Hankel


Hankel

Hankel, 1) Wilhelm Gottlieb, Physiker, geb. 17. Mai 1814 in Ermsleben, gest. 17. Febr. 1899 in Leipzig, studierte in Halle, ward 1835 Assistent am physikalischen Kabinett der Universität und 1836 Lehrer der Naturwissenschaft an der Realschule der Franckeschen Stiftungen. 1840 habilitierte er sich in Halle als Privatdozent für Physik und Chemie und war 1849–87 Professor der Physik in Leipzig. Er erforschte die thermoelektrischen Eigenschaften der Kristalle und die thermoelektrischen Ströme zwischen Metallen und Mineralien, die Photoelektrizität des Flußspats und die Aktinoelektrizität des Quarzes, das elektrische Verhalten der Flamme, die bei Gasentwickelungen auftretende Elektrizität, die elektrischen Ströme, die bei Einwirkung des Lichtes auf in Wasser und Salzlösungen eintauchende Metalle entstehen, die magnetischen Wirkungen des Entladungsstroms und die Spannungen der Metalle unter sich und gegen Wasser. Er beschrieb neue Methoden und Instrumente zur Messung der atmosphärischen Elektrizität und gab auch eine neue Theorie der Elektrizität. Er schrieb: »Elektrische Untersuchungen« (Leipz. 1856–99, 21 Abhandlungen) und besorgte die deutsche Ausgabe von Aragos Werken (das. 1854–60, 16 Bde.).

2) Hermann, Mathematiker, Sohn des vorigen, geb. 14. Febr. 1839 in Halle, gest. 29. Aug. 1873 zu Schramberg im Schwarzwald, studierte in Leipzig und Göttingen und habilitierte sich 1863 in Leipzig. 1867 zum außerordentlichen Professor ernannt, ging er noch in demselben Jahr als ordentlicher Professor nach Erlangen und 1869 nach Tübingen. Er schrieb: »Zur allgemeinen Theorie der Bewegung der Flüssigkeiten« (Preisschrift, Götting. 1861); »Vorlesungen über die komplexen Zahlen und ihre Funktionen« (Leipz. 1867, nur Bd. 1: Theorie der komplexen Zahlensysteme); »Die Entwickelung der Mathematik in den letzten Jahrhunderten« (Tübing. 1869, 2. Aufl. 1884); »Zur Geschichte der Mathematik im Altertum und Mittelalter« (Leipz. 1874); »Die Elemente der projektivischen Geometrie in synthetischer Behandlung« (das. 1875), letztere beide aus seinem Nachlaß. Vgl. seine Biographie von W. v. Zahn in den »Mathematischen Annalen«, Bd. 7 (Leipz. 1874).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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