Kossel

Kossel

Kossel, 1) Albrecht, Physiolog, geb. 16. Sept. 1853 in Rostock, studierte seit 1872 in Straßburg und Rostock, wurde Assistent von Hoppe-Seyler, habilitierte sich als Privatdozent 1881 in Straßburg, 1883 m Berlin, wurde daselbst 1886 außerordentlicher Professor und Vorsteher der physikalisch-chemischen Abteilung des Physiologischen Instituts und folgte 1895 einem Ruf als ordentlicher Professor der Physiologie nach Marburg, 1901 in gleicher Stellung nach Heidelberg. K. arbeitete über die Veränderungen der Eiweißkörper beim Übergang in Pepton und namentlich über die Chemie des Zellkerns, beginnend mit Untersuchungen über das Nuklein der Hefe, über die Herkunft des Hypoxanthins und seine Verbreitung im Tier- und Pflanzenreich, über den Stickstoff, der in Form von Hypoxanthin und Xanthin im Tierkörper enthalten ist, über den Harn nach Phenetolfütterung, über peptonartige Bestandteile der Zelle, über Guanin, Adenin, Theophyllin, Nukleinsäure etc. Dazu kommen wichtige Arbeiten zur Physiologie der Kohlehydrate, über Einwirkung der Nukleinsäure auf Bakterien, über Trypsinverdauung und über die einfachsten Eiweißkörper. Er schrieb: »Untersuchungen über die Nukleine und ihre Spaltungsprodukte« (Straßb. 1881); »Die Gewebe des menschlichen Körpers und ihre mikroskopische Untersuchung« (mit Behrens und Schiefferdecker, Braunschw. 1889–91, 2 Bde.); »Leitfaden für medizinisch-chemische Kurse« (5. Aufl., Berl. 1904); »Zur Erinnerung an Felix Hoppe-Seyler« (mit Baumann, Straßb. 1895); »Zur Erinnerung an Eugen Baumann« (das. 1897). Auch ist er Herausgeber von »Hoppe-Seylers Zeitschrift für physiologische Chemie«.

2) Hermann, Mediziner, Bruder des vorigen, geb. 2. Nov. 1864 in Rostock, studierte seit 1882 in Rostock, Tübingen, Berlin, wurde 1889 Assistent am Elisabeth-Kinderhospital, 1890 am städtischen Krankenhaus in Moabit und 1891 am Institut für Infektionskrankheiten in Berlin. 1894 wurde er Mitglied des kaiserlichen Gesundheitsamtes, zum Studium der Malaria ging er 1898 als Begleiter Kochs nach Italien, 1899 zum Studium der Kinderhämoglobinurie nach Finnland, 1899 zum Studium der Pest nach Oporto. 1904 wurde er Professor der Hygiene in Gießen. Er lieferte Arbeiten über die Anwendung und die Erfolge des Diphtherieheilserums beim Menschen, über Cholera, Pest, Tuberkulose, Säuglingskrankheiten u. a., über Malaria und Kinderhämoglobinurie, über die Einwirkung von chemischen Bestandteilen der Zelle auf Bakterien. Auch leitete er die im Reichsgesundheitsamt ausgeführten Arbeiten über Tuberkulose. Er schrieb: »Die Behandlung der Diphtherie mit Behrings Heilserum« (3. Aufl., Berl. 1895, mehrfach übersetzt).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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