Braune


Braune

Braune, 1) Wilhelm, Anatom, geb. 17. Juli 1831 in Leipzig, gest. daselbst 29. April 1892, studierte in Leipzig, Göttingen und Würzburg Medizin, wurde Assistenzarzt am Jakobshospital und 1866 Professor in Leipzig. Am deutsch-französischen Kriege nahm er als konsultierender Generalarzt im 12. Armeekorps teil, und 1872 wurde er Professor der topographischen Anatomie in Leipzig. B. begünstigte besonders die mechanisch-physiologische Richtung in der Anatomie, er arbeitete über Gelenkbewegungen und über den Schwerpunkt des menschlichen Körpers mit Rücksicht auf die Ausrüstung des Infanteristen und führte die Benutzung von Durchschnitten gefrorner Leichen in die anatomische Technik ein. Er veröffentlichte: »Die Doppelbildungen und angebornen Geschwülste der Kreuzbeingegend« (Leipz. 1862); »Die Oberschenkelvene des Menschen« (das. 1871); »Die Venen der menschlichen Hand« (mit Trübiger, das. 1872); »Topographisch-anatomischer Atlas nach Durchschnitten an gefrornen Kadavern« (das. 1872, 3. Aufl. 1888); »Die Lage des Uterus und Fötus am Ende der Schwangerschaft nach Durchschnitten an gefrornen Kadavern« (das. 1873); »Das Venensystem des menschlichen Körpers« (das. 1884–88, 2 Lief.); »Gefrierdurchschnitte in systematischer Anordnung durch den Körper einer Hochschwangern« (mit Zweifel, das. 1890); »Der Gang des Menschen« (1. Teil, mit O. Fischer, das. 1895). Mit His gab er seit 1876 das »Archiv für Anatomie und Entwickelungsgeschichte« heraus.

2) Wilhelm, Germanist, geb. 20. Febr. 1850 in Großthiemig bei Liebenwerda, bezog 1869 die Universität Leipzig, habilitierte sich daselbst 1874, erhielt 1877 eine außerordentliche Professur, wurde 1880 als ordentlicher Professor der deutschen Sprache und Literatur nach Gießen, von da 1888 nach Heidelberg berufen. Er veröffentlichte: »Althochdeutsches Lesebuch« (4. Aufl., Halle 1897); »Gotische Grammatik« (5. Aufl., das. 1900); »Althochdeutsche Grammatik« (2. Aufl., das. 1891); »Die Handschriftenverhältnisse des Nibelungenliedes« (das. 1900). Seit 1876 gibt er die »Neudrucke deutscher Literaturwerke des 16. und 17. Jahrhunderts« heraus und redigierte 1874–91 im Verein mit H. Paul die »Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur«.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Bräune [2] — Bräune (in anderer Bedeutung), 1) braun rother, eisenhaltiger Beschlag am Gestein, welcher andeutet, daß reichhaltiges Erz in der Nähe ist; 2) so v.w. Braunerz; 3) (Färb.), die braune Farbe eines Gegenstandes; 4) das Färben eines Zeuges mit… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Bräune — nennt man im gemeinen Leben alle Entzündungen des hintern Theiles der Mundhöhle, der Mandeln, des Zäpfchens, des Schlundes und der Stimmwerkzeuge; häutige Bräune oder Croup aber die eigenthümliche Entzündung der Luftröhre und ihrer Aeste, wo… …   Damen Conversations Lexikon

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  • Braune — Braune, Christ. Wilh., Anatom, geb. 17. Juli 1831 in Leipzig, seit 1866 Prof. das., gest. 29. April 1892; veröffentlichte: »Topogr. anatom. Atlas nach Durchschnitten an gefrorenen Kadavern« (3. Aufl. 1888) u.a …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Braune [2] — Braune, Wilh., Germanist, geb. 20. Febr. 1850 in Großthiemig (Prov. Sachsen), 1877 Prof. in Leipzig, 1880 in Gießen, seit 1888 in Heidelberg; veröffentlichte: »Got. Grammatik« (5. Aufl. 1900), »Althochdeutsche Grammatik« (2. Aufl. 1891; Abriß… …   Kleines Konversations-Lexikon