Südamerika


Südamerika

Südamerika (hierzu 2 Karten: »Südamerika, Fluß- und Gebirgssystem« und »Südamerika, politische Übersicht«), einer von den sechs Erdteilen, hängt im N. durch die bis auf 50 km verschmälerte Landenge von Pan. ima mit Mittel-, bez. Nordamerika zusammen und reicht, im N. vom Karaibischen Meer, im W. vom Großen Ozean und im O. vom Atlantischen Ozean bespült, mit seiner Südspitze Kap Hoorn (s. d.) am weitesten von den Südkontinenten gegen den Südpol hin.

S. gehört zum größern Teile der südlichen Halbkugel an. Die Südspitze, Kap Hoorn. liegt unter 55°59' südl. Br. und 67°11' westl. L., die Nordspitze, Kap Gallinas, auf der Halbinsel Goajira, unter 12°25' nördl. Br und 71°40' westl. L. Somit beträgt die Längenausdehnung 671/2° oder rund 7500 km, die Breitenausdehnung hingegen von der Punta Parma in Peru unter 81°20' westl. L., bis Kap Branco unter 34°50' westl. L., 5100 km oder rund zwei Drittel der erstern. Von Afrika trennt im N. der 3000 km breite Atlantische Ozean, im Süden liegen 87 Längengrade zwischen den Südspitzen Afrikas und Südamerikas und 127 Längengrade oder rund 9000 km zwischen letzterm und Neuseeland. Unter Ausschluß von Panama, das bereits zu Mittelamerika gehört, berechnet A. Bludau die Fläche Südamerikas zu 17,605,000 qkm, andre Angaben gehen über diese Zahl hinaus, da genaue Vermessungen der südamerikanischen Staaten noch fehlen. Gewöhnlich wird für S. ein Areal von 17,732,000 qkm angegeben. Wie die beiden andern Südkontinente fällt auch S. durch den Mangel an Gliederung auf; es besitzt fast keine Halbinseln und nur wenige Inseln; das Verhältnis der Glieder zum Rumpfe gibt H. Wagner mit 1:77 an; S. hat somit nur eine sehr geringe Küstenentwickelung, die Küsten sind, besonders im W., sehr geradlinig. Im Süden trennt die Magalhãesstraße das Feuerland und eine Anzahl südlicher Inseln vom Festland ab. Die Westküste ist in Südchile zunächst eine wildzerrissene Steilküste mit zahlreichen Fjorden und vorgelagerten Inselgruppen, nördlich von Chiloë treten dann vom 42.° südl. Br. einfachere Formen auf, in Mittelchile beginnt schon der geradlinige Verlauf der Küste. von Valparaiso ab wird sie immer einförmiger und kahler und geht dann in eine völlige Wüste über. Bei Arica beginnt ein nordwestlicher, von Pisco ab ein nordnordwestlicher Verlauf bis zur Punta Pariña. Von der Punta Aguja an treten wieder Einschnitte auf, wie die Bucht von Sechura, der Golf von Guayaquil, der Verlauf ist zumeist nördlich. Die Vegetation nimmt tropische Üppigkeit an. Lebendiger gegliedert ist die Nordküste Südamerikas: Golf von Urabá, Haffbildung im Mündungsgebiet des Rio Magdalena, Halbinsel Goajira, Lagune von Maracaibo, Halbinsel Paraguaná, Insel Trinidad vor dem Ostende. Von den Orinokomündungen an beginnt die flache sandige Küste von Guayana; im Mündungsästuar des Amazonas liegen die große Insel Marajo und mehrere kleinere Inseln, an der langgestreckten Küste von Brasilien bildet die Allerheiligenbai (Bahia de Todos os Santos) eine größere Bucht, vom Rio Dore zieht sich eine Lagunenküste bis nach Uruguay; der große Mündungstrichter des Rio de la Plata leitet schon den patagonischen Küstentypus ein, dem weite Buchten, wie die Bahia Blanca, Bahia Falsa u. a., eigen sind.

[Inseln.] Abgesehen von den zahlreichen Küsteninseln im Süden, wie Feuerland, Navarin, Wollaston, Hoste, Hoorn, Clarence, Dawson, Ines, Desolation, sowie im W. die etwa aus zehn Inseln bestehende Wellingtongruppe, die Madre de Dios Inseln, Hannover, Adelaide, King William, der Chonos- und Guaytecas-Archipel, Chiloë etc., oder den vor der Nordküste Venezuelas vorgelagerten Inseln liegen noch mehrere selbständige Inselgruppen vor den Küsten von S., a) im Großen Ozean: die Galapagos unter dem Äquator, San Felix, San Ambrosio, Gonzalez, Cathedral of Peterborough und die Juan Fernandez-Gruppe; b) im Atlantischen Ozean: die Falklandinseln im O. der Magalhãesstraße, Fernando Noronha nordöstlich vom Kap São Roque, Martin Vaz und das bereits genannte Trinidad.

Bodengestalt und Flüsse.

S. gliedert sich in nachstehend geschilderte drei große natürliche Abschnitte: im O. die alte, ungefaltete brasilische Masse mit ihren Fortsetzungen nach N. in Guayana wie nach Süden in Uruguay; im W. das junge Faltengebirge der Kordilleren; in der Mitte die jüngsten Tiefländer.

