Komménde


Komménde

Komménde (mittellat. commenda, v. lat. commendare, »anvertrauen«; franz. commanderie, Komturei), der Bezug und Genuß der Einkünfte eines Kirchenamtes ohne dessen wirklichen Besitz. Es gibt zweierlei Arten der Kommenden, die erste hat ihren Ursprung darin, daß erledigte Kirchenämter bis zu ihrer Widerbesetzung bereits angestellten, meist benachbarten Geistlichen zur einstweiligen Verwaltung (custodia, commenda) übertragen wurden. Eine zweite Art der K. entstand in der karolingischen Zeit, indem sich die Könige das Recht beilegten, vermöge ihrer lehnsherrlichen Gewalt über die Kirchengüter und Klöster deren Einkünfte auch Laien (Kommendaturäbten, Abbates commendatarii) zu übertragen, unter deren Schutz sie damit traten. Dieser Verweltlichung des Kirchenvermögens traten die Päpste zwar meist mit Energie entgegen; zuweilen aber beuteten sie es selbst zugunsten ihrer Nepoten und Anhänger rücksichtslos aus, so besonders während des Exils in Avignon. Die gewöhnlichste Art der K. war die Verleihung von Klöstern an Weltgeistliche. Das tridentinische Konzil suchte den Mißbräuchen, die mit der K. getrieben wurden, zu steuern; doch hat sich das Institut in vereinzelten Fällen bis auf die neueste Zeit erhalten. Von den Kommenden sind die Präbenden wohl zu unterscheiden, indem sich diese nur auf die Perzeption bestimmter Teile der gemeinschaftlichen Einkünfte der Stifter und Klöster beziehen und namentlich alle mit einer Domherrenstelle verbundenen Einkünfte eine Präbende genannt zu werden pflegen. Bei Ritterorden trug man den Namen K. oder Komturei auf die Gebiete über, die einzelnen Ordensrittern (Komturen, Commendatores) zur Verwaltung und Nutznießung übergeben worden waren.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Komménde — (vom lat. commendāre, anvertrauen), Kommanderie, Komturei, ursprünglich eine erledigte, von einem benachbarten Geistlichen einstweilig verwaltete Stelle; dann eine von einem Laien (Kommendatārabt) bezogene geistl. Pfründe und das einem… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • kommende — obs. f. commend …   Useful english dictionary

  • Kommende — Eine Kommende (Betonung auf der 2. Silbe; von lat.: commendare, „anvertrauen“, „empfehlen“) ist in ihrer ursprünglichen Bedeutung ein Begriff aus dem Kirchenrecht, unter dem die Übertragung der Einkünfte eines Kirchen oder Klostervermögens auf… …   Deutsch Wikipedia

  • Kommende — Kom|mẹn|de 〈f. 19〉 1. kirchl. Pfründe ohne damit verbundene Amtspflichten 2. = Komturei [<mlat. commenda; zu lat. commendare „anvertrauen“] * * * Kommẹnde   [mittellateinisch »Lehnsherrschaft«, zu lateinisch commendare »anvertrauen«] die, /… …   Universal-Lexikon

  • Kommende — Kom|mẹn|de 〈f.; Gen.: , Pl.: n〉 1. kirchl. Pfründe ohne damit verbundene Amtspflichten 2. = Komturei [Etym.: <mlat. commenda; zu lat. commendare »anvertrauen«] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Kommende — Kom|men|de die; , n <aus mlat. commenda »Lehnsherrschaft, Pacht« zu lat. commendare »anvertrauen«>: 1. (früher) eine ohne Amtsverpflichtung übertragene kirchliche Pfründe. 2. Verwaltungsbezirk od. Ordenshaus der ↑Johanniter od. des… …   Das große Fremdwörterbuch

  • Kommende — Kom|mẹn|de, die; , n <lateinisch> (früher kirchliche Pfründe ohne Amtsverpflichtung; Komturei) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Kommende Ramersdorf — (2008) Die Deutschordenskommende Ramersdorf in Bonn Ramersdorf wurde um 1230 gegründet und bestand als Kommende des Deutschen Ordens bis zur Säkularisation 1803. Anschließend gingen die in Ramersdorf erhaltenen Gebäude und Liegenschaften in… …   Deutsch Wikipedia

  • Kommende Muffendorf — Die Kommende Muffendorf war eine Niederlassung des Deutschen Ordens in Muffendorf (heute Teil von Bonn). Das dazugehörige neobarocke Schloss steht unter Denkmalschutz. Geschichte Ursprünglich eine karolingische Königsvilla ging ein Teil dieses B …   Deutsch Wikipedia

  • Kommende Dünebroek — im 17. Jahrhundert …   Deutsch Wikipedia


We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.