Geijer


Geijer

Geijer (spr. jejjer), Erik Gustaf, schwed. Geschichtschreiber, geb. 12. Jan. 1783 zu Ransäter (Wermland), gest. 23. April 1847 in Stockholm, erhielt schon als Student 1803 für die Schrift »Areminne öfver Sten Sture den äldre« den großen Preis der schwedischen Akademie, die ihn 1824 auch zu ihrem Mitglied ernannte. In Upsala, wo er seit 1810 als Dozent, 1817–46 als ordentlicher Professor erfolgreich wirkte, wurde ihm 1888 ein Standbild errichtet. Von seinen noch heute wertvollen historischen Schriften seien genannt: »Svea rikes häfder« (Ups. 1825, Bd. 1; deutsch, Sulzb. 1826); die in der »Europäischen Staatengeschichte« veröffentlichte berühmte »Geschichte Schwedens 1520–1654« (Hamb. 1832–36, 3 Bde.); »Teckning af Sveriges tillstånd 1718–1772« (Stockh. 1838, 2. Aufl. 1839); »Des Königs Gustav III. nachgelassene Papiere« (Hamb. 1843–46, 4 Bde.); »Karl XIV. Johann, König von Schweden« (Stockh. 1844). Ferner gab er mit Fant und Schröder die »Scriptores rerum suecicarum medii aevi« (Ups. 1818–28, 2 Bde.) heraus. Lange ein entschiedener Anhänger der konservativen historischen Schule, vollzog er als Redakteur der Monatsschrift »Litteraturbladet« (Stockh. 1838–39) seinen Übergang zu einer liberalen Geschichtsauffassung, deren Betonung in der Schrift »Om vår tids inre samhällsförhållanden« (1845; kritische Ausgabe von S. Boethius, Stockh. 1903) ihn in eine Polemik mit A. Fryxell (s.d.) verwickelte. Seinen Ruf als Dichter begründete er durch zahlreiche schwungvolle, zumeist patriotische Dichtungen, die zuerst in der Zeitschrift »Iduna«, dann gesammelt als »Skaldestycken« (Ups. 1835, letzte Aufl. 1878) erschienen. Von seiner musikalischen Begabung zeugen mehrere, noch heute viel gesungene Volkslieder und die Einleitung zu den von A. A. Afzelius (s. d. 2) herausgegebenen »Svenska folkvisor« (Stockh. 1814 bis 1816, 3 Bde.). Wegen seiner Einleitung zu den »Samlade skrifter« (Ups. 1819–35, 4 Bde.) des Philosophen Thorild (s.d.) ward er 1821 angeklagt, aber freigesprochen. Seine philosophischen, theologischen, politischen, pädagogischen etc. Aufsätze sind in den »Valda smärre skrifter« (Stockh. 1841–42, 2 Bde.) gesammelt. In Schlangenbad schrieb er die Broschüre »Auch ein Wort über die religiöse Frage der Zeit« (Hamb. 1846). Sehr lesenswert ist seine Selbstbiographie »Minnen« (2. Aufl., Ups. 1834). Seine »Samlade skrifter« erschienen in 13 Bänden (Stockh. 1849 bis 1855; neue Aufl., das. 1873–77, 10 Bde.). Sein Leben beschrieben S. A. Hollander (Örebro 1869), I. Hellstenius (Stockh. 1876) und I. Nielsen (Odense 1902). Vgl. »Ur Geijers brefväxling« (hrsg. von Schück, Stockh. 1903).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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