Diadēm


Diadēm

Diadēm (griech.), Band zum Zusammenhalten des Haupthaars, Stirnband, Kopfbinde; bei Ägyptern, Assyrern, Babyloniern Zeichen der Würde königlicher und andrer angesehener Personen. Bei den Hebräern (Neser) schmückte es die Könige und Hohenpriester in der Form einer goldenen, emporragenden Stirnplatte, die an der eigentlichen Kopfbedeckung angeheftet war oder durch um die Schläfe gehende und hinten zusammengeknüpfte Perlenschnüre oder goldene Kettchen gehalten wurde. Das D. der Könige und Königinnen von Persien, Armenien und Parthien war ein blau-weißes, breites Band, mit dem sie die Mütze umwickelten. Von den Persern ging es auf Alexander d. Gr. und seine Nachfolger über. Die Griechen schmückten damit schon früher mehrere Götter, namentlich Zeus, Hera und Aphrodite, und später wurde es ein allgemeiner Schmuck für Frauen (Fig. 1 u. 2) und junge Männer, namentlich olympische Sieger (vgl. Diadumenos), ohne die Bedeutung königlicher Würde zu haben. Solche Diademe wurden aus Leder, Zeug und Metall gefertigt. Bei den Römern soll schon Ancus Marcius das D. den Tuskern entlehnt haben; doch war es in den Zeiten der Republik verhaßt, und noch Cäsar scheute den Widerwillen des Volkes. Welcher Kaiser das eigentliche D. als Würdezeichen eingeführt hat, ist ungewiß.

Fig. 1. Fig. 2. Diademe griechischer Frauen.
Fig. 1. Fig. 2. Diademe griechischer Frauen.

Nach Jordanis trug es Aurelian zuerst. Allgemein wurde sein Gebrauch auch unter den nichtrömischen Fürsten Europas erst seit Konstantin d. Gr., bis es später die Kronen verdrängten. Die Frauendiademe des Mittelalters und der Gegenwart, Kopfreise, die sich in der Mitte zu einer mehr oder weniger reich ausgebildeten Spitze erheben, stammen aus dem Orient. – Über vorgeschichtliche Diademe s. Metallzeit.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Diadem — Sn Stirn , Kopfschmuck erw. fach. (9. Jh., das l. Wort an Stelle einer deutschen Glosse 8. Jh.), mhd. dīadēm, ahd. dīadēma Entlehnung. Ist entlehnt aus l. diadēma, dieses aus gr. diádēma Stirnband , eigentlich Umgebundenes , einer Ableitung von… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Diadem — Di a*dem, v. t. To adorn with a diadem; to crown. [1913 Webster] Not so, when diadem d with rays divine. Pope. [1913 Webster] To terminate the evil, To diadem the right. R. H. Neale. [1913 Webster] …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Diadem — Di a*dem, n. [F. diad[ e]me, L. diadema, fr. Gr. ?, fr. ? to bind round; dia through, across + ? to bind; cf. Skr. d[=a] to bind.] 1. Originally, an ornamental head band or fillet, worn by Eastern monarchs as a badge of royalty; hence (later),… …   The Collaborative International Dictionary of English

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  • diadem — DIADÉM s.n. v. diademă. Trimis de IoanSoleriu, 17.07.2004. Sursa: DEX 98  DIADÉM s.n. v. diademă. Trimis de LauraGellner, 22.03.2009. Sursa: DN …   Dicționar Român

  • diadem — [dī′ə dem΄, dī′ədəm] n. [ME & OFr diademe < L diadema < Gr diadēma, a band, fillet < dia , through + IE * demn, a band < base * de , to bind > Gr dein] 1. a crown 2. an ornamental cloth headband worn as a crown 3. royal power,… …   English World dictionary

  • Diadēm — (v. gr.), 1) Binde; 2) seidene od. wollene Stirnbinde, schmal, nur in der Mitte über der Stirn breiter, die Enden, hinten zusammengeknüpft, fielen auf den Hals. Das D. war Insignie der alten Perserkönige (blauweißes Band um die Tiara), der… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Diadem — Diadēm (grch.), Stirnbinde, mit Perlen und Edelsteinen verziert, bes. für Frauen; im Altertum Schmuck der Fürsten …   Kleines Konversations-Lexikon