Warenkunde

Warenkunde

Warenkunde (Rohstofflehre), die Lehre von den in der Technik benutzten Rohstoffen, ihrer Herkunft, Bereitung, ihren Eigenschaften, Sorten, ihrer Verfälschung etc. Manche Rohstoffe entziehen sich dem Gebiete der W., wie die Erze, die hüttenmännisch verwertet werden, viele mineralische Stoffe, namentlich Gesteine, die als Baumaterialien dienen und den Gegenstand der Baumaterialienlehre bilden, sowie viele vegetabilische Rohstoffe, die in der Pharmazie benutzt und in der Pharmakognosie behandelt werden. Anderseits zieht die W. oft auch Halbfabrikate und Fabrikate in ihren Bereich. Als selbständiger Wissenszweig entstand die W. erst, als durch die Ausbreitung des Handels zahlreiche Produkte verschiedenster Art, namentlich die Kolonialprodukte, dem Gewerbe und dem täglichen Gebrauch zugeführt wurden. Die sorgfältigste Behandlung erfuhren zuerst die medizinisch benutzten Körper, und die Pharmakognosie gelangte schnell zur Blüte. Die gewerblichen Waren suchte zuerst Beckmann gründlicher zu behandeln, dessen »Vorbereitung zur W.« (Götting. 1795–1800, 2 Bde.) Böhmers »Technische Geschichte der Pflanzen« (Leipz. 1794, 2 Bde.) gleich wertvoll zur Seite steht. Einen wesentlichen Aufschwung gewann die W. erst durch die Anwendung der Chemie und des Mikroskops auf die Untersuchung der Rohstoffe, und dann wurde sie durch Wiesners »Rohstoffe des Pflanzenreichs« (Leipz. 1873; 2. Aufl. 1903, 2 Bde.) der Pharmakognosie gleichgestellt. Aus der umfangreichen Literatur sind hervorzuheben die Lehr- und Handbücher von Erdmann und König (14. Aufl. von Hanausek, Leipz. 1906), Seubert (2. Aufl., Stuttg. 1883, 2 Bde.), Henkel (3. Aufl., das. 1882), Thoms u. Gilg (3. Aufl., Berl. 1905), Cracau (Zittau 1894–95, 2 Bde.), Bersch (Wien 1896), Bisching (7. Aufl., das. 1900), Hanausek (»Lehrbuch der Materialienkunde«, 2. Aufl., Wien 1898, 3 Bde.), Hassack (2. Aufl., das. 1904) und »Physikalische und mikroskopische Warenprüfungen« (das. 1903), die Lexika der W. von Schedel (6. Aufl., Leipz. 1863, 3 Bde.), Merck (4. Aufl., das. 1890), König (11. Aufl., Münch. 1902), Weidinger (2. Aufl., Leipz. 1892). Vgl. auch »Zeitschrift für allgemeine W.« (hrsg. von Haenig, Leipz., seit 1907) und die Literatur bei Artikel »Pharmakognosie«.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

Игры ⚽ Нужно сделать НИР?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Warenkunde — ist ein Fach, das ursprünglich Grundlagenwissen des Handels beschreibt. Es geht zurück auf den Göttinger Professor Johann Beckmann (1739–1811), der den Begriff „Waarenkunde“ prägte und darunter die neuen und bisher unbekannten Waren (z. B.… …   Deutsch Wikipedia

  • Warenkunde — Warenkunde, die Lehre von Ursprung, Eigenschaften, Kennzeichen etc. der Handelswaren. – Lehrbücher von Erdmann König (13. Aufl. 1901), Bisching (7. Aufl. 1900), Hassack (2. Aufl. 1904) …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Warenkunde — Wa|ren|kun|de 〈f. 19; unz.〉 Lehre von der Herkunft, Herstellung, Zusammensetzung, Art, von den Eigenschaften u. Sorten der Waren * * * Wa|ren|kun|de, die: 1. <o. Pl.> Lehre von Herkunft, Herstellung, Beschaffenheit usw. von Waren, bes.… …   Universal-Lexikon

  • Warenkunde — Wa|ren|kun|de, die …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Warenlehre — Warenkunde ist ein Fach, das ursprünglich Grundlagenwissen des Handels beschreibt. Es geht zurück auf den Göttinger Professor Johann Beckmann (1739–1811), der den Begriff „Waarenkunde“ prägte und darunter die neuen und bisher unbekannten Waren (z …   Deutsch Wikipedia

  • Hanausek — Hanausek, 1) Eduard, Technolog, geb. 27. Juli 1851 auf Schloß Weitwörth bei Oberndorf in Salzburg, studierte an der Technischen Hochschule in Wien, wurde 1871 Assistent für die mathematisch mechanischen Fächer an der Forsthochschule in Mariabrunn …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Pharmakognosīe — (griech.), die Lehre von den arzneilich benutzten Rohstoffen des Pflanzen und Tierreichs. In den ältesten Schriften der orientalischen und europäischen Literatur werden zahlreiche Arzneipflanzen genannt, und viele sowie manche ihrer Produkte… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Eisenbahnschulen — Eisenbahnschulen, Lehranstalten zur Ausbildung von Beamtenanwärtern oder zur Fortbildung bereits im Dienst befindlicher Eisenbahnbeamten. Im engeren Sinne sind es die nur in beschränkter Zahl bestehenden Anstalten, die ausschließlich die… …   Enzyklopädie des Eisenbahnwesens

  • Edmund Grünsteidl — (* 9. Oktober 1900 in Wien; † 3. Dezember 1971 ebenda) war ein österreichischer Warenwissenschaftler, Rektor der Hochschule für Welthandel (WU Wien) sowie Abgeordneter im österreichischen Nationalrat. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Politik …   Deutsch Wikipedia

  • Betriebswirtschaftslehre — Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern. Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) (englisch: Business Administration), auch als Betriebsökonomie bezeichnet, ist ein… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”