Erfurt


Erfurt

Erfurt (hierzu der Stadtplan), Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks, Stadt- und Landkreises in der preuß. Provinz Sachsen, der Mittelpunkt und die alte Metropole Thüringens, bis 1873 Festung, 213 m ü. M., liegt an der Gera in fruchtbarer, freundlicher Gegend. Die unregelmäßige innere Stadt gewährt mit den vielen Türmen, dem Dom und Severistift auf der Höhe und den beiden ebenfalls hoch gelegenen Zitadellen einen imposanten Anblick. Die ehemaligen sieben Tore mit ihren Befestigungen und die Stadtumwallung sind verschwunden und vor denselben, besonders im W., SW. und S., neue Stadtteile entstanden. Die Hauptstraße ist der Anger; an seinem obern Ende ein schöner Monumentalbrunnen, am untern, bei der Kaufmannskirche, das Erzstandbild Luthers. Unter den öffentlichen Plätzen sind zu erwähnen: der Friedrich-Wilhelmsplatz, sonst »Vor den Graden« (ante gradus) genannt, am Petersberg und Dom liegend, mit einem großen Obelisken vom Jahre 1777 zum Andenken an den letzten Kurfürsten von Mainz, Friedrich Karl Joseph von Erthal; der Fischmarkt mit einer sog. Rolandssäule, der Wenigenmarkt (d. h. Kleine Markt), der Hirschgarten mit dem Kriegerdenkmal, der Kaiserplatz mit dem Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. (modelliert von Brunow) und der Hermannsplatz. Die beiden Zitadellen, Petersberg und Cyriaksburg, ehemals Klöster, welche die Stadt bedeutend überragen, sind jetzt jedermann zugänglich u. gewähren eine herrliche Aussicht.

Wappen von Erfurt.
Wappen von Erfurt.

Die erste Zierde der Stadt ist der katholische Dom Beatae Mariae virginis, der sich auf dem Domberg, unweit des Petersbergs, mit der dicht daneben ebenso hoch stehenden St. Severikirche erhebt; zu beiden Kirchen steigt man auf 48 breiten, steinernen Stufen, von denen der frühere Name des Platzes »Vor den Graden« (Stufen) herrührt. Nicht nach einem Plan gebaut, sondern aus einzelnen, in verschiedenem Stil gearbeiteten Teilen zusammengesetzt, bietet der Dom die größten Unregelmäßigkeiten. Das Langhaus, zwar 1153 gegründet, aber schon im 13. Jahrh. gotisch umgebaut, erhielt im Anfang des 13. Jahrh. einen schönen Kreuzgang, dazu kam von 1349–72 das herrliche lange Chor. Seltsam ist die Stellung der Türme zwischen Chor und Langhaus und der mit dem Chor gleichzeitige, hübsche, dreieckige Portalbau an der Nordseite des Langhauses. Unter dem auf mächtigen Substruktionen, der sogen. Kavate, ruhenden Chor liegt eine aus der Mitte des 14. Jahrh. stammende Krypte. An Kunstwerken besitzt das Innere des Domes ein Steindenkmal des Grafen Ernst III. von Gleichen und seiner zwei angeblich gleichzeitigen Gemahlinnen, aus dem 13. Jahrh., eine eherne Grabplatte mit der Krönung Mariä von Peter Vischer (1521), eine Holzschnitzerei (Grablegung Christi), angeblich von Michael Wolgemut, eine riesengroße Freskomalerei, den das Christuskind tragenden Christophorus darstellend, von 1499 etc., und im nördlichen Turm die große, 1497 gegossene, 275 Ztr. schwere Glocke Maria gloriosa. In einer Nische des Giebels über dem Westportal steht eine 9 m hohe, in Mosaik (von Salviati in Venedig) ausgeführte Madonnenstatue.