1) Im O. bildet ein gefaltetes, aus Granit, Gneis und kristallinischen Schiefern bestehendes Gebirge den Grund für das seit der Silurzeit nicht mehr gefaltete, ungleichförmig auf dem Grundgebirge ausruhende Bergland von Brasilien und Guayana mit ungestörten paläozoischen und mesozoischen Ablagerungen von silurischen Kalksteinen bis zu cretazeïschen Schichten, die von Eruptivgesteinen jener geologischen Zeiträume durchbrochen werden. Diese seit uralter Zeit als Festland aufragenden Teile sind weit abgetragen und zerstört, so daß das Grundgebirge bloßgelegt ist; die Höhen erreichen jetzt im O. nur noch in einigen Gipfeln 2600–2700 m; meist ragt diese östliche Scholle bloß noch 300–800 m auf, stellt also teils Hügelland, teils Mittelgebirge dar, in das die Flüsse sich tief eingenagt haben. Das Bergland von Guayana oder die Sierra Parima (s. d.) ist eine Erhebung von vorwiegend plateauförmigem Charakter, die, in einzelnen Gipfeln zu 2500 m emporsteigend, sich gleichsam als eine große Gebirgsinsel aus Granit zwischen dem Meere, dem Orinoko und Amazonenstrom ausbreitet. Einen noch größern Raum, fast ein Sechstel der Oberfläche des Erdteils, nimmt das Gebirgsland von Brasilien ein, das im Itatiaia oder Itatiaiussu 2712 m erreicht, das große Dreieck zwischen dem Rio de la Plata, dem Amazonenstrom und dem Atlantischen Ozean fast gan; ausfüllt (s. Brasilien) und die Hauptfundstätte für die Diamanten und die andern Edelsteine Südamerikas ist.

2) Im W. dagegen zieht das erst in der Tertiärzeit vollendete Faltensystem der Cordilleros des los Andes, bei uns meist Anden oder kurzweg auch Kordilleren genannt, vom Kap Hoorn bis zum Kap Gallinas und bildet die große Wasser- sowie Klima- und Vegetationsscheide. Am geologischen Aufbau der Anden sind Granite, in besonders großartiger Weise aber die Gesteinsformationen des Mittelalters der Erde, insbesondere Jura und Kreide, beteiligt. Ungeheure Massen von Eruptivgesteinen, namentlich Porphyre, drangen zu jener Zeit empor, und in gewaltigem Umfange hat endlich die vulkanische Tätigkeit an der Herausbildung des Reliefs der Kordilleren gearbeitet, indem fast sämtliche Hauptgipfel, unter ihnen besonders die Bergriesen der Hochebene von Quito, Chimborazo, Antisana, Cotopaxi und Pinchincha und Aconcagua in Chile, vulkanischen Ursprunges sind. Die Laven der erloschenen und tätigen Vulkane bestehen wesentlich aus basaltischen und andesitischen, zum kleinen Teil auch trachytischen Gesteinen. Mit der gebirgsbildenden und der vulkanischen Tätigkeit hängen die gewaltigen Erdbeben zusammen, welche die westlichen Teile Südamerikas so häufig unter furchtbarsten Zerstörungen heimsuchen und gleichzeitig verderbliche Seebeben im Pazifischen Ozean erzeugen. Auch die Hebungen und Senkungen, die der Erdteil erleidet, sind nicht unbeträchtlich. Lange Strecken der Küste haben, wie dies rezente Muschelbänke, alte Strandlinien, Terrassen, trocken gelegte alte Meeresbuchten beweisen, in neuerer Zeit Hebungen zum Teil beträchtlichster Art erlitten, so namentlich am Mündungsgebiete des Magdalenenstromes und fast längs der ganzen südamerikanischen Ostküste bis zur Magalhãesstraße. Auf der Westseite beginnen die Hebungserscheinungen in dem südlichen Chile, sie erstrecken sich nach N. bis Callao und Lima und kehren noch einmal am Golf von Guayaquil wieder. Ihre bedeutendste Höhe erreichen die Ablagerungen rezenter Muscheln unter anderm bei Concepción (188–305 m), namentlich aber bei Valparaiso, wo sie in einer Höhe von 396 m aufgefunden worden sind. Weit seltener sind Senkungen beobachtet, so an der Westküste des Chonosarchipels und bei Callao, unmittelbar angrenzend an das dortige Hebungsgebiet. Im Süden bestehen die Kordilleren nur aus einer Kette, unter dem 33.° südl. Br. beginnt die Gabelung. Zwischen den beiden Ketten entwickelt sich nunmehr das Hochland von Nordchile, Bolivia und Peru. Hier bilden sich sodann drei Ketten aus, in Ecuador treffen wir wiederum zwei, denen sich in Kolumbien von neuem eine dritte im O. angliedert, die sich weit gegen NO. über Venezuela ausbreitet. Im N. brechen die beiden andern Ketten ziemlich unvermittelt ab, und jenseit dieses Abbruchs erhebt sich im N. wohl als Fortsetzung der kolumbischen Zentralkordillere die schroff und isoliert bis 5100 m aufragende, aus Granit aufgebaute Sierra Nevada de Santa Marta. Charakteristisch für die Anden ist die große Anzahl von Hochbecken zwischen den einzelnen Ketten, zum Teil von Seen erfüllt (Titicacasee), und die zum Teil noch tätigen Vulkane, welche die Westküste des Kontinents in ihrer ganzen Länge begleiten. Der höchste Gipfel Südamerikas ist der Aconcagua (7040 m) in den argentinischen Anden, der mit dem Sorata (6550 m) und Saháma (6415 m) den lange für den höchsten Berg der Erde gehaltenen, aber nur 6310 m hohen Chimborazo längst entthront hat. Mindestens ein Dutzend Gipfel in Chile, Bolivia, Peru und Ecuador übersteigt 5500 m Höhe. Die granitischen Küstenketten von Venezuela hängen mit der Sierra de las Rosas, dem Endglied der östlichen Kette der Anden von Kolumbien, durch 650–800 m hohe Plateaus zusammen, erreichen ihren Gipfelpunkt im Silla de Carácas (2630 m) und erfüllen den ganzen Küstenstrich zwischen dem See von Maracaibo und dem Golf von Paria (s. Venezuela). Der horizontalen Ausdehnung nach nimmt der gebirgige Teil von S. ungefähr 5,616,000 qkm ein, wovon 1,845,000 auf das System der Anden, nur 6000 auf die Sierra Nevada de Santa Marta, 55,000 auf die Küstenkette von Venezuela, 936,000 auf das Bergland von Guayana und 2,774,000 qkm auf das Gebirgssystem von Brasilien kommen.

