Wyttenbach


Wyttenbach

Wyttenbach, Daniel, Humanist, geb. 7. Aug. 1746 in Bern, gest. 17. Jan. 1820 in Ösgeest, studierte in Marburg, Göttingen und seit 1770 in Leiden, wurde 1771 Professor der griechischen Sprache und der Philosophie am Remonstrantengymnasium in Amsterdam, 1779 Professor der Philosophie am Athenäum daselbst, 1799 an Ruhnkens Stelle Professor der Beredsamkeit in Leiden und trat 1816, erblindet, in den Ruhestand. Sein Hauptwerk ist die Ausgabe von Plutarchs »Moralia« mit reichen Animadversionen und einem »Index graecitatis in Plutarchi opera« (Oxf. 1795–1830, 8 Bde.; Abdruck, Leipz. 1796–1835). Sonst nennen wir seine »Epistola critica ad D. Ruhnkenium« (Götting. 1769); »Praecepta philosophiae logicae« (Amsterd 1782; zuletzt von Maaß, Halle 1821); »Eclogae seu selecta principum historicorum capita« (Leid. 1793, zuletzt 1829); seine in klassischem Latein geschriebene »Vita Ruhnkenii« (das. 1800; zuletzt von Frotscher, Freiberg 1846) und die Ausgabe von Platons »Phädon« (Leid. 1810; neue Ausg., Leipz. 1825). Auch gab er mit andern die »Bibliotheca critica« (Amsterd. 1777–1808, 12 Tle.) und als deren Fortsetzung allein die »Philomathia sive miscellanea doctrina« (das. 1809–17, 3 Tle.) heraus. Nach seinem Tod erschienen gesammelt: »Opuscula varii argumenti« (Leid. 1821, 2 Bde.); »Opuscula selecta« von Friedemann (Braunschw. 1825–28, 2 Bde.); »Epistolae selectae« von Mahne (Gent 1830); »Epistolae VI ineditae« von K. F. Hermann (Marb. 1839). Vgl. Mahne, Vita D. Wyttenbachii (Gent 1823; zuletzt von Frotscher, Freiberg 1846); Prantl, D. W. als Gegner Kants (Münchener Sitzungsberichte 1877). – Seine Gattin Johanna, geborne Gallien, eine Nichte aus Hanau, mit der er sich erst in seinem 72. Jahre vermählte, war eine wissenschaftlich hochgebildete Frau. Sie lebte nach dem Tod ihres Gatten in Paris, erhielt 1827 von der Universität Marburg die philosophische Doktorwürde und starb 1830 bei Leiden. Von ihren Werken nennen wir: »Théagène« (Par. 1815; deutsch, Leipz. 1816); »Das Gastmahl des Leontis« (Ulm 1821) und den Roman »Alexis« (Par. 1823).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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