Pharo

Pharo

Pharo (Pharao, Faro), das verbreitetste Hasardkartenspiel, nach dem König Pharao benannt, dessen Namen ehemals ein Kartenkönig trug, der als vorzüglich glücklich galt. Dem Bankier, der die Höhe des Minimalsatzes (point) zu bestimmen hat, steht eine beliebige Anzahl von Pointeurs (Spielern) gegenüber, denen das Recht zusteht, ihre Einsätze beliebig bis zum Betrag der ganzen Bank zu erhöhen, das letztere mit dem Ausruf: »Va tout!« oder »Va banque!« Der Bankier spielt mit voller französischer Karte, während die Pointeurs jeder nur eine vollständige Blätterfolge vom As bis zum König (Buch, livret) erhalten. Jener mischt sein Spiel (den Talon), läßt abheben und zeigt die unterste Karte vor, die nicht gewinnt, während die Spieler inzwischen eine oder mehrere ihrer vor ihnen liegenden Karten besetzen. Nun beginnt das eigentliche Spiel: Der Bankier zieht vom Talon die beiden obersten Karten ab (Abzug, coup) und legt sie nacheinander offen vor sich hin. Alle Sätze der Pointeurs auf solche Karten, deren Bilder dem des zuerst niedergelegten Blattes, ohne Rücksicht auf Farbe, gleich sind, fallen dem Bankier zu; die Spieler dagegen, die ein der zweiten Karte gleiches Bild besetzten, haben denselben Betrag von der Bank zu erhalten. Dies Abheben wird so lange fortgesetzt, als der Talon des Bankiers reicht; die Folge der 26 Abzüge heißt Taille. Da, im Fall ein Abzug aus zwei gleichnamigen Karten besteht (Doublé, plié), der Bank die Hälfte des auf dem betreffenden Bild stehenden Satzes zufließt und auch die erste Karte des letzten Abzugs für den Bankier gewinnt, so ist das P. unter allen Hasardspielen für den letztern eins der günstigsten. Durch verschiedene Arten des Umbiegens (Lappé, Paroli etc.) derjenigen Karten, die Gewinne gemacht haben, wodurch die Besitzer die letztern mit dem ursprünglichen Satze zusammen aufs Spiel setzen, wird das Spiel belebt und die Zahl der Chancen für die Pointeurs erhöht, da dieselben im glücklichsten Fall mehrfachen Gewinn zur Folge haben. Das P. ist übrigens verrufen, weil Betrug dabei sehr leicht fällt und tatsächlich oft vorkommt. Vgl. Glücksspiele.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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