Hühnerauge


Hühnerauge

Hühnerauge (Krähenauge, Leichdorn, verdorben aus dem altdeutschen hörnin ouge, »hörnernes Auge«, lat. Clavus), eine hornartige Verdickung der Oberhaut an einer kleinen umschriebenen Stelle mit einem kegelartigen, mit der Spitze nach unten gestellten (wie ein Nagel, daher lat. clavus) harten Zapfen als Mittelpunkt, der auf den Papillarkörper drückt, dadurch heftige Schmerzen hervorruft und diesen durch den fortdauernden Druck allmählich zum Schwinden bringt. Das H. entsteht durch anhaltenden Druck zu enger Fußbekleidung. Zuweilen bildet sich unter dem H. ein kleiner Schleimbeutel. Aufhebung des Druckes heilt das H. am sichersten. Einmal entstanden, muß es öfters geschnitten werden, wozu schon der heftig stechende Schmerz auffordert; vor allem muß dabei der aus Hornzellen bestehende harte Zapfen mit fortgenommen werden. Verletzungen beim Schneiden der Hühneraugen, besonders auch, wenn man den Schleimbeutel angeschnitten haben sollte, behandle man streng antiseptisch, da gerade am Fuß derartige kleine Verletzungen leicht mit Unreinlichkeiten aller Art (im Stiefel, mit dem in diesen eindringenden Schmutz, Staub) in Berührung kommen, infiziert werden und zu den schlimmsten Komplikationen (Lymphgefäßentzündung, Phlegmone, Venenthrombose, Brand der Zehen etc.) Anlaß geben können. Ein rationelles Mittel gegen die Hühneraugen sind die Hühneraugenfilzringe. Die Hühneraugenpflaster erweichen das H. und erleichtern dadurch seine Entfernung. Vgl. Mertens, Das H. (Wien 1894), und Artikel »Hautschwiele«.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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