Zähringen


Zähringen

Zähringen, früher Dorf, 1906 mit Freiburg i. Br. vereinigt. Dabei die Ruinen des Schlosses Z. (480 m ü. M.), des Stammsitzes des Geschlechtes der Zähringer, das seit dem 10. Jahrh. die Grafschaft im Breisgau besaß. Ahnherr des Geschlechts, Landold, lebte um die Mitte des 10. Jahrh. Dessen Urenkel Bertold I. erhielt 1052 vom Kaiser Heinrich III. die Anwartschaft auf das Herzogtum Schwaben; aber des Kaisers Witwe Agnes, die Vormünderin Heinrichs IV., zog ihm Rudolf von Rheinfelden vor und entschädigte ihn 1061 durch das Herzogtum Kärnten und die Mark Verona. Diese Länder erhielt er aber nie wirklich, und Heinrich IV. nahm 1073 auch die Belehnung zurück; Bertold (gest. 6. Nov. 1078) ward deshalb Gegner Heinrichs. Sein Sohn Bertold II. (gest. 1111) blieb in der Opposition, betrachtete sich seit 1092 als Herzog in Schwaben, machte jedoch 1097 mit Heinrich IV. Frieden, wobei er Schwaben aufgab, aber für seine reichen dortigen Besitzungen, die durch Zürich vermehrt wurden, die Reichsunmittelbarkeit und den Herzogstitel erhielt, den er seinen Nachkommen vererbte; er erbaute über dem 1008 zuerst erwähnten Dorf Z. die gleichnamige Burg und nannte sich danach. Sein Neffe Hermann verband den Markgrafen litel von Verona, das die Zähringer nie wirklich besaßen, mit der Herrschaft Baden im Ufgau; er ist der Stammvater der heutigen Großherzoge (s. Baden, Geschichte, S. 250). Bertolds II. ältester Sohn, Bertold III., war ein Anhänger Kaiser Heinrichs V., fiel aber schon 1122 im Kampf gegen Aufständische im Elsaß. Sein jüngerer Bruder, Konrad (gest. 1152), erhielt 1127 vom Kaiser Lothar die Lehen des geächteten Grafen Rainald von Hochberg (s. d.), erwarb damit den Anspruch auf ansehnliche Besitzungen in Burgund und nahm neben dem Zähringschen noch den Titel eines Herzogs von Burgund an. Er war einer der einflußreichsten Ratgeber Konrads III. Ihm folgte sein zweiter Sohn, Bertold IV. (1152–86), der das ostjuranische Burgund (Schweiz) als »Rektor« ganz in seinen Besitz brachte und sich auf Friedrichs I. Römerzügen auszeichnete; er gründete die Städte Freiburg in Üchtland und Murten. Sein jüngerer Bruder, Adalbert, begründete die Linie der Herzoge von Teck. Sein Sohn Bertold V. (1186–1218) unterwarf den burgundischen Adel, gründete 1191 Bern und ließ sich von der welfischen Partei als Gegenkönig gegen Philipp von Schwaben aufstellen, trat aber gegen Entschädigung zurück. Mit ihm erlosch der herzogliche Zweig des Geschlechts. Die Reichslehen wurden eingezogen, die Eigengüter im Breisgau, in Schwaben und auf dem Schwarzwald fielen an den Grafen von Urach, die in der Schweiz an den Grafen von Kyburg, der, wie der Uracher, mit einer Schwester Bertolds vermählt war. Vgl. Schöpflin, Historia Zaringo-Badensis (Karlsr. 1763–66, 7 Bde.); Leichtlen, Die Zähringer (Freiburg 1831); v. Weech, Die Zähringer in Baden (Karlsr. 1881); Fehr, Die Entstehung der Landeshoheit im Breisgau (Leipz. 1904); Heyck, Geschichte der Herzoge von Z. (Freiburg 1891) und Urkunden, Siegel und Wappen der Herzoge von Z. (das. 1892); Schüler, Das fürstliche Haus Zähringen-Baden (Stammtafeln, Karlsr. 1906).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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