3) Das übrige S. besteht meist aus weiten, nur wenig über dem Meeresspiegel gelegenen zusammenhängenden Ebenen (Ljanos, Selvas, Pampas), ursprünglich ein weites Meer, das durch die Schuttablagerungen der Ströme ausgefüllt wurde. Die Niederungen sind das Hauptverbreitungsgebiet tertiärer Ablagerungen und umschließen reiche Braunkohlenlager. Im N. breitet sich das Orinokobecken aus, sodann die große Ebene des Amazonas, die mit derjenigen des La Plata fast zusammenhängt. Nur Patagonien im Süden ist ein, wenngleich im ganzen niedriges Hochland.

a) Die Ebene des Orinoko (s. d.) zerfällt in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Jener begreift die zwischen der Küste des Atlantischen Ozeans und dem Orinoko bis zum Fuße der östlichen Anden sich hinziehende Ebene von Venezuela, dieser die Ebenen des Meta und des Guaviare. Ihrem Vegetationscharakter nach sind zu unterscheiden bewaldete und steppenartige Ebenen. Letztere, die Llanos (s. d.), im allgemeinen baumlose, nur an den Flußufern von Gebüsch und Baumwuchs bedeckte, fast vollkommen ebene Flächen aus Sandstein, Mergelschiefern und Schiefertonen der jüngern Tertiärzeit, erstrecken sich über die ganze nördliche und den westlichen Teil der südlichen Ebene; mit dichtem Urwald bedeckt sind die Strecken zu beiden Seiten des Guaviare dis über den untern Lauf des Rio Meta und zum Rio Arauca.

b) Unmittelbar zusammen mit dieser Ebene hängt das mächtige Becken des Amazonenstromes. Es zerfällt in einen nördlichen, von O. nach W. gerichteten Teil und einen südlichen, der zwischen den Anden und dem brasilischen Gebirgssystem nach S. bis zum Becken des Paraná sich erstreckt. Die erste Ebene wird in ihrer ganzen Länge vom Amazonenstrom durchflossen, von dessen Mündung bis zum Pongo von Manseriche sie 2970 km Länge bei 660–1300 km Breite hat. Im W. am Fuße der Anden von Loxa liegt sie nur 380, im N. am Fuße der Berge von Guayana nur 300 m ü. M. Der zweite, von N. nach Süden gerichtete Teil des Beckens des Amazonenstromes hat zum Hauptstrom den Madeira und wird im Süden durch eine von den Anden zum brasilischen Gebirgssystem laufende Schwelle, die sich aus niedriger, sumpfiger Ebene erhebt, gegen die Zuflüsse des La Plata begrenzt, so daß eine ziemlich offene Verbindung zwischen dem Becken des Amazonenstromes und demjenigen des Rio de la Plata bleibt. Im O. und SO. besteht dieser Teil des Amazonenstrombeckens durchgängig aus feuchtem Wiesen- und Sumpfland, während die übrigen Teile von den dichtesten Urwäldern, den sogen. Selvas oder Bosques, bedeckt sind. Geologisch sind im Amazonasbecken Kreide- und Tertiärablagerungen in größter Verbreitung vorhanden, allerdings vielfach überlagert von jüngerm Alluvium.

c) Die Ebene des Rio de la Plata wird gegen NO. durch das brasilische Gebirgssystem, gegen W. durch die Anden von Bolivia und Chile begrenzt, im S. von der patagonischen Hochebene. Ihre nördliche Region nimmt größtenteils der Gran Chaco (s. d.) ein, eine weite, nördlich bis an die Wasserscheide gegen den Amazonenstrom sich ausdehnende Ebene. Andre Teile des Rio de la Plata-Beckens sind die fruchtbare Ebene von Tucumán im W. des Rio Salado, dann die Pampas (s. d.), in denen weite Grasfluren mit salzreichen, wüsten Strecken wechseln, die in den heißen Salzsteppen, Las Salinas, besonders entwickelt sind (s. Argentinische Republik). In den Pampas Argentiniens und Patagoniens ist eine scharfe Trennung des Tertiärs von der in ihrer Hauptmasse diluvialen Pampasformation, einer durch zahlreiche Tierreste ausgezeichneten Ton-, Löß- und Sandbildung von durchschnittlich 30–50 m Mächtigkeit, nicht durchführbar. Die Hochebene von Patagonien, südlich vom Rio Negro, zwischen den Anden und dem Atlantischen Ozean, steigt gegen das Innere bis 330 m ü. M. an und hat durchgängig eine felsige, steinige und unfruchtbare Oberfläche; nur in den Flußtälern, namentlich des Rio Negro, finden sich kleinere, mit dichterer Vegetation bedeckte Strecken (s. Patagonien). Diese zusammenhängenden niedrigen Ebenen von S., die sich von Patagonien bis zum Antillenmeer auf der Ostseite der Anden ausbreiten, haben zusammen ungefähr 11,343,000 qkm Fläche, wovon 7,115,000 auf die des Amazonenstromes, 3,310,000 auf die des Rio de la Plata und von Patagonien und 918,000 auf die des Orinoko kommen mögen. Die übrigen kleinern Ebenen, wie die von Guayana, die des Magdalenenstromes und die von Chile, Bolivia, Peru an der Westküste, nehmen zusammen ungefähr 881,000 qkm Fläche ein.

