Panzerungen


Panzerungen

Panzerungen, Eisendeckungen zum Schutze gegen feindliche Geschosse. Die zunächst für Schiffe benutzten Panzerplatten (s. d.) hat man zum Schutz gegen das Artilleriefeuer auch auf Land- und Küstenbefestigungen übertragen, da Erde und Mauerwerk gegen die Geschosse großer Kaliber nicht genügend Widerstand leisteten. Während man in England besonders die in der See turmartig in mehreren Stockwerken errichteten Panzerforts oberhalb des granitenen Fundaments ganz mit Panzerplatten derart bekleidete, daß die Panzerwände aus mehreren hintereinander stehenden Platten mit Zwischenschichten aus Zementbeton gebildet wurden und mit Geschützscharten versehen waren, wurde in Deutschland und anderwärts den Panzerbatterien (s. d.) aus Hartguß der Vorzug gegeben, denen die Panzerdrehtürme (s. Panzerturm) hinzutraten. In neuerer Zeit wird im Befestigungswesen der Grundsatz durchgeführt, alle in das Vorfeld wirkenden Kampfgeschütze unter Panzer aufzustellen; nur die Geschütze für die Grabenbestreichung stehen in Kasematten. Solche Panzerforts, wie sie in neuester Zeit bei Lüttich, Namur, Kopenhagen, Bukarest u.a. gebaut wurden, enthalten 7–9 Panzertürme. Andre wollen keine Panzerforts, sondern die Festungen mit Gruppen von Panzertürmen, Panzerfronten (z. B. Serethlinie mit Focşani) bildend, umschließen. Die Panzertürme der Landbefestigung enthalten Kanonen bis zu 15 cm, Haubitzen und Mörser bis zu 21 cm Kaliber und mehr, in den Küstenbefestigungen sind dagegen P. für die größten Geschütze aufgestellt, die Dampf-, hydraulischen oder elektrischen Betrieb haben. Fast alle bedeutendern Militärmächte haben heute für ihre permanenten Befestigungen P. angenommen, was bei deren hohen Kosten freilich seine Grenzen hat. Dadurch, daß die unter P. stehenden Geschütze eine sehr große Feuergeschwindigkeit erhalten haben, und daß das Panzermaterial gegen die zurzeit zu erwartende Artilleriewirkung völlig sichert, ist der Wert der P. als Kampfmittel ein sehr hoher. Vgl. Festung, S. 477,478, und Tafel »Festungsbau II«, Abbild. 26–29.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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