Attitüde

Attitüde

Attitüde (franz.), Haltung, Stellung oder Lage menschlicher Figuren, in künstlerischem Sinn zur Andeutung eines bedeutungsvollen Seelenzustandes oder Lebensmoments gewählt, daher für die bildende Kunst (Bildhauerei wie Malerei) von Wichtigkeit. Die günstige Wirkung einer glücklich getroffenen A. veranlaßte neuere dramatische Künstler zu dem Versuch, die A. in Darstellung sogen. leben der Bilder (s. d.) zu noch selbständigerm Kunstakt zu erheben. Die bekannte Abenteurerin Lady Hamilton (s. d. 8) wendete zuerst gegen Ende des 18. Jahrhunderts das ihr eigentümliche Talent, lebende Personen zu kopieren, bei ihrem Aufenthalt in Italien auf die Nachbildung der Antiken an und veranstaltete bald nachher auch in Deutschland, Frankreich und England öffentliche pantomimische Darstellungen antiker Statuen. Diese Darstellungen wurden in Deutschland von Friedrich Rehberg gezeichnet, von Draggendorf lithographiert und von Rudolf Marggraff in München mit Text veriehen. Vielfach erhöht und erweitert ward diese Erfindung durch die deutsche Schauspielerin Hendel-Schütz (s. d.), die durch Rehbergs Zeichnungen in Frankfurt angeregt wurde, ihr Nachahmungstalent auf diese belebte Plastik zu richten. Ein gewandter, schön gebauter Körper, eine seine Beobachtungs- und eine echt künstlerische Erfindungsgabe vereinigten sich in dieser Darstellerin, um das Höchste in diesem Kunstzweig zu leisten. Die Hendel-Schütz suchte auch in ganzen Reihen von Attitüden wechselnde Handlung und verschiedene Momente der Leidenschaft zur Anschauung zu bringen. Auch ihre Attitüden sind von Peroux und Ritter (Frankf. a. M. 1809) gezeichnet und gestochen. Weniger Glück hat Elise Bürgerin Darstellungen dieser Art gehabt; Vortreffliches leistete dagegen Sophie Schröder. Unter den männlichen Künstlern erlangte der in Amerika verstorbene Seckendorf, genannt Patrick Peale, der zugleich Vorlesungen über seine Darstellungen hielt, großen Ruf. Dann sind Professor Keller und Rappo in Berlin auf den Gedanken gekommen, mit einer eignen Gesellschaft öffentliche Vorstellungen in der Nachahmung plastischer Kunstwerke m geben, und haben damit einen großen, wenn auch keineswegs rein künstlerischen Erfolg erzielt; denn es wurde hierbei das sinnliche Clement über Gebühr kultiviert. Sie haben bis auf die Gegenwart zahlreiche Nachahmer gefunden, die aus dem ganzen Genre eine niedrige Spekulation auf den sinnlichen Reiz gemacht haben. – Im Ballett heißen Attitüden alle Stellungen auf Einem Fuß ohne Rücksicht auf ihre Bedeutung.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • ATTITUDE — Le mot attitude vient du latin aptitudo. Son sens primitif appartient au domaine de la plastique: «Manière de tenir le corps. [Avoir] de belles attitudes», dit Littré. Du physique le terme se transpose au moral: «L’attitude du respect»; puis il… …   Encyclopédie Universelle

  • Attitude — may refer to: NOTOC Psychology* Attitude (psychology), a person s perspective toward a specified target * Propositional attitude, a relational mental state connecting a person to a propositionMusic* Attitude (rapper) * Attitudes (band), a 1970s… …   Wikipedia

  • Attitude — At ti*tude, n. [It. attitudine, LL. aptitudo, fr. L. aptus suited, fitted: cf. F. attitude. Cf. {Aptitude}.] 1. (Paint. & Sculp.) The posture, action, or disposition of a figure or a statue. [1913 Webster] 2. The posture or position of a person… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • attitude — ATTITUDE. s. f. Situation, position du corps. Belle attitude. Toutes les attitudes de ce tableau sont admirables. Mettre un modèle dans une certaine attitude. Le peindre dans une certaine attitude. Son attitude étoit à peindre. [b]f♛/b] On donne… …   Dictionnaire de l'Académie Française 1798

  • attitude — One might say that this is now a word with attitude, in its 20c meaning ‘aggressive or uncooperative behaviour’, which represents a special application of one kind of characteristic attitude (in the established meaning ‘a person s settled opinion …   Modern English usage

  • Attitüde — (sprich ˌatiˈtyːdə; von französisch attitude, gesprochen atityd, Haltung, Verhalten, Gebaren, Einstellung) nennt man in der Kunst die Haltung, Stellung oder Lage menschlicher Figuren, eine Positur oder eine Gebärde. Im Sinne der bildenden Kunst… …   Deutsch Wikipedia

  • attitude — [at′ə to͞od΄, at′ətyo͞od΄] n. [Fr < It attitudine, attitude, aptness < LL aptitudo (gen. aptitudinis) < L aptus, APT1] 1. the position or posture assumed by the body in connection with an action, feeling, mood, etc. [to kneel in an… …   English World dictionary

  • attitude — UK US /ˈætɪtjuːd/ noun [C or U] ► a feeling or opinion about something, especially when this shows in your behaviour: attitude towards sb/sth »We need team players with a positive attitude towards work. »What is your employer s attitude to equal… …   Financial and business terms

  • Attitüde — Sf Haltung , besonders affektierte Haltung, Einstellung erw. fremd. Erkennbar fremd (18. Jh.) Entlehnung. Entlehnt aus frz. attitude f., das seinerseits aus it. attitudine entlehnt ist. Dessen weitere Herkunft ist mehrdeutig (zu l. aptus passend… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Attitude — ist der Name: eines Album der norwegischen Band Susperia, siehe Attitude (Album) einer britischen Zeitschrift, siehe Attitude (Zeitschrift) Diese Seite ist eine Begriffsklärung zur Unterscheidung meh …   Deutsch Wikipedia

  • Attitüde — Attitüde, Stellung des Leibes, Lage, Haltung, vorzüglich in der Ruhe. Die Attitüde fordert beim bildenden Künstler, beim Tänzer, beim Pantomimen und Schauspieler große Vorstudien, denn sie sei der jedesmalige genaue Abdruck des Seelenzustandes… …   Damen Conversations Lexikon

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