Taunus [2]

Taunus [2]

Taunus (auch die Höhe, früher Einrich, auch Einrichgau genannt), ein zum Rheinischen Schiefergebirge gehöriges Gebirge im preuß. Regbez. Wiesbaden (s. Karte »Hessen-Nassau« und »Umgebung von Frankfurt am Main«), breitet sich mit seinen Nebenzweigen und Vorbergen zwischen Main, Rhein und Lahn aus und ist ein wohl 90 km langes, mit Wald bedecktes Gebirge, das, in der Gegend von Wetzlar aus dem Lahntal ansteigend, anfangs als ein mäßig hoher Bergrücken die Westseite der Wetterau begrenzt, dann in südwestlicher Richtung fortzieht, sich von Schlangenbad, durch ein kleines Nebental unterbrochen, unter dem Namen Rheingaugebirge fortsetzt und bei Rüdesheim und Lorch am Rhein endigt. Auf der Südseite ist der Abfall des Gebirges ziemlich steil, noch steiler aber auf der Westseite von Rüdesheim bis Lahnstein, wo er mit seinen obst- und rebenreichen, von Burgruinen gekrönten Höhen einen malerischen Anblick gewährt. Auf der Nordseite tritt das Gebirge bis hart an die Lahn. Der wenig geschlossene Hauptkamm des Gebirges hat eine mittlere Höhe von 480 m, über die sich seine abgestumpften Gipfel noch um 300 bis 400 m erheben. Der höchste Punkt ist der Große Feldberg (880 m). Südwestlich von diesem erhebt sich der Kleine Feldberg (827 m), von diesem südlich der Altkönig (798 m) mit zwei Steinringwällen. Im mittlern Teil der Kette sind zu bemerken: der Rossert (516 m), der Staufen (452 m), der Trompeter (540 m), die Hohe Kanzel (596 m) und die Platte nördlich von Wiesbaden (500 m); weiter nach SW. der Schäferskopf (455 m) und die Hohe Wurzel (618 m). Die höchste Spitze des sich hier anschließenden Rheingaugebirges ist die Kalte Herberge (620 m), der südwestliche Ausläufer der Niederwald (343 m), nördlich davon das Jägerhorn (538 m). Bergbau findet auf dem T. nicht statt. Der südöstliche Teil des T. besteht aus vielfach gefalteten, im allgemeinen steil stehenden Phylliten, Sericitschiefern, Tonschiefern, Quarziten, Sericitgneisen und Porphyroiden, die von einem weißen Quarzit, dem sogen. Taunusquarzit, überlagert werden. Letzterer bildet den eigentlichen Kamm des T., er tritt bei Bingen in schroff abfallenden Felsen an den Rhein. Über dem zum Unterdevon gestellten Taunusquarzit folgen die im nordwestlichen T. weitverbreiteten Wisperschiefer oder Hunsrückschiefer, dunkle Tonschiefer mit häufigen Einlagerungen von Dachschiefer (z. B. bei Kaub). Erst gegen die Lahn hin begegnet man jüngern Schichten, den sogen. Koblenzschichten, die vorwiegend aus Grauwacken und Sandsteinen (Spiriferensandstein) sich zusammensetzen, und dem Koblenzquarzit; auch diese gehören noch zum Unterdevon. Rotliegendes und besonders Tertiärablagerungen umsäumen die ältern Schichten im S. und O. des T.; hier (bei Naurod, Eppstein etc.) begegnet man auch einigen Durchbrüchen von Basalt. An nutzbaren Mineralien ist der T. sehr arm, nur seine Abdachung nach der Lahn zu liefert Eisen- und Braunstein. Überall, wo der Boden sich dazu eignet, ist das Gebirge wohl angebaut, und an den südlichen Abhängen finden sich herrliche Weinpflanzungen, Obsthaine, Kastanienwäldchen und selbst Mandelbäume. Von den Gewässern des T. fließt die Use östlich der Wetter, die Schwarze südlich dem Main, die Wisper westlich dem Rhein zu, während die Aar, Ems und Weil nach N. zur Lahn abfließen. Der T. ist durch die Menge seiner Mineralquellen berühmt, von denen mehrere zu den berühmtesten Deutschlands gehören (Wiesbaden, Schwalbach, Selters, Homburg, Schlangenbad, Soden, Ems etc.). Den Süd- und Westfuß des T. begleitet die Eisenbahnlinie Frankfurt a. M.-Troisdorf, den Nordfuß die Linie Koblenz-Gießen, den Ostfuß die Linie Frankfurt a. M.-Kassel, während die Linien Höchst- und Wiesbaden-Limburg das Gebirge durchschneiden und mehrere kürzere Linien in und an das Gebirge führen. Durch die Bemühungen des Taunusklubs ist der Touristenverkehr im T. in stetem Steigen begriffen. Vgl. Großmann u. a., Die Heilquellen des T. (Wiesbad. 1887); Sievers, Zur Kenntnis des T. (Stuttg. 1891); Laupus, Der westliche T., Führer (2. Aufl., Wiesbad. 1896); »Taunusführer«, hrsg. vom Taunusklub (4. Aufl., Frankf. 1905); Ravenstein, Topographische Wanderkarte für den östlichen T., 1:50,000 (das. 1907).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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