Numantĭa


Numantĭa

Numantĭa, Hauptstadt des keltiberischen Stammes der Arevaker in Hispania Tarraconensis, lag am Durius nahe seiner Quelle beim heutigen Dorfe Garray und war durch ihre Lage auf einer steilen, nur auf einer Seite zugänglichen Anhöhe fast uneinnehmbar. Berühmt ward sie durch den heldenmütigen Widerstand, den sie 133 v. Chr. den Römern leistete. Nachdem der Konsul Q. Cäcilius Metellus Macedonicus 143 und 142 v. Chr. die Keltiberier unterworfen hatte, setzte die Stadt allein den Kampf gegen die Römer fort und schloß den Konsul Cn. Hostilius Mancinus 137 so vollständig ein, daß er kapitulieren mußte. Der Vertrag wurde indes vom römischen Senat verworfen und Mancinus selbst zur Sühne den Numantinern ausgeliefert, die ihn jedoch nicht annahmen. Der Krieg ruhte, bis 134 der jüngere P. Cornelius Scipio Africanus nach Spanien geschickt wurde. Dieser umgab die Stadt eng durch Wall und Graben und mit seinem 60,000 Mann starken Heere, so daß in N. bald der größte Mangel an Lebensmitteln entstand. Trotzdem verteidigten sich die Numantiner bis aufs äußerste und ergaben sich erst 133; die Stadt wurde dem Erdboden gleich gemacht. Die Eroberung erschien den Römern so ruhmvoll, daß Scipio nicht nur den Triumph, sondern auch den Beinamen Numantinus erhielt. Später erstand N. wieder aus den Trümmern, blieb aber unbedeutend. Die Ruinen finden sich bei Garray, unfern Soria. Schulten grub dort 1905 und deckte unter der römischen die keltiberischen und unter dieser eine vorgeschichtliche Ansiedelung auf. Vgl. Ad. Schulten, N. Eine topographisch-historische Untersuchung (Gött. 1905).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Numantĭa — Numantĭa, Hauptstadt der Arevaker, nach And. der Pelendonen, im Tarraconensischen Spanien,[155] am Durius, berühmteste Stadt in Celtiberien; sie hatte 24 Stadien im Umfang u. lag auf einer Anhöhe, zu welcher nur ein Weg voll Gräben u.… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Numantia — Numantĭa, Stadt des keltiber. Volks der Arevaker im alten Spanien, am Durius (Duero), nach 15monatiger Belagerung 133 v. Chr. vom jüngern Scipio erobert und zerstört (Numantinischer Krieg) …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Numantia — Numantia, celtiberische Stadt am obern Duero, in der Nähe des heutigen Soria, sehr fest gelegen, schlug 138 u. 137 v. Chr. röm. Heere zurück, unterlag dem jüngern Scipio 133 nach 14monatlicher Belagerung; die meisten Einwohner waren gefallen od.… …   Herders Conversations-Lexikon

  • NUMANTIA — urbs Hispaniae Tarraconens. circa 20. Annos bellum cum populo Romano, a quo in iuste laesi erant, Flor. l. 2. c. 17. 18. gessit, et a Romanis obsessa per Annos 14. cum haberet tantum quatuor hominum milia, non solum sustinuit, sed etiam vicit 40 …   Hofmann J. Lexicon universale

  • Numantia — [no͞o man′shē ə, nyo͞oman′shē ə; no͞o man′shə] ancient city in what is now NC Spain: besieged & captured by Scipio the Younger (133 B.C. ) …   English World dictionary

  • Numantia — Coordinates: 41°48′35″N 2°26′39″W / 41.809586°N 2.444258°W / 41.809586; 2.444258 …   Wikipedia

  • Numantia — Ruinen von Numantia Blick auf die archäologischen Ausgrabungen von Numantia …   Deutsch Wikipedia

  • Numantia — /nooh man shee euh, sheuh, nyooh /, n. an ancient city in N Spain: besieged and taken 134 133 B.C. by Scipio the Younger. * * * ▪ ancient town, Spain       a Celtiberian town (now Garray), near modern Soria in Spain on the upper Douro (Duero)… …   Universalium

  • Numantia — Numance 41°48′27″N 02°26′40″O / 41.8075, 2.44444 …   Wikipédia en Français

  • Numantia — Numạntia,   Stadt der keltiberischen Arevaker am Oberlauf des Duero, nordöstlich von Soria, Spanien; ihre Zerstörung (133 v. Chr.) durch Publius Cornelius Scipio Aemilianus (Scipio der Jüngere) beendete die Erhebung der Keltiberer gegen die… …   Universal-Lexikon