[Flüsse.] Infolge des randlichen Verlaufes der Kordilleren und der allgemeinen Neigung des Landes gegen O. bilden sich gewaltige Flußsysteme aus, der Amazonas steht zwar, auch einschließlich des Ucayali, mit 5500 km Lauflänge dem Mississippi und Nil nach, aber sein Stromgebiet von 7 Mill. qkm übertrifft an Ausdehnung alle Flußgebiete der Erde. Der La Plata hat mit dem Pilcomayo, Paraná, Paraguay und Uruguay nahezu ein Stromgebiet (3,1 Mill. qkm) wie der Mississippi. Auch der Orinoko hat noch ein Stromgebiet von gegen 1 Mill. qkm. Mehrfach treten diese Flüsse zur Regenzeit mit einander in Zusammenhang, weil die Wasserscheiden zwischen den einzelnen Becken mehrfach nur durch ganz unbedeutende Erhebungen gebildet werden. So stehen Orinoko und Amazonenstrom durch die Bifurkation des Cassiquiare miteinander in dauernder Verbindung, während man zur Regenzeit auf der Ebene der Campos Parexis mit Booten aus den Zuflüssen des La Plata in die des Amazonenstromes zu gelangen vermag.

Klima-, Pflanzen- und Tierwelt.

S. dehnt sich infolge seiner bedeutenden nordsüdlichen Erstreckung von der heißen Zone im N. und in der Mitte in die südl. ch gemäßigte hinein aus und erreicht in den südlichsten Teilen fast den antarktischen Klimagürtel. In den Anden sind die Abstufungen des Höhenklimas typisch entwickelt.

Die Anden bilden vielfach eine bedeutsame klimatische Scheide. Im O. derselben erstreckt sich das Tropengebiet bis gegen das nördliche Argentinien. In der Wärmeverteilung zeigen sich nur geringfügige Schwankungen. Die mittlern Jahresextreme betragen z. B. für:

Tabelle

Die Regenzeiten fallen mit den Zenitalständen der Sonne zusammen. Ausgedehnte, den passatischen Luftströmungen offenliegende Gebiete erhalten aber auch außerhalb der eigentlichen Regenzeit reichliche Niederschläge. Das gilt namentlich von dem weiten Becken des Amazonas, das dadurch zur typischsten Urwaldregion (Hyläa) wird. Nördlich und südlich vom Amazonasbecken hemmen die Gebirge Brasiliens und Guayanas den Lauf der Passate, die deshalb als trockene Winde das Hinterland jener Gebirge bestreichen und den Savannen und Steppencharakter dieser Gebiete zur Folge haben.

Das südlichste Brasilien, Argentinien und Patagonien fallen in das Gebiet der gemäßigten Zone. Von den Kontinenten der südlichen Hemisphäre erstreckt sich S. allein über das Subtropengebiet hinaus. Im Sommer herrschen an der Küste zwischen 30 und 40° südl. Br. südliche und südwestliche Winde, weiter nach Süden hin hauptsächlich nordwestliche und westliche, im Winter sind die Winde nach Richtung und Stärke viel unregelmäßiger. An der Ostküste werden die warmen Nordwinde durch trockene kühle Südwestwinde (Pamperos) oder feuchtkühle Südostwinde verdrängt. Das pazifische Litorale Südamerikas gliedert sich in vier klimatische Provinzen. Im N. bis gegen 4° südl. Br., bis zum Golf von Guayaquil hin nimmt es in seinem klimatischen Verhalten teil am Tropengebiet Mittel- und Südamerikas. Von der genannten Breite aber gegen S. bis etwa unter 30° südl. Br. dehnt sich ein regenarmes, in der Atacama sogar fast regenloses Wüstengebiet an den Küstenterrassen aus. Daß im Angesicht des Ozeans das Küstenland in Trockenheit verschmachtet. liegt einmal in seiner Bodenplastik, indem die Mauer der Anden eine ausgedehnte Luftzirkulation nicht gestattet, dann aber namentlich in dem Vorhandensein der kalten peruanischen Küstenströmung, über der die Seewinde erkalten, um dann über dem stark erhitzten Litorale wieder eine Temperaturerhöhung zu erleiden und so zur Regenspendung unfähig zu werden. Nur dichte Nebel (garuas) ziehen über diese Gestadelandschaften und nähren hier und da eine spärliche Vegetation. Von 30° südl. Br. erstreckt sich dann das südchilenische Gebiet der subtropischen reichlichen Winterregen bis etwa 40° südl. Br., wo an der Küste Patagoniens bei fast das ganze Jahr hindurch herrschenden Südwest- und Westwinden eins der regenreichsten Gebiete der Erde beginnt. Undurchdringliche Wälder schmücken deshalb diese Westgestade, während sich im O. dürre und unfruchtbare Ebenen ausbreiten.

Jährliche Regenmenge: Trinidad 172, Cayenne 322, Iquitos 284, Pernambuco 297, Provinz Bahia (nördlich) 104, Rio de Janeiro 121, Paraná, mittleres 142, unteres 87, Provinz Buenos Aires 66, Argentinien, Inneres 55, Chile, Westküste 164, Südspitze 55, Santiago 33, Serena 4, Copiapo 1 cm. Mittlere Jahresextreme: Buenos Aires 34° und 0°, Falklandinseln 22°, -5°. Vgl. Voß, Die Niederschlagsverhältnisse von S. (Ergänzungsheft 157 zu »Petermanns Mitteilungen«, Gotha 1907).

