Idaho


Idaho

Idaho (spr. aibahō, abgekürzt Id.), einer der Staaten der nordamerikan. Union (s. Karte »Vereinigte Staaten«), der nördlichen Felsengebirgsgruppe zugehörig, liegt zwischen 42–49° nördl. Br. und 111–117°10´ westl. L. und wird im O. durch die Kammlinie der Bitterroot Mountains von Montana, im SW. durch die Snake River-Schluchten von Oregon getrennt, während seine Grenzen gegen Wyoming und Utah (im SO.), Nevada (im SW.), Washington (im NW.) und Britisch-Columbia (im N.) fast durchgängig geradlinig und willkürlich verlaufen. An seiner schmalen Nordseite ist es nur 75 km, an seiner Südseite aber 490 km breit, und seine Fläche mißt 219,620 qkm. Eigentliches Hochgebirge, das im Hyndman Peak 3960 m erreicht, enthält es in beschränkter Ausdehnung nur in den Bitterroot Mountains, den Salmon River Mountains, den Sawtooth Mountains und den Coeur d'Alène Mountains, ebenso nehmen aber Talstrecken unter 1200 m nur einen kleinen Raum ein, und der weitaus größte Teil des Landes ist 1200–1800 m hohes Hügel- und Tafelland, vor allem sterile Basaltlavafläche, die nur an günstigern Stellen neben Artemisia-Gestrüpp (Sagebrush) reichern Gräserwuchs trägt und anbaufähig ist. Der bedeutendste Fluß ist der Snake River (s. d.), der jenseit der Ostgrenze im Yellowstone Park entspringt und den südlichen Teil des Staates in tiefen Cañonschluchten durchströmt, mit zahlreichen Fällen, darunter die mit dem Niagara rivalisierenden, 78 m hohen Shoshone-Fälle, wobei er die unschiffbaren Flüsse Salmon, Clearwater, Spokane aufnimmt. Der nördliche Teil enthält mehrere große Seen, darunter als den bedeutendsten den vom Clarkes Fork durchflossenen Pend d'Oreille und den Coeur d'Alène-See. Das Klima zeigt nach den örtlichen Verhältnissen große Verschiedenheit: während im Winter, namentlich im gebirgigen Norden, große Kälte herrscht, sind Sommer und Herbst sehr warm. Boise City hat eine mittlere Jahrestemperatur von 10,4°, eine mittlere Julitemperatur von 22,8° und eine mittlere Januartemperatur von -2,6°. Der Regenfall ist gering (in Boise 354 mm), daher künstliche Bewässerung vielfach nötig. Die Bevölkerung betrug 1870 erst 20,583,1890 aber 84,386 und 1900: 161,772 (93,367 männlich und 68,405 weiblich; 154,495 Weiße, 4226 Indianer, 1467 Chinesen, 1291 Japaner, 293 Neger; 24,604 im Ausland Geborne). Die Indianer, dem Shoshonen-, Shahaptian- (Nez Percés) und Selish-Stamme zugehörig, leben in fünf Reservationen. Schulkinder zählte man 1902: 46,117, tatsächliche Schulbesucher aber nur 30,022, Lehrer (meist weiblich) 1238. Die Staatsuniversität zu Moscow zählte 1903: 28 Dozenten, 350 Studierende und 4200 Bibliothekbände. Es erscheinen 85 Zeitungen. Die Waldfläche wird auf 20 Proz. des Areals geschätzt, die Forstausbeute ergab aber 1900 nur 0,9 Mill. Dollar. Die dem Acker- und Gartenbau eingeräumte Fläche betrug 1900: 381,000 Hektar, also 1,8 Proz. des Gesamtgebietes, wovon 203,000 Hektar durch Bewässerungskanäle, die aus den Strömen abgeleitet sind, künstlich befruchtet werden mußten. Am ansehnlichsten ist der Weizenbau, vor allem am obern Snake- und am Payette- und Boise River (1900 mit 106,500 Hektar Anbaufläche und 5,340,180 Bushels Ertrag), demnächst der Anbau von Hafer (1900: 25,900 Hektar und 1,956,498 Bushels) und Gerste (13,100 Hektar und 969,214 Bushels). Auch die Obstkultur (1900: 14,100 Hektar und 452,000 Bushels) ist namhaft, desgleichen der Heu- und Luzernebau (1900: 105,000, bez. 64,000 Hektar). Unter den Viehzuchtzweigen steht die Schafzucht am meisten im Schwange (1900: 3,1 Mill. Stück), demnächst die Rinderzucht (369,217 Stück) und Pferdezucht (182,328 Stück). Wolle gewann man 1902: 24,3 Mill. Pfd. im Werte von 2,9 Mill. Doll. Von hervorragender Wichtigkeit ist der Bergbau, besonders im Coeur d'Alène-Gebiete. Die Goldförderung bewertete sich 1902 auf 2,5 Mill. Doll., insgesamt aber seit der Entdeckung der Seifen von Orofino (1863) und Boise (1864) auf 42,6 Mill., die Silberförderung 1900 auf 8,5 Mill., 1902 aber infolge der sinkenden Silberpreise nur auf 2,1 Mill., die Bleiförderung 1902 auf 4,2 Mill. Ferner ist Schwefel vorhanden, ebenso Salzquellen, schöner Marmor etc. Die Gewerbtätigkeit erzeugte 1900 in nur 591 Betrieben mit 1477 Arbeitern Waren im Werte von 4,020,532 Doll. Die Northern Pacific- und Great Northernbahn durchschneiden den äußersten Norden, die Union Pacificbahn den Süden, zwei Verbindungsbahnen zwischen beiden und der Zentral-Pacificbahn den Osten und Westen, 1901 in einer Gesamtlänge von 2046 km. Der Staat wird in 21 Grafschaften eingeteilt, erwählt 21 Senatoren und 46 Abgeordnete, entsendet ein Mitglied in das vereinsstaatliche Repräsentantenhaus und zwei in den Senat. Der Gouverneur wird auf zwei Jahre gewählt. Der gesamte Steuerwert von I. wurde 1902 auf 51,440,758 Doll. veranschlagt, die Staatsschuld auf 546,500 Doll. Regierungssitz und wirtschaftliche Hauptstadt ist Boise City (s. d.). I. wurde 1863 aus Teilen von Montana und Wyoming als Territorium gebildet und 3. Juli 1890 zum Staat erklärt. Vgl. H. Bancroft, History of the Pacific States of North America, Bd. 26 (St. Francisco 1890).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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