschaffte ihm, der inzwischen eine Reihe Melodramen geschrieben hatte, 1730 die Ernennung zum Hofdichter in Wien. Als nach dem Tode Karls VI. das Theater geschlossen wurde, dichtete M. eine große Anzahl bald vergessener Oratorien. Sein Ruhm beruht auf seinen Melodramen, die sich durch edlen Stil, echt lyrischen Charakter und Harmonie des Versbaues auszeichnen. Für seine besten Melodramen gelten »Temistocle«, »Didone«, »Attilio Regolo«, »Clemenza di Tito« und »Olimpiade«. Er schrieb auch reizende Kanzonetten und war ein verständiger Kunstkritiker. Unter den zahlreichen Ausgaben seiner Werke sind die Pariser (1780–82, 12 Bde.) und die Mantuaner (1816–20, 20 Bde.) hervorzuheben. Metastasios Briefwechsel gaben Carducci (Bologna 1883) und Antona-Traversi (Rom 1886) heraus. Vgl. Landau, Die italienische Literatur am österreichischen Hofe (Wien 1879); Vernon Lee (s. Paget), Studies of the XVIII. century (2. Aufl., Lond. 1886; ital. Ausg., Mail. 1882); Cugnoni, P. M. e l'Arcadia (Rom 1882); Mussafia, Pietro M., discorso (Wien 1882); Falconi, P. M. poeta alla corte di Carlo VI, etc. (das. 1883); Masi, Parrucche e Sanculotti nel sec. XVIII (Mail. 1885); Tommasini, Scritti di storia e critica (Rom 1891).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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