Lund [2]


Lund [2]

Lund, Stadt im schwed. Län Malmöhus, an der jetzt unbedeutenden, ehemals aber schiffbaren Höjeå, 38 m ü. M., Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Falköping-Malmö und der Bahnen L. – Trelleborg und L.-Kjeflinge. In der Mitte der Stadt der »Lundagård«, ein durch Tegnérs Lieder berühmt gewordener Spazierplatz, umgeben von der Domkirche romanischen Stils (geweiht 1145), dem alten Universitätsgebäude (jetzt die Bibliothek mit 120,000 Bänden und 2000 Handschriften enthaltend), dem neuen Universitätsgebäude (1878–82 erbaut, mit dem historischen Museum und dem Münzkabinett) und dem alten Botanischen Garten. Am benachbarten Tegnérplatz, den seit 1858 die Bronzestatue des Dichters, der hier Professor war, schmückt, das Zoologische Museum und das Versammlungshaus aller hier studierenden »Nationen« (d.h. Landsmannschaften), ein schönes, im gotischen Stil ausgeführtes, 1851 eingeweihtes Gebäude. Im Norden der Stadt liegt Helgonabacken, eine Anhöhe mit Parkanlagen und schöner Aussicht, westlich die gotische Allerheiligenkirche (1887–91 erbaut). L. zählt (1903) 17,684 Einw., die einige Industrie (in Möbeln, Eisenguß, Schriftguß, Handschuhen) und Handel betreiben. Außer der Universität (700 Studierende) besitzt es ein Gymnasium, Lehrerseminar, Irrenhaus, Taubstummenanstalt, ein kulturhistorisches Museum (1882 gegründet), 2 Banken, 3 Sparkassen und einen Hypothekenverein. – Im 10. Jahrh. zuerst erwähnt, seit 1048 Sitz eines Bischofs, seit 1104 eines Erzbischofs, der die Suprematie über alle Bistümer des Nordens beanspruchte, war L. lange die geistliche, in gewisser Hinsicht auch die weltliche Hauptstadt des dänischen Reiches (metropolis Daniae) und seine Erzbischöfe wetteiferten an Macht mit den Dänenkönigen. Im spätern Mittelalter besaß es, außer dem berühmten Dom, 22 Kirchen und 7 Klöster. 1452 bei dem Einfall des Schwedenkönigs Karl VIII. (s. Karl 62) in Schonen hart mitgenommen, geriet es durch die Reformation vollends in Verfall, kam 1658 an Schweden und ist seit 1668 Sitz einer Universität (vgl. Pufendorf). Bei L. siegten 14. Dez. 1676 die Schweden über die Dänen. Vgl. M. Weibull und El. Tegnér, Lunds universitets historia (Lund 1868, 2 Bde.); »Libri memoriales capituli Lundensis« (hrsg. von Weeke, Kopenh. 1884–89); »Diplomatarium dioecesis Lundensis« (hrsg. von L. Weibull, Lund 1900 ff.).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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