Carmagnola [2]


Carmagnola [2]

Carmagnola (spr. -manjōla), eigentlich Francesco di Bartolommeo Bussone, Condottiere, geb. um 1390 als Sohn eines Bauern in Carmagnola bei Saluzzo, diente unter Facino Cane, Herrn von Alessandria, der die Regentschaft von Mailand an sich gerissen hatte. Nach dessen Tode (1412) ging er zu Filippo Maria Visconti, nunmehr Herzog von Mailand, über und kämpfte unter ihm 1414 und 1415. Als Belohnung für die Einnahme von Alessandria erhielt er die Grafschaft Castelnuovo und des Herzogs natürliche Tochter Antonia zur Frau. In den nächsten Jahren brachte er Cremona, Bergamo, Piacenza, Brescia, Parma, Genua u. a. unter die Herrschaft des Herzogs und verdrängte die Eidgenossen aus Bellinzona. Beim Herzog verleumdet, ging er 1425 zu den Venezianern über, eroberte als General der von diesen zustande gebrachten Liga 1426 Brescia, schlug den Herzog 1427 bei Maccalo am Oglio, nahm 1428 Bergamo und einen Teil des Gebiets von Cremona und erhielt darauf von Mailand seine Güter und seine gefangen gehaltene Familie zurück. Der unglückliche Verlauf eines neuen Feldzugs 1431 hatte zur Folge, daß C. nach Venedig gelockt, verhaftet und, nachdem ihm durch die Folter das Geständnis des Verrats abgepreßt war, 5. März 1432 enthauptet wurde. Sein tragisches Ende ist vielfach behandelt worden, am gelungensten in Alessandro Manzonis Trauerspiel »Il conte di C.« (1820). Vgl. Battistella, Il conte C., studio storico (Genua 1889).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Carmagnola —   [karma ɲɔːla], eigentlich Francesco Bussone, italienischer Condottiere, * Carmagnola (bei Turin) zwischen 1380 und 1385, ✝ (hingerichtet) Venedig 7. 4. 1432; zunächst im mailändischen Dienst (1421 Eroberung Genuas, 1422 Sieg über die Schweizer) …   Universal-Lexikon

  • Carmagnola — (spr. Karmanjola), Franç. Bussone, genannt C., geb. 1390 in Carmagnola, Sohn eines Bauern; erst Offiziersbedienter, trat 1412 in die Dienste des Herzogs Philipp Visconti s von Mailand u. zeichnete sich so aus, daß ihn dieser, von Stufe zu Stufe,… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Carmagnola [1] — Carmagnola (spr. manjōla) Stadt in der ital. Provinz Turin, an den Eisenbahnlinien Turin Savona und Turin Cuneo, hat Reste ehemaliger Befestigungen, mehrere gotische Kirchen, ein Lyzeal Gymnasium, eine technische Schule und (1901) ca. 3700 (als… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Carmagnōla — (spr. Karmanjola), Stadt am Mella, in der sardinischen Provinz Turin; Seidenbau u. Handel mit Seide, Hanf, Leinewand, Getreide u. Vieh; im Juni große Seidenmessen; 12,400 Ew. – C. war sonst eine Grafschaft, dem Hause Saluzzo gehörig; im 16. Jahrh …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Carmagnola — (spr. anjohla), Stadt in der ital. Prov. Turin, (1901) 11.738 E …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Carmagnola [2] — Carmagnola (spr. anjohla), ital. Feldherr, eigentlich Francesco Buffone, geb. 1390, mailänd., seit 1426 venet. General, eroberte Brescia; später weniger glücklich und des Verrats verdächtigt, 5. April 1432 zu Venedig enthauptet. Held eines… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Carmagnola [1] — Carmagnola (Carmanjola), sardin. Stadt in der Provinz Turin, 12500 E., Seidenbau, im Juni große Seidenmesse …   Herders Conversations-Lexikon

  • Carmagnola [2] — Carmagnola, Francesco Bussone, von seinem Geburtsorte C. genannt, geb. 1390, Bauerssohn, nahm Kriegsdienste unter dem berühmten Bandenführer Facino Cane u. stieg von Stufe zu Stufe, so daß er nach Facinos Tod, 1412, dessen gesammte Truppen dem… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Carmagnola — Carmagnola, Francesco Bussone, conde de …   Enciclopedia Universal