Merian


Merian

Merian, 1) Peter, Geolog, geb. 22. Dez. 1795 in Basel, gest. daselbst 8. Febr. 1883, studierte in Genf, Göttingen und Paris, war 1820–28 Professor der Physik und Chemie, seit 1835 Professor für Zoologie und Paläontologie in Basel, 1847–65 Präsident des Erziehungskollegiums und der Universitätskuratel. Er schrieb: »Übersicht der Beschaffenheit der Gebirgsbildungen in der Umgebung von Basel« (Basel 1821), »Geognostischer Durchschnitt durch das Juragebirge« (das. 1829); »Geognostische Übersicht des südlichen Schwarzwaldes« (das. 1832); »Über die Theorie der Gletscher« (das. 1843); »Geologie der vorarlbergischen Alpen« (das. 1852); »Darstellung der geologischen Verhältnisse des Rheintals bei Basel« (das. 1856); »Über die Grenze zwischen Jura- und Kreideformation« (das. 1868); »Die Mathematiker Bernoulli« (das. 1860). Ihm zu Ehren wurde eine Merian-Stiftung begründet. Vgl. L. Rütimeyer, Ratsherr Peter M. (Basel 1883).

2) Hans, Kritiker und Satiriker, geb. 18. Febr. 1857 in Basel, gest. 29. Mai 1902 in Leipzig, durchlief Gymnasium und Pädagogium seiner Vaterstadt, besuchte die Universität daselbst und die Akademie in Neuchâtel, sodann die Musikschule in Basel und die Universität Leipzig, wo er sich kunstgeschichtlichen und musikalischen Studien widmete. Er leitete 1892–97 die Zeitschrift »Die Gesellschaft« und war in Leipzig als Schriftsteller wie Musikkritiker tätig. Von ihm erschienen die satirischen Dichtungen »Der Nilbräutigam«, Roman (2. Aufl., Leipz. 1889), »Von Elifen bis Zwölifen. Ein wüster Traum, nicht von Georg Ebers, sondern von H. M.« (das. 1888; 5. Aufl. u. d. T.: »In der zwölften Stunde«, 1890), »Die Varusschlacht«, Fastnachtsspiel (das. 1894); ferner: »Die Urahnen, ein Zyklus vorsündflutlicher Romane« (das. 1888), gegen G. Freytag gerichtet, »Aus der vierten Dimension« (das. 1890); die literarhistorischen Schriften: »Die sogenannten Jungdeutschen in unsrer zeitgenössischen Literatur« (das. 1888), »Hermann Heiberg« (das. 1891), »Karl Bleibtreu als Dramatiker« (das. 1892). Merians musikalische Arbeiten sind: »Richard Strauß' Tondichtung Also sprach Zarathustra« (Leipz. 1899); »Mozarts Meisteropern« (das. 1900); Opernführer zum »Don Juan«, zu »Figaros Hochzeit«, der »Zauberflöte«, den »Meistersingern«, dem »Tannhäuser« u. Siegfried Wagners »Bärenhäuter« (das. 1900) und die »Geschichte der Musik im 19. Jahrhundert« (das. 1902, 2. Aufl. 1905). Aus dem Italienischen übersetzte er Ernesto Rossis »Studien über Shakespeare und das moderne Theater« (Leipz. 1885).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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