Höhenklima. In den tropischen Teilen von S. weicht das Gebirgsklima durch Wärmeverteilung und Regenfall stark vom Tieflandklima ab. Fünf Höhenregionen sind zu trennen, wo die Berge bis über die Schneelinie aufragen: das heiße Land (tierra caliente) mit Kakao, Kokospalmen und andern tropischen Tieflandgewächsen, das gemäßigte Land (tierra templada) mit Kaffee, Bananen, Yucca etc., das kühle Land (tierra fria), die über die Baumgrenze hinausragenden Bergeinöden, im N. Paramo, im Süden Puna genannt, und die Region des ewigen Schnees. Die Schneegrenze liegt im Süden des Erdteils in 900–1300 m, im trockenen Nordchile und Bolivia aber in 5300–5800 m, in Ecuador schneit es von 3600 m an, die hohen Vulkane sind von 4600–4800 m ab mit Schnee bedeckt, wie auch in Kolumbien und in Venezuela. Gletscher treten bei 34° südl. Br. nur spärlich auf, abgesehen von der Ostkordillere in Peru und in Bolivia; in der Eiszeit haben die Eismassen bedeutend weiter herabgereicht als heute, die Kordillere von Südchile war damals zumeist unter einer Decke von Inlandeis begraben. Eine Eigentümlichkeit des Gebirgsklimas ist die Bergkrankheit (Soroche), die feuchtheißen Niederungen werden von Malaria, Gelbem Fieber etc. heimgesucht.

[Pflanzenwelt.] S. erscheint floristisch ziemlich einheitlich, da der tropische Charakter der Pflanzendecke weitaus überwiegt, das andine und namentlich das nur in den äußersten Süden hereinragende antarktische Florenreich somit gegen das tropische Florenreich stark zurücktreten müssen. Erst nachdem die Anden im Tertiär ihre heutige Höhe erreicht hatten, wurden auf ihnen die tropischen Formen in ihrer Verbreitung und Entfaltung gehemmt; gleichzeitig wanderten boreale Formen aus Nordamerika ein. Sowohl mit Afrika wie mit Australien hat in früher erdgeschichtlicher Zeit Landverbindung bestanden.

Das südamerikanische Tropengebiet dehnt sich vom 12.° nördl. Br. bis zum 32.° südl. Br. aus und reicht im O. bis zur atlantischen Küste, wird aber westwärts durch eine Linie begrenzt, welche die Hochkämme der Anden nebst ihren innern Hochflächen ausschließt. Diese Grenzlinie verläuft von der Bai von Guayaquil zunächst nordwärts, umgrenzt das hochandine Steppengebiet Kolumbiens und Ecuadors, biegt dann wieder südwärts längs der tropischen und subtropischen Waldbestände am Ostabhang der Anden bis zur argentinischen Provinz Tucuman, wendet sich von da ostwärts, dem Rio Salado folgend, nach Paraná und läuft durch Entre Rios und das nördliche Uruguay zur brasilischen Küste bei Porto Alegre. Dem beständig feuchtheißen Tropenklima angepaßte Regenwälder (s. Tropenwald) entwickeln sich nur in Kolumbien sowie in dem Amazonenstromgebiet (Hyläa) und am östlichen Abhange der Serra do Mar in Ostbrasilien. Das ganze übrige Land nehmen teils regengrüne Wälder (Catinga) oder von Bauminseln und Buschbeständen (Carrascos) durchsetzte Savannen, teils auch weite, baumlose Grasflächen (Campos) oder subtropische Gebirgswälder, wie an den Osthängen der Kordilleren oder in Südbrasilien Nadelholzwälder (Araucaria brasiliensis), ein. Die tropischen Regenwälder reichen in Kolumbien bis etwa 1300 m und enthalten von ausgezeichneten Palmen Phytelephas, die Stammpflanze der Steinnüsse, zahlreiche Arten von Iriartea, Attalea und Cocos; auch die weit über die pazifische Inselwelt verbreitete Kokospalme (Cocos nucifera) hat ihren ursprünglichen Ausgangspunkt wahrscheinlich an der kolumbischen Küste. Im obern Amazonasgebiet rufen die zweimal im Jahr eintretenden Regenzeiten periodische Überschwemmungen hervor, welche die vorwiegend aus Palmen bestehenden Uferwaldungen (Igapówald) monatelang unter Wasser setzen. Dem Igapó steht der Etewald gegenüber, in dem der Pflanzenreichtum des äquatorialen Urwaldes (s. Tropenwald) zu reinstem Ausdruck kommt. Großartige Fülle auffallender Wuchsformen und farbenprächtiger Blüten entfaltet der brasilische Urwald in zahlreichen Lianen und Epiphyten; von Wassergewächsen sind die Riesennymphäen (Victoria regia in Seitenarmen des Amazonenstromes) hochberühmt. Ein den Urwäldern des Amazonas ähnlicher, aber weniger artenreicher Tropenwald bedeckt die Ostabhänge der Serra do Mar in einer Ausdehnung von mehr als 12 Breitengraden bis über den Wendekreis hinaus. In der äquatorialen Gebirgsregion am Ostabhang der Kordilleren Ecuadors und Bolivias gewinnt die Pflanzenwelt mit zunehmender Höhenlage den Charakter gemäßigter Klimate; die untere Palmen- und Farnwaldregion steigt nur 1200–1600 m aufwärts, dann folgt meist ein Gürtel von Fieberrindenbäumen (Chinchona) bis 2000 m, noch höher Wälder der Wachspalmen (Ceroxilon andicola u. a.) bis 3000 m, zuletzt eine alpine Strauch- und Staudenregion. Dieser äquatorialen Gebirgsvegetation schließt sich südwärts ein ähnliches Gebirgswaldgebiet mit subtropischem und gemäßigtem Klima am Oberlauf der von den Kordilleren entspringenden Nebenflüsse des Paraguay an; es bietet in seinem untern Gürtel tropische Elemente, in seinem obern Teile Nadelhölzer (Podocarpus), eine Erlenart (Alnus acuminata) u. a. dar und steht mit dem südbrasilischen Araukariengebiet in den Provinzen Paraná, Santa Catharina, Rio Grande do Sul, Paraguay und dem nördlichen Uruguay in engerer pflanzengeographischer Beziehung; in letzterm besteht die vorherrschende Vegetation aus Araukarienwäldern. Gebüschen des Maté-Teestrauchs (Ilex paraguayensis), Hainen von Kokospalmenarten und graugrün gefärbten Grasfluren. Zwischen der argentinischen Gebirgsregion und dem Araukariengebiet schaltet sich am Unterlauf der obenerwähnten Nebenflüsse ein Parkland (der Gran Chaco) ein, in dem Gehölzbestände, Palmenhaine (Copernicia), Schilfdickichte und Wiesenflächen abwechseln. Diese Parklandschaft vermittelt den Übergang zu den tropischen Savannen, die in reinster Form als baumlose, steppenartige, nur von niedrigem Buschwerk durchsetzte Grasfluren (Campos) vorzugsweise in den brasilischen Provinzen Minas Geraës, São Paulo und dem südlichen Goyaz auftreten. In Pernambuco, Ceará, Piauhy, dem nördlichen Goyaz und Mato Grosso wechseln weite, mit reichem Blumenflor bedeckte offene Flächen mit Beständen von Palmen (Copernicia und Mauritia) und regengrünen Catingawäldern, während an den Flußtälern Wälder vom Hyläa-Typus auftreten. Auch im Orinokogebiet von Guayana und Venezuela werden die Savannen von tropischen Urwaldbeständen unterbrochen.

