Winkel [4]


Winkel [4]

Winkel, 1) Lambert Allard te, niederländ. Sprachforscher, geb. 13. Sept. 1809 in Arnheim, gest. 24. April 1868 in Leiden, war anfangs Schul- und Hauslehrer, von 1851–63 Gymnasiallehrer in Leiden und seitdem Mitarbeiter von De Vries am großen »Woordenboek der Nederlandsche taal«. 1855 wurde er von der Leidener Universität zum Doctor hon. causa promoviert. Er war der Begründer der neuern niederländischen Grammatik mit seinen Aufsätzen in den von ihm redigierten Zeitschriften »Magazyn van Nederlandsche Taalkunde« (Haag 1847 bis 1852), »Nieuw Nederlandsch Taalmagazyn« (das. 1853–57) und »De Taalgids« (Utrecht 1858–1867) und (mit De Vries) der neuern niederländischen Orthographie durch »De grondbeginselen der Nederlandsche spelling« (Leid. 1863, 5. Aufl. 1884), »Leerboek der Nederlandsche spelling« (das. 1866, 8. Aufl. 1893) und »Woordenlijst voor de spelling der Nederlandsche taal« (Arnh. 1865, 4. Aufl. 1893).

2) Jante, niederländ. Sprachforscher und Literarhistoriker, geb. 16. Nov. 1847 in Winkel, studierte in Leiden und Groningen, war in Groningen von 1877 bis 1892 Gymnasiallehrer und ist seit 1892 Professor der niederländischen und altgermanischen Sprache und Literatur an der Universität in Amsterdam. Er schrieb: »Maerlant's werken, beschouwd als spiegel van de dertiende eeuw« (Leid. 1877; 2. Aufl., Gent 1892); »Het kasteel in de 13e eeuw« (Groning. 1879); »Blasiusen Vondel als treurspeldichter« (Haarl. 1881); »Bladzijden uit de geschiedenis der nederlandsche letterkunde« (das. 1881); »Overzicht der Nederlandsche letterkunde« (das. 1882, 6. Aufl. 1905); »De grammatische fi guren in het Nederlandsch« (Kuilenb. 1884); »Een volksbelang« (Haarl. 1887); »Geschiedenis der Nederlandsche letterkunde« (das. 1888, 3 Bde.); »Bilderdijk, lotgenoot van Multatuli« (das. 1890); »Geschichte der niederländischen Sprache und Literatur«, in Pauls »Grundriß der germanischen Philologie« (Straßb. 1889, 2. Aufl. 1898); »De beoefening der germanistiek aan de Amsterdamsche hoogeschool« (Haarl. 1892); »Het ridderwezen, geschetst volgens de ridderromans« (Amsterd. 1894); »Waar het om gaat in Zuid-Afrika« (Haarl. 1899); »Inleiding tot de geschiedenis der Nederlandsche taal« (Kuilenb. 1905); »De ontwikkelingsgang der Nederlandsche letterkunde« (Haarl. 1907 ff.) u. a. Mit H. E. Moltzer und nach dessen Tode mit J. Verdam gibt er die »Bibliotheek van Middelnederlandsche letterkunde« heraus, in der er selbst »Moriaen« (1878) und »Aesopet« (1881) bearbeitete. Ferner gab er Maerlants »Roman van Torec« (Leid. 1875) und Langendijks »Wederzyds huwelyksbedrog« (2. Aufl., Zwolle 1897) heraus und beteiligte sich an der Gesamtausgabe von Brederos Werken (1885–87). Für die »Aardrijkskundig Genootschap« bearbeitet er eine Sprachkarte der niederländischen Mundarten: »De noordnederlandsche tongvallen. Atlas van taalkaarten met tekst« (Leid. 1899 ff.).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Winkel — Winkel …   Deutsch Wörterbuch

  • Winkel — may refer to:*Winkel, Haut Rhin, a place in the Haut Rhin department, France *Winkel (North Holland), a town in the Netherlands *Winkel (Haaren), a village in the Netherlands *Winkel (Cranendonck), a village in the Netherlands *Winkel,… …   Wikipedia

  • Winkel [1] — Winkel, die Größe des Richtungsunterschieds zweier in einem Punkt (der Spitze) sich schneidender Geraden (Schenkel). Bilden die Schenkel nach entgegengesetzten Richtungen eine Gerade, so heißt der Winkel ein flacher und beträgt 180°. Fallen die… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Winkel — Escudo …   Wikipedia Español

  • Winkel [1] — Winkel (Angulus), in der Geometrie die Neigung, die zwei von einem Punkte (dem Scheitel) ausgehende gerade Linien (die Schenkel) gegeneinander haben. Man denkt sich den W. dadurch entstanden, daß sich der eine Schenkel um den Scheitel herum immer …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Winkel — Sm std. (8. Jh.), mhd. winkel, ahd. winkil, mndd. winkel, mndl. winkel Stammwort. Aus wg. * wenkila m. Winkel , auch in ae. wincel, afr. winkel. Eine nasallose Form offenbar in gt. waihsta Ecke . Weitere Herkunft unklar; eine Verbindung mit… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Winkel — Winkel: Das westgerm. Substantiv mhd. winkel, ahd. winkil, niederl. (veraltet) winkel, aengl. wincel gehört zu der unter ↑ winken behandelten idg. Wortgruppe. Es bedeutet demnach eigentlich »Biegung, Krümmung, Knick«. – Abl.: wink‹e›lig »voller… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Winkel [2] — Winkel (Normal , Anschlag , Kreuz u.s.w. Winkel) als Meßwerkzeug, s. Bd. 6, S. 402; vgl. a. Zeichnen, technisches …   Lexikon der gesamten Technik

  • Winkel [3] — Winkel, Jan te, niederländ. Sprachforscher und Literarhistoriker, geb. 16. Nov. 1847 in Winkel, 1877 Gymnasiallehrer in Groningen, 1892 Prof. in Amsterdam; schrieb: »Maerlants Werken beschouwd als spiegel van de 13de eeuw« (2. Aufl. 1892),… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Winkel [1] — Winkel, 1) überhaupt jeder innere Raum zwischen zwei einschließenden Gegenständen; 2) (Angulus, gr. Gonia), das Innere zwischen zwei convergirenden Linien, da, wo sie sich treffen. In der Geometrie wird unterschieden: A) ein ebener W. (A. planus) …   Pierer's Universal-Lexikon


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.