New Jersey

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New Jersey (spr. njū dschörsĭ, abgekürzt N. J.), Staat der Nordamerikanischen Union (s. Karte »Vereinigte Staaten«), zwischen 38°56´-41°21´ nördl. Br. und 73°54´-75°33´ östl. L., im W. durch den Delawarefluß von Pennsylvanien und durch die Delawarebai von Delaware, im NO. teilweise durch den Hudson von New York getrennt, im O. vom offenen Atlantischen Ozean bespült, bildet eine Art Halbinsel und hat 20,240 qkm Fläche. Seine von Lagunen und sandigen niedern Nehrungen und Nehrungsinseln begleitete Küste hat mehrere gute Ankerplätze für kleinere Schiffe (Barnegatbai, Egg Harbor etc.). Der Landstreifen unmittelbar hinter der Küste ist eine aus tertiären Sand- und Kiesablagerungen gebildete Niederung, entlang den Fluß- und Bachläufen von ausgedehnten Salzmarschen und Zedernsümpfen durchsetzt, sonst mit Kiefern bestanden und wenig anbaufähig. Dahinter zieht sich vom untern Delaware zur Raritanbai ein Landstreifen aus cretazeischen Schichten, dem auch Staten Island zugehört, der in den Nevesinkhöhen hinter der Landspitze von Sandy Hook 114 m Höhe erreicht und der besonders im SW. sehr fruchtbare Strecken umschließt. Noch weiter landein folgt ein sanftwelliges, aus triassischen Sandsteinschichten zusammengesetztes Hügelland von 100–300 m Höhe, aus dem sich mehrere Basaltrücken, wie die Watchung Mountains und die steil und malerisch zum untern Hudson abstürzenden Palisaden (150 m ü. M.) herausheben, im Norden von Geschieben der quartären Vergletscherung und alten Endmoränen bedeckt sowie teilweise mit versumpften Tälern und daselbst in viel geringerm Umfang anbaufähig als im S. Der Nordwestteil endlich ist appalachisches Gebirgsland, gebildet von einer Reihe paralleler Ketten, die teils dem System der Blue Ridge (Marble Mountain am Delaware, Schooley's Mountain, Hamburgh Mountain u.a.), teils dem des großen Appalachischen Tales (s. Appalachen) zuzählen, die im High Point 550 m erreichen und aus archaischem Gneis, kambrischem Quarzit und Schiefer und silurischem Kalkstein bestehen. In diesem Teile finden sich wichtige Magnetit- und Zinkerzlagerstätten, während die Ebene zwischen dem Delaware und der Raritanbai große Lager von ausgezeichnetem Töpferton und Lehm und die südliche Küstenniederung einen sehr reinen, zur Glasbereitung tauglichen Quarzsand bietet. Auch Kupfer-, Blei- und Silbererz kommen vor, bemerkenswerter ist aber der große Vorrat von schönem braunem Sandstein, Kalkstein und Granit. Das Gebirge ist in weiter Ausdehnung von Mischwald aus Eichen, Hickorybäumen, Buchen, Tannen etc. bewachsen, so daß die gesamte Waldfläche des Staates noch auf 43 Proz. von der Gesamtfläche veranschlagt wird. Von den Flüssen sind außer Hudson und Delaware namentlich der in die Raritanbai mündende Raritan und der Passaic und Hackensack, die in die Newarkbai fließen, teils als Schiffahrtsstraßen, teils ihrer Wasserkraft wegen bemerkenswert. Das Klima ist im Sommer heiß, im Winter wechselvoll und zeitweise empfindlich kalt, mit reichen Niederschlägen (Atlantic City hat 11,1° Jahresmittel, 22,2° im Juli und 0° im Januar bei 1071 mm Regen). Die sumpfigen Küstengegenden sind reich an Malaria und Moskitos, die höhern Landschaften aber durchaus gesund; die Seebäder werden im Sommer viel besucht. Die Bevölkerung zählte 1790: 184,139 Seelen, 1850 aber 489,555, 1890: 1,444,933 und 1900: 1,883,669, davon 941,760 männliche, 941,909 weibliche, 431,884 im Auslande (119,598 in Deutschland, 94,844 in Irland) geboren, 69,844 Neger, 1393 Chinesen und 63 Indianer. Die öffentlichen Schulen mit 8294 Lehrkräften zählten 1903: 344,457 eingetragene Kinder, die 5 höhern Lehranstalten 185 Dozenten, 2111 Studierende. darunter ein theologisches Seminar und ein Polytechnikum. Es erscheinen 390 Zeitungen. Der Boden ist im allgemeinen nur mittelmäßig, doch hat man selbst in den Sandstrichen bei Verwendung des unterliegenden Mergels gute Ernten erzielt. Unter Kultur waren 1900 in 34,650 Farmen 791,000 Hektar, wovon 