Von der schon erwähnten, in der Bai von Guayaquil beginnenden Scheidelinie west- und südwärts beginnt das südamerikanische Steppen- und Graslandgebiet, von dem die tropischen Savannen wegen ihrer nahen Beziehungen zur tropischen Urwaldflora auszuschließen sind. Am Westabhang der Kordilleren Perus bis zur Küste schichten sich drei Höhengürtel der Vegetation übereinander; auf eine untere, trockenheiße Region mit zahlreichen Kakteen folgt eine Bergflora mit vorwiegend amerikanischen Gattungen (Calceolaria, Alonsoa u. a.) und schließlich eine bis zur Schneelinie (bei 5000 m) aufsteigende Alpenregion mit auch in Europa vertretenen Gattungen (wie Saxifraga, Gentiana, Valeriana, Astragalus, Bartsia u. a.). Weiter nach Süden folgt bis 27° südl. Br. die Atacamawüste, in der Baumwuchs (z. B. von Prosopis Siliquastrum) nur sehr spärlich ist; unter 30° beginnen an der Küste einzelne größere Baumbestände, weiter südwärts (etwa bei 34° südl. Br.) treten auch geschlossene Wälder auf. Der schmale, zwischen dem Wendekreis und dem 34.° südl. Br. liegende Küstenstrich wird als chilenisches Übergangsgebiet bezeichnet, das sich durch Reichtum endemischer Pflanzenarten auszeichnet; vorherrschende Pflanzenformen sind stachelblätterige Bromelien (Puya), armleuchterartig verzweigte oder kugelförmige Kakteen, zahlreiche Dornsträucher, Steppengräser und eine Schar in der feuchten Jahreszeit rasch erscheinender Zwiebelgewächse. Östlich von den Anden, zwischen ihnen und den Grasfluren am La Plata setzen sich die Steppenbildungen als Espinalregion in Argentinien fort, in der dornig-struppige Buschbestände (z. B. des Chanarstrauches Gourliaea sowie Mimoseen) tonangebend sind. Ostwärts gehen sie in weite, zusammenhängende Grasfluren (Pampas) über, die vom La Plata südwärts die ganze atlantische Seite Südamerikas bis zur Magalhãesstraße begleiten, aber in Patagonien von den Anden her mit zahlreichen Gesteinstrümmern überschüttet erscheinen. Die Pampas sind an Vegetationsformen und Pflanzenarten sehr arm; die eingewanderte Artischockendistel bildet bisweilen mannshohe, viele Quadratkilometer Fläche einnehmende Dickichte. Einen noch ärmlichern Charakter nimmt die Pflanzenwelt auf der steinigen Geröllfläche Patagoniens an.

An der südamerikanischen Westküste beginnen in Südchile (Valdivia) Bestände vorwiegend immergrüner Wälder mit Laurazeen, Magnolien, Buchenarten und zahlreichen Nadelholzbäumen, die etwa bis 44° südl. Br. hinabgehen und von da bis zur Magalhãesstraße nur noch buschartig auftreten. Im Hochgebirge ist vom Feuerland bis zum Aconcagua die antarktische Flora verbreitet, die neben borealen Gattungen auch eine Reihe endemischer Formen enthält und mit der des immergrünen Waldgürtels zusammengefaßt werden kann.

Kulturpflanzen. Mehrere Bohnenarten (Phaseolus vulgaris, P. lanatus) haben ihre wahrscheinliche Heimat in Peru, in dessen alten Gräbern die Sa nen gefunden wurden. Die Kartoffelpflanze (Solanum tuberosum) fand Darwin auf dem Chonosarchipel wildwachsend; nach andern Angaben kommt sie auch im Zentrum der chilenischen Gebirge wild vor. Jedenfalls betrieben die Eingebornen schon vor Ankunft der Europäer die Kultur der Kartoffel. Vgl. die Karte beim Artikel »Pflanzengeographie«.