Neben dem Dom liegt die gotische fünfschiffige Hallenkirche St. Severi mit einem kolossalen Taufstein aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrh. Die evangelische Predigerkirche, aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrh., ist im reinsten gotischen Stil erbaut. Erwähnung verdienen der Schnitzaltar im Chor, der große Kronleuchter mit den zwölf Aposteln und vorzüglich das Denkmal des Ritters Theoderich von Lichtenhain (von 1266). Andre nennenswerte Kirchen sind: die evangelische Augustinerkirche bei dem ehemaligen Augustinerkloster, in dem Martin Luther, dessen Zelle bei dem 1872 stattgehabten Brand zerstört ward, Mönch war, und wo sich seit 1819 das Martinsstift für arme, verwahrloste Kinder mit evangelischem Waisenhaus befindet; die gotische evangelische Barfüßerkirche mit einem prachtvollen Schnitzaltar und schönen Grabsteinen aus dem 14. Jahrh. und die evangelische Reglerkirche, ursprünglich im romanischen Stil, 1859 restauriert, mit einem Turm aus dem 12. Jahrh. und einem Altarwerk von Michael Wolgemut. Im ganzen hat die Stadt 9 evangelische und 9 kath. Kirchen nebst mehreren Kapellen, 2 Klöster (der Franziskanerinnen mit Mägdebildungsanstalt und der Ursulinerinnen) und eine neue Synagoge. Unter den weltlichen Gebäuden sind hervorragend: das im gotischen Stil 1868–75 erbaute neue Rathaus mit prächtigem Festsaal, in dem sich sechs große, von Jansen ausgeführte Freskogemälde (Szenen aus der Geschichte Erfurts) befinden, während der untere und obere Flur und die Wände an dem Treppenaufgange mit Freskomalereien von Kämpfer, die Gleichen-, Faust- und Tannhäusersage und Szenen aus Luthers Aufenthalt in E. darstellend, geschmückt ist, das Regierungsgebäude, das Postgebäude, die Wage oder das Kaufhaus (jetzt königliche Bibliothek und Museum), das Große Kollegium etc.

Die Bevölkerung zählte 1900 mit der Garnison (2 Infanteriebataillone Nr. 71 und 1 Regiment Feldartillerie Nr. 19) 85,202 Seelen, darunter 10,672 Katholiken und 782 Juden. Industrie und Handel haben sich, besonders seit Schleifung der Festungswerke, stetig gehoben. Außer der in großartigem Maßstab betriebenen Handelsgärtnerei (s. unten) hat E. bedeutende Konfektion von Damenmänteln, Schuhfabrikation und Fabrikation von Maschinen, Lampen, Möbeln, wollenen Phantasiewaren, musikalischen Instrumenten, landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten, Malz, Leder, Wichse, Tabak und Zigarren, Chemikalien etc., ferner bedeutende Bierbrauerei, Garnbleicherei, Wollfärberei, eine Eisenbahnhauptwerkstätte, eine königliche Gewehrfabrik u. a. Der Handelsverkehr Erfurts, unterstützt durch eine Reichsbankstelle (Umsatz 1902: 1137,8 Mill. Mk.) und durch andre Geldinstitute, ist lebhaft, beschränkt sich aber, soweit er nicht den Vertrieb industrieller Erzeugnisse zum Gegenstand hat, auf die Befriedigung des Konsums Thüringens. E. ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Bebra-Weißenfels, Sangerhausen-E. und Nordhausen-E.; dem Verkehr innerhalb der Stadt dient eine elektrische Straßenbahn.

Von hervorragender Bedeutung ist E. durch seine Gartenkultur, die gegenwärtig von 44 Kunst- und Handelsgärtnern mit ca. 2000 Arbeitern betrieben wird. Die Blumenkultur allein erstreckt sich auf ca. 100 Hektar Land. Die Blumistik beschäftigt sich z. T. mit der Fortzüchtung ausdauernder Gewächse, z. T. mit Neuzüchtung von Farbenvarietäten, beides zum Zwecke der Samenkultur. Mit besonderer Vorliebe werden Astern und Levkojen gezogen. Außerdem werden junge Georginenpflanzen, junge Nelkenpflanzen, Edelrosen, Orchideen, Pelargonien, Kalceolarien, Fuchsien, Verbenen, Heliotropen in Millionen von Exemplaren kultiviert und versendet. Manche Gärtnereien befassen sich noch besonders mit dem Trocknen der Blumen und der Herstellung von Blumenbuketts aus denselben, die besonders nach England, Rußland und Amerika ausgeführt werden. Die Haupterzeugnisse der Gemüsegärtnerei sind: Blumenkohl, Brunnenkresse, Wirsing, Spargel, Gurken etc.; der größte und beste Teil davon wird auf die Märkte von Halle, Leipzig, Berlin, Magdeburg, Dresden, Kassel etc. versendet. Die produktivste Kulturfläche ist das nach SW. zu rechts von der Gera liegende Dreienbrunnenfeld (jetzt durch die dort hin gerichtete Ausdehnung der Stadt beschränkt), das, im 16. Jahrh. ein Sumpf, zu Ende des 18. Jahrh. kultiviert ward und vorzüglich Gemüse und Brunnenkresse (in langen, gut gehaltenen Wassergräben, sogen. Klingen) liefert.

