Amalĭa


Amalĭa

Amalĭa, 1) Elisabeth A., Landgräfin von Hessen-Kassel, geb. 29. Jan. 1602, gest. 3. Ang. 1651, Tochter des Grafen Philipp Ludwig 11. von Hanau-Münzenberg und durch ihre Mutter Enkelin des Oraniers Wilhelm I., Gemahlin des Landgrafen Wilhelm V., führte nach dessen Tod (1637) bis 1650 die Regentschaft, während des französisch-schwedischen Schlußteils des Dreißigjährigen Krieges ein Heer von 20,000 Mann unterhaltend, für ihren Sohn, Wil helm VI., so geschickt, daß sie im Westfälischen Frieden. von Frankreich und Schweden unterstützt, die Grafschaft Hersfeld, einen Teil von Schaumburg und eine ansehnliche Kriegsentschädigung erhielt. Vgl. Justi, A. Elisabeth, Landgräfin von Hessen (Gieß. 1872).

2) Anna A., Herzogin von Sachsen-Weimar, Tochter des Herzogs Karl von Braunschweig-Wolfenbüttel und einer Schwester Friedrichs d. Gr., geb. 24. Okt. 1739, gest. 10. April 1807, vermählte sich 16. März 1756 mit dem Herzog Ernst August Konstantin von Weimar. Nach seinem frühzeitigen Tod (28. Mai 1758) führte sie bis 1775 als Vormünderin die Regentschaft für ihren Sohn, den nachmaligen Großherzog Karl August (s. d. u. Goethe). Ihr Schloß in Weimar sowie ihre Lustschlösser in Tiefurt und Ettersberg waren die Versammlungsorte der ausgezeichnetsten Männer, die Weimar besuchten oder dort wohnten. Sie besaß musikalisches Talent und komponierte für die Kapelle und das Theater, unter anderm Goethes Singspiel »Erwin und Elmire«. Durch die Vorbereitung der Glanzzeit Weimars und ihre verständnisvolle Anteilnahme in der Geschichte des deutschen Geistes hat sie sich einen Namen gemacht. Vgl. Goethes »Nachruf«; v. Beaulieu-Marconnay, Anna A., Karl August und der Minister v. Fritzsch (Weim. 1874); »Briefe von Goethes Mutter an die Herzogin Anna A.« (hrsg. von Burkhardt, Schriften der Goethegesellschaft, Bd. 1, das. 1885) und von Heinemann (Leipz. 1889); Bornhak, Anna A. von Sachsen-Weimar-Eisenach (Berl. 1892).

3) Marie A. Friederike Auguste, Herzogin von Sachsen, Tochter des Prinzen Maximilian und Schwester der Könige Friedrich August und Johann von Sachsen, geb. 10. Aug. 1794, gest. 18. Sept. 1870 in Dresden, veröffentlichte seit 1829, teils anonym, teils unter dem Pseudonym Amalie Heiter, eine große Zahl von sorgfältig komponierten, harmonisch einfachen Lustspielen und Familiendramen, unter denen einige, wie: »Der Oheim«, »Die Fürstenbraut«, »Das Fräulein vom Lande«, »Der Landwirt«, »Der Majoratserbe«, mit Beifall ausgeführt worden sind. Sie erschienen unter dem Titel: »Originalbeiträge zur deutschen Schaubühne« (Leipz. 1836 bis 1844, 7 Bde.; neue vollständige, auf Veranlassung des Königs Johann durch R. Waldmüller-Duboc besorgte Ausgabe, das. 1873, 6 Bde.). Ihre musikalischen Kompositionen sind nicht im Druck erschienen. Von ihren Operetten wurde »Die Siegesfahne« im Dresdener Hoftheater gegeben, die andern gelangten nur im Privatzirkel der königlichen Familie zur Ausführung. Vgl. Fürstenau, Die musikalischen Beschäftigungen der Prinzessin A. (Dresd. 1874); Waldmüller, Aus den Memoiren einer Fürstentochter (das. 1882).

4) Marie A., Gemahlin Ludwig Philipps, Königs der Franzosen, Tochter des Königs Ferdinand I. (IV.) beider Sizilien, geb. 26. April 1782, gest. 24. März 1866 in Claremont bei London. Sie vermählte sich 25. Nov. 1809 mit Ludwig Philipp, Herzog von Orléans, obwohl er damals in aussichtsloser Verbannung lebte. Trotz ihrer Neigung zur Legitimität und zum Klerikalismus war sie ihrem Gatten schwärmerisch ergeben. Als Königin hat sie keine Wirksamkeit geübt. Nach dem Sturze der Orléans im Februar 1848 floh sie mit ihrem Gemahl nach England; 1850 ward sie Witwe.

5) Königin von Griechenland, geb. 21. Dez. 1818, gest. 20. Mai 1875, Tochter des Großherzogs August von Oldenburg, ward 22. Nov. 1836 mit dem König Otto von Griechenland vermählt, gebar aber keinen Thronerben und lebte nach Ottos Vertreibung (23. Okt. 1862), seit 26. Juli 1867 Witwe, in Bamberg.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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