Hyläa


Hyläa

Hyläa (»Waldland«, v. griech. hyle, »Wald«), in der Pflanzengeographie das große Gebiet von den Anden bis zum Atlantischen Ozean und von den Orinokoquellen bis zum Rande des brasilischen Tafellandes, die größte und schönste zusammenhängende, nur durch Stromläufe unterbrochene Waldmasse unter den Tropen, in der sich die großartigen Formen der Gewächse in einer Weise häufen, wie nirgend sonst. Die Hauptmasse derselben besteht aus außerordentlich mannigfachen dikotylen Laubbäumen, denen, je weiter wir nach dem Äquator fortschreiten, desto mehr Palmen beigemischt sind. Die Bäume treiben ihre Stämme bis zu 30 m empor, ehe sie ein Laubdach bilden, unter dem schattenbedürftige Pflanzen von 10–15 m Höhe gedeihen, die wieder 2–3 m hohe kleine Palmen und Farne beschirmen. Charakterpflanzen der H. sind nach Martius Theobroma Cacao, Kautschukbäume, Bertholletia excelsa, welche die Paranüsse liefert, Palmen, voran die Mauritia u. a., im Osten die afrikanische Raphia vinifera u. a.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.