[Tierwelt.] Mittel- und Südamerika bilden zusammen die neotropische Region (s. d.). Dieser Teil Amerikas bietet eine Verschiedenheit der orographischen Verhältnisse wie keine andre tropische Region, wozu noch kommt, daß mit der weiten Ausdehnung nach Süden hin S. auch noch weit in die gemäßigte Zone hineinreicht. Demgemäß ist es faunistisch so scharf charakterisiert sowohl durch Besitz eigentümlicher Formen als durch das Fehlen sonst weitverbreiteter Typen wie keine geographische Region außer Australien. Die Greifschwanzaffen, die Seidenaffen, die blutsaugenden Fledermäuse, die Hasenmäuse, Meerschweinchen, Faultiere, Gürteltiere, Ameisenfresser sind charakteristische Bewohner Südamerikas, während andre Gruppen, wie Ochsen, Schafe, gänzlich oder (Insektenfresser, Viverren) fast gänzlich fehlen. Das tropische Amerika enthält die eigne Beuteltierfamilie der Didelphiden. Unter der reichen Vogelwelt sind am bemerkenswertesten die Kolibris, die südlich bis zum Feuerland und vertikal bis über die Schneelinien der Anden gehen; dazu kommen die buntgeschnäbelten Tukane, die Sägeraken, von den Papageien die eigentümlichen Makaos. Zu den größten Vogelformen gehören die Königsgeier, der schwarze Urabu und vor allen der Bewohner der hohen Anden, der Kondor, mit dem Albatros der größte unter den fliegenden Vögeln. Der einzige große Laufvogel ist der südamerikanische Strauß. Die Reptilien sind in reicher Fülle entwickelt; die Schlangen kommen in 16 Familien vor, darunter die Riesenschlange (Boa), welche die altweltliche Gattung Python vertritt. Unter den Eidechsen sind die Tejiden und Kammeidechsen der westindischen Inseln und des Festlandes besonders charakteristisch. Von riesenhaften Dimensionen und sehr zahlreich im Vorkommen sind einige Süßwasser- und Seeschildkröten; ebenso mannigfach in Form und Zahl sind die Lurche und die Fische, von welch letztern der Amazonas allein weit mehr Arten beherbergt, als man aus dem ganzen Atlantischen Ozean kennt; bemerkenswert sind unter ihnen besonders die Zitteraale. Die Zahl der Insekten ist außerordentlich groß, und alle zeichnen sich durch Glanz und Farbenpracht aus. Ameisen, Moskitos und Sandfloh können zur Landplage werden. Von Mollusken spielen sowohl die land- als wasserbewohnenden eine große Rolle; an erstern sind besonders die westindischen Inseln sehr reich, die Gattung Bulimus überwiegt, während Helix sehr zurücktritt und Nanina, für die tropischen Teile der Alten Welt charakteristisch, ganz fehlt. Die Süßwassermolluskenfauna Südamerikas zeigt ähnlichen Reichtum wie die Nordamerikas, doch finden sich hier statt der unzähligen Melanien und Unionen Ampullarien und eine ganze Reihe Gattungen sehr abweichender Süßwasserbivalven. Eigentümlich für einen Teil Südamerikas ist das Auftreten der austernähnlichen Gattung Muelleria, die den afrikanischen Ätherien entspricht. Im äußersten Süden des Kontinents erlischt die Fülle der tropischen Tierwelt; nur zahlreiche grabende Nager, eine Rehart, eine Fuchsart, eine Fledermaus und das Guanako dringen weit nach Süden vor. Im Meer stellen sich Cetazeen und Seehunde ein. Aus S. stammende Nutztiere sind: Lama, Vicuña und Hokkohuhn. Vgl. die tiergeographischen Karten bei Artikel »Säugetiere, Vögel« etc.

[Bevölkerung.] Die Spanier und Portugiesen fanden in S. überall Stämme der nämlichen Rasse, die man Indios, Indier, Indianer benannte, da man Ostasien erreicht zu haben wähnte. Bald wurden in die tropischen Teile Neger aus Westafrika eingeführt, so daß heute drei Rassen in S. eine Rolle spielen: die Ureinwohner, Neger und Europäer sowie die zahlreichen Mischlinge: Mestizen (von Weißen und Indianern), Mulatten (von Weißen und Negern) und Sambos (von Negern und Indianern).

I. Allenthalben zeigen die Ureinwohner oder Indianer (s. Tafel »Amerikanische Völker II«, im 1. Bd.) eine ähnliche Körperbildung, die in mancher Hinsicht an die der mongolischen Rasse erinnert; auch in den geistigen Eigenschaften, der Sprache, dem Charakter zeigt sich eine unbestreitbare Verwandtschaft. Die Körpergröße schwankt zwischen 150 und 180 cm, die größern Stämme gehören dem Süden an. Die Hautfarbe ist hellbraun, das Haar meist schwarz oder blauschwarz, fast immer straff, schlicht und dicht, der Bartwuchs nur spärlich. Hände und Füße sind zierlich, die Unterarme kurz, die Oberarme gut entwickelt, die Brust gewölbt, das Gesicht breit, die Augen meist klein und etwas schiefgestellt wie bei den Mongolen, so daß manche Ethnographen, z. B. O. Peschel, auch auf Grund von gleichen Mythen und Gebräuchen die Indianer mit diesen zu den mongolenähnlichen Völkern vereinigt haben. Nach dieser Auffassung sind die Indianer aus Asien eingewandert. Man kann drei große Gruppen unterscheiden: die tropischen Stämme, die südlichen Stämme und die andinen Kulturvölker.

