Stübel


Stübel

Stübel, 1) Alphons, Geolog und Reisender, geb. 26. Juli 1835 in Dresden, gest. daselbst 10. Nov. 1904, studierte in Leipzig, Heidelberg und Berlin Chemie und Naturwissenschaften, ging 1856–57 aus Gesundheitsrücksichten nach dem Süden, besuchte Ägypten und die italienischen Vulkane, wandte sich darauf der Geologie zu und unternahm mit W. Reiß und K. v. Fritsch (s. d.) 1866 eine Reise nach Santorin zur Beobachtung der vulkanischen Erscheinungen. Von 1868–77 führte er mit Reiß ausgedehnte Reisen in Südamerika aus. Er veröffentlichte außer kleinern Abhandlungen zusammen mit W. Reiß: »Ausflug nach dem vulkanischen Gebiet von Ägina und Methana« (Heidelb. 1867), »Geschichte und Beschreibung der vulkanischen Ausbrüche bei Santorin« (das. 1868), »Das Totenfeld von Ancon in Peru« (Berl. 1880–87, 3 Bde.), »Kultur und Industrie südamerikanischer Völker« (das. 1889, mit Reiß und B. Koppel), »Reisen in Südamerika« (das. 1892–1902); mit M. Uhle: »Die Ruinenstätte von Tiahuanaco im Hochlande des alten Peru« (Bresl. 1892), und allein: »Die Vulkanberge von Ecuador« (Berl. 1897); »Über die genetische Verschiedenheit vulkanischer Berge« (Leipz. 1903). Vgl. Hans Meyer in den »Mitteilungen des Vereins für Erdkunde« zu Leipzig, 1904.

2) Oskar, deutscher Staatsmann, geb. 11. Aug. 1846 in Dresden, studierte erst Mathematik, dann die Rechte, war 1873 vorübergehend Privatsekretär des Königs Johann von Sachsen, arbeitete im evangelisch-lutherischen Landeskonsistorium zu Dresden, trat 1876 als Hilfsarbeiter in das sächsische Ministerium des Auswärtigen ein, ging 1879 in den auswärtigen Dienst des Reiches über, verwaltete als Legationsrat 1882 die Konsulate in St. Louis und Cincinnati, ging 1882 zur Vertretung des Generalkonsuls Zembsch nach Samoa und wurde 1884 Generalkonsul daselbst. Seit 1887 Generalkonsul in Kopenhagen, 1889–90 wieder in Samoa, 1891–99 in Schanghai, wurde er 1899 außerordentlicher Gesandter in Santiago. Im Juni 1900 an v. Buchkas Stelle Direktor der Kolonialabteilung des auswärtigen Amtes geworden, trat S. Ende 1905 zurück und war 1906 einige Monate außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister in Christiania.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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