236,000 mit Getreide bestellt waren und 10,978,800 Bushels Mais, 1,902,590 Bushels Weizen und 1,601,610 Bushels Hafer lieferten. Sehr namhaft ist auch die Kultur von Äpfeln (1900: 1,810,793 Bäume und 4,640,896 Bushels), Pfirsichen (2,746,607 Bäume und 620,928 Bushels), Birnen (926,117 Bäume und 790,818 Bushels) und Weintrauben (1,199,859 Stöcke und 4,235,000 Pfund), desgleichen der Anbau von Kartoffeln (4,542,816 Bushels), Bataten (2,418,641 Bushels), Tomaten (5,304,503 Bushels), Zuckermais (1,015,111 Bushels), Melonen (21,495,940 Stück, d.h. viel mehr als in irgend einem andern Unionsstaate), Wassermelonen (3,300,330 Stück), Eierpflanzen und anderm Gemüse. Der Viehstand betrug 1900: 177,215 Pferde, 257,389 Rinder, 58,031 Schafe und 201,341 Schweine. Der Bergbau ergab 1902: 441,879 Ton. Eisenerz, für 948,474 Doll. Ton und für 1,543,850 Doll. Bausteine. Töpfererde, Bausteine und Schiefer sind vorhanden. Die Fischerei beschäftigte 1901: 611 Schiffe und 6473 Boote und ergab einen Ertrag von 4,755,522 Doll., davon 2,247,685 an Austern. Die Industrie ist vielseitig und hochentwickelt; 1900 wurden in 15,481 Betrieben mit 241,582 Arbeitern Waren im Werte von 611,748,933 Doll. hergestellt. Die Seidenfabrikation ist bedeutender als in den andern Unionsstaaten (1900: 180 Fabriken mit 24,157 Arbeitern für 39,966,662 Doll. Waren); 25 Baumwollfabriken lieferten 1900 mit 5681 Arbeitern 6,930,766 Doll., 13 Wollfabriken mit 2942 Arbeitern 4,755,393 Doll., 59 Färbereien mit 7074 Arbeitern 10,488,963 Doll., 4 Petroleumraffinerien mit 2951 Arbeitern 29,649,460 Doll., 81 Tonwarenfabriken mit 8117 Arbeitern 8,940,723 Doll., 37 Gummiwarenfabriken 8,458,274 Doll., 4 Nähmaschinenfabriken 6,643,348 Doll., 353 Maschinenfabriken mit 17,918 Arbeitern 32,621,229 Doll., 25 Eisen- und Stahlwerke mit 8288 Arbeitern 24,381,699 Doll., ferner Schmelzwerke, Chemikalienfabriken, Brauereien, Gerbereien, Juwelierwerkstätten, Glaswerke. Die wichtigsten Industriezentren sind Newark, Paterson, Jersey City, Trenton, Orange. Der Handel geht fast ganz durch die Häfen von New York und Philadelphia. Kanäle verbinden Jersey City, die Haupthandelsstadt, mit dem Delaware. Eisenbahnen waren 1902: 3610 km in Betrieb, und die Handelsflotte zählte 1900: 1120 Schiffe von 111,943 Ton. Der Gouverneur wird vom Volk auf drei Jahre gewählt. Die gesetzgebende Gewalt übt ein Senat von 21 und ein Repräsentantenhaus von 60 Mitgliedern aus. In den Kongreß der Union entsendet N. 2 Senatoren und 8 Repräsentanten; bei der Präsidentenwahl hat es 10 Stimmen. Der Wert des steuerbaren Eigentums betrug 1902: 918,418,741 Doll., während es eine öffentliche Schuld nicht gibt. Der Staat zerfällt in 21 Grafschaften. Hauptstadt ist Trenton. – Die ersten Ansiedelungen erfolgten durch die Holländer in der Nähe von Bergen zwischen 1617 und 1620, worauf 1637 am Delaware auch Schweden und Finnen sich niederließen, die aber 1655 von den Holländern vertrieben wurden. Letztere mußten indessen bald selbst den Engländern weichen, die 1664 vom Lande Besitz ergriffen, das infolge einer Schenkung Karls II. von England Eigentum des Herzogs von York wurde, der es seinerseits den Lords Berkeley und Carteret abtrat. Später (1702) an die Krone des Mutterlandes zurückgegeben, bildete es seitdem unter dem Namen N. eine eigne Provinz, die von britischen Gouverneuren bis zur Revolution von 1776 regiert wurde. Am Unabhängigkeitskampf war N. stark beteiligt; hier wurde im Dezember 1776 die Schlacht bei Princeton geschlagen, im Juni 1778 die Schlacht von Monmouth, beide unter Führung Washingtons. In Morristown überwinterte die amerikanische Armee 1776–77. N. ist einer von den drei Staaten, welche die Verfassung der Vereinigten Staaten von 1787 einstimmig annahmen. Vgl. Raum, History of N. (Philad. 1880, 2 Bde.); »Geological Survey of N.« (Trenton 1899); Ries, Kümmel und Knapp, The clays and clay industry of N. (das. 1904).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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