Spolēto

Spolēto

Spolēto, Kreishauptstadt in der ital. Provinz Perugia (Umbrien), 303–453 m ü. M., auf einem Hügel, an der Eisenbahn Rom-Foligno-Ancona, hat eine alte Kathedrale (schon 1158 erneuert) mit Renaissancevorhalle (1401), antiken Säulen, Fresken von Filippo Lippi und dem Grabmal dieses Malers, die Kirchen Sant' Agostino (San Salvatore, 5.–9. Jahrh.), San Pietro (6. Jahrh.), San Michele Arcangelo mit Portal des 5. Jahrh. u. a., ein Kastell (1356, jetzt Strafanstalt), ein Stadthaus mit Gemäldesammlung, mehrere Privatpaläste, umbrisch-pelasgische und römische Baureste, darunter solche der Ringmauern, eines Amphitheaters, einer Brücke (Ponte Sanguinario), eines Hauses, einen 206 m langen, 81 m hohen Aquädukt, Ponte delle Torri (mit Brückenweg, 7. Jahrh., aber auf römischer Grundlage), Braunkohlenbergbau, Öl- und Seidengewinnung, Fabrikation von Teigwaren und Konserven, Handel und (1901) 7928 (als Gemeinde 24,642) Einw. S. ist Sitz eines Erzbischofs und hat ein Lyzeum, Gymnasium, Seminar, ein Technisches Institut, eine Technische Schule, eine Bibliothek (14,000 Bände), eine wissenschaftliche Akademie und ein Zuchthaus. In der Nähe der Monte Luco (830 m) mit herrlicher Aussicht. – S. hieß im Altertum Spoletium und war eine der ansehnlichsten Städte Umbriens, die 241 v. Chr. römische Kolonie ward und sich 217 standhaft gegen Hannibal verteidigte. Von den Goten unter Totilas zerstört, ward sie von Narses wieder aufgebaut und war in langobardischer Zeit Hauptstadt eines Herzogtums, das einen großen Teil Mittelitaliens (Umbrien, Sabiner- und Marserland, Fermo und Camerino) umfaßte und auch unter fränkischer Herrschaft bestehen blieb. Herzog Wido von S. ward 891, sein Sohn Lambert 898 Kaiser. Im 11. Jahrh. war das Herzogtum kurze Zeit mit Tuseien vereinigt, aber seit 1030 wieder selbständig. Im 12. Jahrh. war es unter Kaiser Friedrich I. vielfach in den Händen deutscher Herzoge. Vom 13. Jahrh. bis 1861 gehörte das Herzogtum nebst der Mark Ancona zum Kirchenstaat. Vgl. Sansi, Storia del comune di S. (Foligno 1879); Jenny, Geschichte des langobardischen Herzogtums S. (Basel 1890).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.


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