Lotz

Lotz

Lotz, 1) Karl, ungar. Maler, geb. 16. Dez. 1833 in Hessen-Homburg, gest. 13. Okt. 1904 in Budapest, kam als Kind mit seinen Eltern nach Ungarn und erlangte seine Ausbildung durch Rahl in Wien, der L.' Mitwirkung bei der Ausschmückung der griechischen Kirche, bei den Arsenalfresken und den Bildern am Heinrichshof sowie bei Ausführung seiner sonstigen Kartons in Anspruch nahm. Nachdem er zu Anfang der 1860er Jahre nach Pest übergesiedelt, malte er dort anfangs mehrere Genrebilder aus dem Leben auf der Pußta, wandte sich aber bald wieder der dekorativen und monumentalen Malerei zu. Er dekorierte mehrere Privatpaläste (der Grafen Karolyi, Wenckheim u.a.) und führte dann mit M. Than eine Reihe von Fresken nach Motiven aus ungarischen Volksmärchen im Treppenhaus des Redoutensaales aus. Allein malte er den Freskenfries aus der Kulturgeschichte Ungarns (Attilas Auszug bis zur Bekehrung der Magyaren zum Christentum) im Treppenhaus des Nationalmuseums und die Hauptmomente aus der magyarischen Geschichte in der Akademie der Wissenschaften. Ferner hat er den Habsburgsaal der Hofburg, den Justizpalast, das Parlamentsgebäude, die Franzstädter und die Matthiaskirche, sämtlich in Budapest, und den Dom in Fünfkirchen mit Wandgemälden geschmückt.

2) Walter, Volkswirt, geb. 21. März 1863 in Gera, studierte in Leipzig und Straßburg, war einige Zeit im Bankfach tätig, habilitierte sich 1890 in Leipzig, folgte 1891 einem Ruf als Honorarprofessor nach München und wurde hier 1892 außerordentlicher, 1897 ordentlicher Professor. Er schrieb unter anderm: »Geschichte und Kritik des deutschen Bankgesetzes vom 14. März 1875« (Leipz. 1888); »Die Technik des deutschen Emissionsgeschäfts« (das. 1890); »Die Ideen der deutschen Handelspolitik von 1860 bis 1891« (das. 1892); »Die Börsenreform« (Dresd. 1897); »Der Streit um die Verstaatlichung der Reichsbank« (Münch. 1897); »Die Reform der direkten Steuern in Bayern« (das. 1898); »Kritik der neuesten Argumente für Abgaben auf den natürlichen Wasserstraßen« (Berl. 1898); »Verkehrsentwickelung in Deutschland 1800–1900« (Leipz. 1900); »Der Schutz der deutschen Landwirtschaft etc.« (Berl. 1900). Mit L. Brentano gibt er die »Münchener volkswirtschaftlichen Studien« (Stuttg.) heraus.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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