Freising


Freising

Freising (Freisingen), unmittelbare Stadt im bayr. Regbez. Oberbayern, an der Isar, die hier die Mosach aufnimmt, und der Staatsbahnlinie München-Regensburg-Oberkotzau, 416 m ü. M., hat eine evangelische und 8 kath. Kirchen (darunter die Domkirche von 1160, mit Kunstwerken und Denkmälern) und 4 Kapellen, Mariensäule, Standbild des Bischofs Otto I. (von Zumbusch), ehemaliges fürstbischöfliches Schloß (jetzt Klerikalseminar), Lyzeum (Hochschule für Kandidaten der Theologie), Gymnasium, Knabenseminar, Realschule, Schullehrerseminar, Präparandenschule, Waisenhaus, Bezirksamt, Amtsgericht, Forstamt, Fabrikation von landwirtschaftlichen Maschinen, Brauereieinrichtungen und Steinzeug, Eisengießerei, Mühlenbau, Buchdruckerei (seit 1495), Bierbrauerei, bedeutende Torfstecherei und (1900) mit der Garnison (ein Feldartillerieregiment Nr. 9) 10,090 Einw., davon 306 Evangelische und 24 Juden. Nahe bei F. liegt die ehemalige Benediktinerabtei Weihenstephan (725 vom heil. Corbinianus gegründet, 1803 aufgehoben), jetzt ein königliches Ökonomiegut mit Musterwirtschaft, einer landwirtschaftlichen Zentral- und einer Brauerschule mit praktischem Vorkurs, Obstbaumschule, Branntweinbrennerei und berühmter Bierbrauerei. – F. (Frisinga, vor alters Fruxinium) soll von den Römern gegründet sein. Die Stadt wurde 955 von den Ungarn zerstört, sodann befestigt, 976 vom Kaiser Otto II., 1082 vom Herzog Welf von Bayern und 1086 von den Sachsen erobert. Sie hatte im Mittelalter eigne Burggrafen. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt sie mehrfache Plünderungen. F. war sonst der Hauptort des gleichnamigen reichsfreien, unter dem Hochstift Salzburg stehenden Fürstbistums mit einem Gebiet von 825 qkm (15 QM.) und 27,000 Einw. Das Bistum wurde 724 von dem heil. Corbinian mit Hilfe des Herzogs Grimoald gegründet; sein Nachfolger Erimbert wurde 739 von Bonifatius zum Bischof geweiht. Der berühmteste Bischof ist Otto I. (1138–58; s. Otto von Freising), Stiefbruder des Königs Konrad III. Gerold (1220–30) überlieferte die Stadt F. dem Herzog von Bayern, weshalb er 1230 abgesetzt ward; unter ihm brannte F. ganz ab. Emicho (1283–1311) befreite das Bistum von der Vogtei und dem Landgericht der bayrischen Herzoge, Veit Adam (gest. 1651) ward vom Kaiser Ferdinand II. zum Fürstbischof erhoben. 1802 wurde das Hochstift säkularisiert, und Pfalzbayern erhielt es als Fürstentum; nur die in Österreich und Tirol gelegenen Besitzungen desselben kamen an Salzburg. 1817 wurde F. als Erzbistum wiederhergestellt, aber der Sitz nach München (s.d.) verlegt. Vgl. Meichelbeck, Historia Frisingensis (Augsb. 1724–29; 2 Bde.; neue Ausg., fortgesetzt von Baumgärtner, Freising 1854); Deutinger u. a., Beiträge zur Geschichte, Topographie und Statistik des Erzbistums München und F. (Münch. 1850–54, 6 Bde.; Bd. 7 von Specht, 1901); A. Mayer, Statistische Beschreibung des Erzbistums München-F. (das. 1871–84, 3 Bde.) und Prechtls Beiträge zur Geschichte der Stadt F. (Freising 1877ff.).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Freising — Freising …   Wikipédia en Français

  • Freising — Freising,   1) Große Kreisstadt in Oberbayern, am Rande des Tertiärhügellandes über der Isar nordwestlich vom Erdinger Moos, 42 000 Einwohner; Stadtarchiv, Diözesanmuseum, Heimatmuseum; Motoren und Maschinenbau, Textilindustrie. Im St …   Universal-Lexikon

  • Freising — (del latín Frisinga) es una localidad ubicada al norte de la ciudad bávara de Múnich (München) en Alemania, con una superficie de 88,61 kilómetros cuadrados, una altitud media de 448 metros y una población total de 45.177 habitantes (2009). A… …   Wikipedia Español

  • Freising — (Freisingen), 1) Landgericht im baierischen Kreise Oberbaiern, 64/5 QM., 18,300 Ew. 2) Hauptstadt darin an der Mosach u. dem Isar: Sitz des Appellationsgerichts für Oberbaiern, Wechselgericht, Rentamt, Capitel u. Generalvicariat des Erzbischofs… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Freising — Freising, Bezirksstadt im bayr. Reg. Bez. Oberbayern, an der Isar, (1900) 10.090 E., Amtsgericht, theol. Lyzeum, kath. Gymnasium, Lehrerseminar, 724 1803 Bischofssitz (Sitz des Erzbischofs von München F. ist München), schöne Domkirche (1160 1205… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Freising — Freising, auch Freisingen, alte Stadt in Oberbayern an der Isar, 41/2 St. nordnordöstlich von München, Sitz des Appellationsgerichts für Oberbayern, mit 59000 E., schöner Domkirche und 5 andern Kirchen, Lyceum mit theolog. Facultät, ehemaligem… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Freising — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Freising — Infobox German Location Art = Stadt Wappen = Wappen Freising.png lat deg = 48 |lat min = 24 |lat sec = 10 lon deg = 11 |lon min = 44 |lon sec = 56 Lageplan = Freising Lage im Landkreis.png Bundesland = Bayern Regierungsbezirk = Oberbayern… …   Wikipedia

  • Freising — ▪ Germany  city, Bavaria Land (state), southern Germany. It lies along the Isar River, north northeast of Munich. It was the site of a castle in the 8th century, and, after the missionary bishop Korbinian came there in 724 and St. Boniface… …   Universalium

  • Freising — Original name in latin Freising Name in other language Frajzing, Freising, Freysing, Frisinga, Fryzynga, fu lai xin, Фрайзинг State code DE Continent/City Europe/Berlin longitude 48.40351 latitude 11.74876 altitude 448 Population 42570 Date 2013… …   Cities with a population over 1000 database


We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.