An die ehemalige Universität (s. unten, Geschichte) erinnern noch die 1758 gestiftete, jetzt königliche Akademie der Wissenschaften, die, königliche Bibliothek von etwa 60,000 Bänden und 1000 Handschriften, die sonst nach ihrem Stifter, dem Grafen Boyneburg, die Boyneburgsche hieß und später durch Büchersammlungen aufgehobener Klöster etc. vermehrt wurde. Außerdem hat E. ein Gymnasium, ein Realgymnasium, eine Realschule, eine königliche Baugewerk- und eine Handwerker- und Kunstgewerbeschule, eine höhere (Privat-)Handelsschule, ein Lehrerseminar, eine Taubstummenanstalt, eine landwirtschaftliche Winterschule, eine Hebammenlehranstalt, einen Gewerbeverein, einen Kunst- und Kunstgewerbeverein, einen Verein für Geschichte und Altertumskunde, 2 Musikvereine, eine Akademie der Tonkunst, 3 Theater und ein Museum. An Wohltätigkeitsanstalten bestehen das Martinsstift (s. oben), 2 Waisenhäuser etc. E. ist Sitz einer königlichen Regierung, eines Bezirksverwaltungsgerichts, eines evangel. Ministeriums (Mediatkonsistorium), eines bischöflichen geistlichen Gerichts, eines Landratsamts, eines Hauptsteueramts, einer Berginspektion, eines Landgerichts (für die zwölf Amtsgerichte zu Arnstadt, Ebeleben, E., Gehren, Greußen, Langensalza, Mühlhausen i. Th., Sömmerda, Sondershausen, Tennstedt, Treffurt und Weißensee), der Generaldirektion des Thüringer Zoll- und Handelsvereins, einer Oberpostdirektion und einer königlichen Eisenbahndirektion. Außerdem befinden sich hier die Kommandos der 38. Division, der 76. und 83. Infanterie- und der 38. Feldartilleriebrigade. Die städtischen Behörden zählen 17 Magistratsmitglieder und 48 Stadtverordnete. Vor der Stadt das uralte, merkwürdige Sibyllentürmchen und schöne Fußwege in den ehemaligen Glacis; hier auch die Sandsteinstatue des Begründers des Gartenbaues, Christian Reichardt, und in der Nähe der neuangelegte Luisenpark. Der beliebteste Vergnügungsort in der Umgebung Erfurts ist der Steiger, eine Höhe im S. von E. mit schattigen Promenaden und zahlreichen Vergnügungslokalen und Felsenkellern; dabei auf einer Waldwiese (auf der ehemaligen Napoleonshöhe) ein im Oktober 1868 eingeweihtes Denkmal König Friedrich Wilhelms III. von Preußen, nahebei (im Augustapark) ein Denkmal der Kaiserin Augusta. Im N. von der Stadt ist ein Steinsalzbergwerk auf dem Johannisfeld bei Ilversgehofen (s.d.).

