Landung


Landung

Landung, das Anlandsetzen bewaffneter Macht durch Kriegsschiffe. Die gelandete Truppe, das Landungskorps, wird beim einzelnen Schiff vom ersten Offizier befehligt. Zum Erfolg bei der L. ist Schnelligkeit notwendig, denn ein achtsamer Gegner ist mit geringen Kräften imstande, die L. zahlreicher Truppen zu gefährden. Haben die landenden Kriegsschiffe keine größern Truppentransporte im Gefolge, für die sie die L. vorbereiten, so besteht der Zweck der L. nur in Repressalien, Beunruhigung der Küsten, Zerstörung von Bahn- und Telegraphenlinien, Hafenanlagen u. dgl. (s. Küstenkrieg). 1798 landete Bonaparte mit 38,000 Mann und 1230 Pferden in Ägypten. Größere Landungen wurden in neuerer Zeit gemacht: von den Alliierten 79,000 Mann 1854 in der Krim; von den Franzosen 36,000 Mann 1830 in Algier; 1861 landeten 38,500 Franzosen in Mexiko; 1882 landeten die Engländer 15,783 Mann und 5329 Pferde aus England und 16,067 Mann aus Indien in Ägypten; 1900 landete das Deutsche Reich eine Seebrigade von 2529 Mann und ein ostasiatisches Expeditionskorps von 29,093 Mann, 861 Geschützen und 5631 Pferden und Maultieren auf der Taku-Reede, 12,352 Seemeilen von der Heimat entfernt. Um mit Erfolg größere Landungen auf feindlichem Gebiete durchzuführen, muß der Landende für die Dauer seiner Unternehmung die Seeherrschaft in den Küstengewässern, wo gelandet werden soll, besitzen. Die L. des japanischen Heeres, die staffelweise in Divisionen stattfand, in Korea im Frühjahr 1904 war nur möglich, weil die japanische Flotte die Seeherrschaft besaß. Aus demselben Grunde ist eine L. in England für französische oder andre Streitkräfte erst denkbar, wenn die englische Flotte größtenteils vernichtet wäre, also das Unternehmen nicht mehr stören könnte. Um etwa 100,000 Mann ungefähr gleichzeitig in England zu landen, sind etwa 150–200 große Seedampfer nebst einer etwa gleichgroßen Zahl von Seeleichtern erforderlich. Solche große Unternehmung läßt sich aber nicht überraschend ausführen, die Vorbereitungen werden dem Gegner bekannt, und auch die Ausschiffung fordert sogar in einem günstig gelegenen Hafen so viel Zeit (etwa 3–6 Tage), daß Störungen der Unternehmung mit Seestreitkräften leicht durchführbar sind. Der vorzüglich vorbereitete Landungsplan Napoleons I., wonach 1805150,000 Mann von Boulogne und Umgegend über den Englischen Kanal gesetzt werden sollten, scheiterte daran, daß Admiral Villeneuve bei Trafalgar geschlagen wurde. Vgl. Nauticus, Überseeische Expeditionen, im »Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen«, Bd. 6, S. 71 (Berl. 1901).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Landung — Lan|dung [ landʊŋ], die; , en: das Landen: das Flugzeug landet weich. * * * Lạn|dung 〈f. 20〉 das Landen (von Schiffen, Flugzeugen) * * * Lạn|dung, die; , en: 1. a) das ↑ Landen (1 a), das Niedergehen, Aufsetzen auf den Boden …   Universal-Lexikon

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