[Geschichte.] E. (im Mittelalter Erpesfurt, Erphorde, lat. Erfordia) soll nach einer Sage zu Anfang des 8. Jahrh. von einem gewissen Erpes gegründet worden sein und nach ihm ursprünglich Erpesford (Erphesford) geheißen haben. Der heil. Bonifatius errichtete hier 741 ein Bistum, das jedoch mit dem Märtyrertod des ersten Bischofs, Adolar, 755 wieder einging und der Erzdiözese Mainz einverleibt wurde. Karl d. Gr. bestimmte E. 805 zum Haupthandels- und Stapelplatz für die Sorben und verlieh dem Ort Privilegien. König Heinrich I. ließ hier 936 auf einem Reichstage seinen Sohn Otto zum Nachfolger wählen. Trotz der Ansprüche, die Kurmainz, gestützt auf alte Urkunden Kaisers Ottos I., auf die Stadt machte, behielt sie doch eine gewisse Unabhängigkeit. Aber der Burggraf wurde vom Erzbischof ernannt, bis jenes Amt im 13. Jahrh. einging. Die Vogtei kam im 12. Jahrh. in den erblichen Besitz der Grafen von Gleichen. Im thüringisch-sächsischen Kriege ward E. 1080 vom Kaiser Heinrich IV. in Asche gelegt, aber bald wieder aufgebaut. Von 1109–37 stand es unter der Oberhoheit der Landgrafen von Thüringen; 1118 ward es vom Herzog Lothar von Sachsen eingenommen. 1181 fand in E. der Reichstag statt, auf dem sich Herzog Heinrich der Löwe von Sachsen dem Kaiser Friedrich I. unterwarf. Trotz des Gnadenbriefs Friedrichs II. von 1242 blieb die Stadt unter der Herrschaft des Erzbischofs. Gerhard I. von Mainz sah sich 1255 genötigt, der Stadt eine besondere, aus 2 Ratsmeistern und 12 Beisitzern bestehende Behörde zuzugestehen. 1289 hielt Rudolf von Habsburg in E. einen großen Reichstag, um dem Faustrecht in Thüringen zu steuern. 1307 geriet E. in eine Fehde mit dem Markgrafen Friedrich dem Freidigen, der die Grafschaft an der Schmalen Gera, die sein Vater Albrecht der Unartige 1270 an die Stadt veräußert hatte, zurückforderte. Nach einem achtjährigen Krieg erkaufte die Stadt 1315 den Frieden um 10,000 Mark Silber. Die Grafschaft verblieb ihr auch ferner und wurde erst 1485 von Sachsen eingelöst.

Der Anfang des 15. Jahrh. war die Zeit der höchsten Macht Erfurts, das auch der Hansa beitrat. Damals besaß es die Grafschaft Kapellendorf als Reichslehen und hatte sich von den benachbarten Fürsten und Herren zahlreiche Besitzungen zu Lehen übertragen lassen. Selbst eine Universität hatte es aus eignen Mitteln gründen können (1378), die erste Europas, die alle vier Fakultäten in sich vereinigte; sie hatte zur Zeit ihrer Blüte (um 1480) über 850 Studenten, doch sank diese Zahl im 16. Jahrh. auf 200 herab. E. galt damals für eine der größten Städte in Deutschland; doch hatte es um die Mitte des 15. Jahrh. nur 32,000 Einw. Infolge der Verheerungen während des sächsischen Bruderkriegs und durch den großen Brand 1472 sowie durch verminderten Handelsverkehr sank der Wohlstand der Stadt. Der lange Streit mit dem Erzstift Mainz und dem kurfürstlich sächsischen Haus um die landesherrlichen Rechte wurde endlich durch den Amorbacher Vertrag von 1483 geschlichtet, in dem E. mit Sachsen ein Schutz- und Trutzbündnis schloß. Das sogen. tolle Jahr (1509) war der Anfang schlimmster innerer Zerwürfnisse, in deren Verlauf der Vizeherr Kellner 1510 hingerichtet wurde. Die Einführung der Reformation hatte seit 1521 neue Unruhen zur Folge. Im Dreißigjährigen Krieg öffnete E. 1631 den Schweden die Tore, und 1640 hatte Banér daselbst sein Hauptquartier. Nach dem Westfälischen Frieden sollte sich die Stadt auf kaiserlichen Befehl Kurmainz unterwerfen und ward auf ihre Weigerung 1660 in die Acht erklärt, deren Exekution Kurmainz übertragen wurde. Der Erzbischof zwang sie mit Hilfe französischer, aus Ungarn zurückkehrender Truppen 1664 zu einer Kapitulation, worin sie Unterwerfung, er aber vollkommene Religionsfreiheit versprach. Die sächsischen Fürsten mußten ihr Hoheits- und Schutzrecht über E. 28. Okt. 1664 an Kurmainz abtreten. Von diesem Zeitpunkt an hörte die politische Freiheit Erfurts auf. Im Siebenjährigen Krieg eroberte der preußische General v. Knoblauch die Stadt (1759). 1802 kam E. nebst Gebiet mit 2 Städten, 3 Flecken, 72 Dörfern und 46,000 Einw. an Preußen, ging aber nach der Schlacht bei Jena 16. Okt. 1806 durch eine schimpfliche Kapitulation an die Franzosen über und ward durch den Tilsiter Frieden an Napoleon I. abgetreten. 1808 hatte Napoleon hier vom 27. Sept. bis 14. Okt. eine Zusammenkunft mit dem russischen Kaiser Alexander I., bei der auch die Könige von Bayern, Sachsen, Westfalen und Württemberg, der Fürst-Primas und viele andre Fürsten und Große erschienen und glänzende Festlichkeiten veranstaltet wurden (Erfurter Kongreß). Nach dem Rückzug der Franzosen aus Deutschland wurde E. im Dezember 1813 von den Preußen beschossen und nach längerer Belagerung zur Übergabe gezwungen; doch räumten die Franzosen erst nach dem ersten Pariser Frieden 1814 die Zitadelle. 1815 kam die Stadt nebst ihrem Gebiet und dem Eichsfeld wieder unter die Hoheit des Königs von Preußen, der davon die Ämter Schloß-Vippach, Atzmannsdorf und Tonndorf an das Großherzogtum Weimar abtrat. E. wurde der Sitz einer Regierung, 1816 aber die Universität aufgehoben. Vom 20. März bis 29. April 1850 tagte hier in der Augustinerkirche das sogen. Unionsparlament (Erfurter Parlament), das eine Verfassung für Deutschland unter Preußens Führung beschloß, die aber nicht zur Ausführung gelangte. Im Juni 1873 wurde E. seines Charakters als Festung entkleidet. Am 21. Aug. 1902 fand eine glänzende Feier der 100jährigen Vereinigung mit Preußen statt. Vgl. Beyer, Neue Chronik von E., 736–1815, nebst Nachträgen (Gotha 1821 u. 1823); v. Tettau: E. in seiner Vergangenheit und Gegenwart (2. Aufl., Erf. 1880), Geschichtliche Darstellung des Gebiets der Stadt E. (das. 1886), Erfurts Unterwerfung unter die mainzische Landeshoheit 1648–1664 (Halle 1887), Bau- und Kunstdenkmäler von E. (das. 1890); Beyer, Geschichte der Stadt E. bis 1664 (das. 1892); Derselbe, Geschichte der Stadt E. (Erf. 1900); Reineck, E. und das tolle Jahr 1509 (Hamb. 1893); Herrmann, Der Kampf um E. 1636–1638 (Halle 1880); Lambert, Die ältere Geschichte u. Verfassung von E. (Hamb. 1868); Kirchhoff, Die ältesten Weistümer der Stadt E. (das. 1870); Kampschulte, Die Universität E. in ihrem Verhalten zu dem Humanismus und der Reformation (Trier 1858–60, 2 Bde.); Overmann, Die ersten Jahre der preußischen Herrschaft in E. 1802–1806 (Erf. 1902); »Akten der Erfurter Universität« (hrsg. von Weißenborn u. Hortzschansky in den »Geschichtsquellen der Provinz Sachsen«, Bd. 8, Halle 1881–1899, 3 Tle.); »Urkundenbuch der Stadt E.« (hrsg. von Beyer, ebenda, Bd. 13 u. 24, das. 1890 u. 1897); Gurlitt, Historische Städtebilder, Bd. 1: E. (29 Tafeln mit Text, Berl. 1900).

Der Regierungsbezirk E., ein sehr zerrissenes Gebiet mit Teilen des Harzes, des Thüringer Waldes und Vogtlandes (s. Karte »Provinz Sachsen«), größtenteils innerhalb der thüringischen Staaten gelegen, umfaßt 3530 qkm (64,11 QM.) mit (1900) 466,419 Einw. (132 auf 1 qkm), davon 361,666 Evangelische, 101,662 Katholiken und 1978 Juden, und besteht aus den zwölf Kreisen:

Tabelle

Über die vier Reichstagswahlkreise des Regierungsbezirks s. Karte »Reichstagswahlen«.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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