1) Von den zahlreichen tropischen Stämmen sind viele völlig verschwunden; K. von den Steinen fand 1885 völlig primitive Stämme an den Quellflüssen des Xingu, die, ohne Berührung mit den Weißen geblieben, auf der Stufe der jüngern Steinzeit standen und zu den Karaiben gehören. Man unterscheidet jetzt folgende Gruppen: a) die heute weit zerstreuten Tupi; sie scheinen sich von Paraguay aus strahlenförmig nach Norden ausgebreitet zu haben: in Ostbrasilien leben die Küstentupi, in Paraguay die Guarani, am Madeira, Tapajos etc. die zentralen Tupistämme, am Ostfuß der Kordilleren die Westtupi. Alle Tupi sind gute Schiffer, leben von Jagd, Fischfang und Ackerbau. b) Die Gesvölker des Ostens gelten als Urbewohner ihres Gebietes, so die Bugres im Süden Brasiliens, die Botokuden am Rio Doce u. a. m.; es sind Jägernomaden ohne Ackerbau und Viehzucht. c) Die Karaiben wurden durch die von K. von den Steinen näher erforschten Bakairi am obern Xingu näher bekannt. Wohl von hier aus haben sie sich über den Norden des Erdteils nach Guayana, Venezuela und auf die Antillen weil ausgebreitet. Alle Karaiben sind gute Schiffer, Jäger, aber auch Ackerbauer. d) Die Nu-Aruak leben heute zwischen dem obern Orinoko und dem obern Madeira, doch haben sich mehrere Stämme völlig abgesondert und leben verstreut in Guayana, der Goajirahalb insel etc. e) Am obern Paraguay leben die Völker der Guaikurúgruppe und die wilden Reitervölker des Gran Chaco; man trennt hier die Matako und die Maskoi voneinander. 2) Die südlichen Stämme haben sich seit der Einführung des Pferdes in wilde Reiter- und Jägervölker verwandelt. Zu ihnen gehören die Pampasindianer oder Pehueltschen in Argentinien, die Patagonier oder Tehuelischen in Patagonien, die Araukaner in Chile und die Feuerländer im Feuerland und den Inseln der Südwestküste. Die andinen Kulturvölker umfassen die Aimará in Bolivia und Südperu, die von den Inka beherrschten Ketschua oder Quechua in Peru und Ecuador und die Chibcha um Tunja und Sogamoso in Kolumbien.

II. Die in S. vordringenden Spanier und Portugiesen haben unter den Indianern schrecklich aufgeräumt; nur in den ausgedehnten Urwald- und Steppengebieten sowie in den dichtbevölkerten Andenländern haben sie sich in größern Mengen erhalten. Für die Bergwerke und Plantagen führte man seit 1505, auf den Rat von Las Casas lebhafter seit 1517, Neger ein, die in Brasilien bis 1888 in Sklaverei lebten. In Surinam wurden viele unabhängig (Buschneger). Sie bevölkern namentlich die tierra caliente der Küsten- und Talregion.

Bis zur Erringung staatlicher Unabhängigkeit von Spanien und Portugal waren von Europäern fast nur Spanier und Portugiesen nach S. gelangt, im 19. Jahrh. folgten besonders Italiener (nach São Paulo, Uruguay und Argentina) und Deutsche (nach Südbrasilien, den La Plata-Staaten und Chile). Nach Guayana gelangten seit 60 Jahren Malaien, indische Kulis, sowie nach Peru Chinesen. Die Kreuzung der Weißen, Indianer und Neger macht immer größere Fortschritte. Es gibt 5–6 Mill. Indianer, 4 Mill. Neger, 10–10, 5 Mill. Weiße und über 20 Mill. Mischlinge.

Religion. Abgesehen von Patagonien, ist das Christentum weit verbreitet; im englischen und holländischen Teile Guayanas der Protestantismus, während in den Portugiesisch oder Spanisch redenden Staaten Südamerikas die katholische Kirche bis vor nicht langer Zeit die allein erlaubte Religionsform war. Durch Einführung der religiösen Toleranz und durch Einwanderung hat sich gegenwärtig auch in diesen Ländern ein nicht unbedeutendes nicht katholisches Bevölkerungselement gebildet. Die Mission, und zwar naturgemäß zuerst die katholische, hat in Amerika überall gearbeitet, wohin Europäer gelangten, doch sind viele der in mehreren südamerikanischen Staaten früher blühenden Indianergemeinden jetzt gänzlich verschwunden.

Über die Entdeckungsgeschichte Südamerikas vgl. Amerika, S. 428.

Politische Entwickelung.

Fast drei Jahrhunderte nach der Entdeckung blieb Amerika unter der Herrschaft der europäischen Länder, von denen die Entdeckung ausgegangen war. Spanien besaß den ganzen Westen und Norden, beinahe zwei Drittel von S., Portugal den Osten, das jetzige Brasilien. Die Franzosen hatten sich eines Teiles von Guayana bemächtigt. Seit 1810 begannen die Unabhängigkeitskämpfe der spanischen Kolonien, die mit der Losreißung von Spanien endigten. Nunmehr wurden die Republiken Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivia (das im Salpeterkriege 1884 seinen pazifischen Küstenanteil an Chile verlor), Chile, Argentinien, Paraguay und Uruguay gebildet. 1822 machte sich der portugiesische Besitz als Kaiserreich Brasilien unabhängig, das sich 1889 auch in eine Republik (Vereinigte Staaten von Brasilien) verwandelte. Seitdem sind alle selbständigen Staaten Republiken. 1903 löste sich der nördlichste Teil des Staates Kolumbien ab und bildete die neue, stark unter dem Einfluß der Union stehende Republik Panama, die zu Mittelamerika gerechnet wird. Zu europäischen Staaten gehören nur Guayana und die Falklandinseln. Von den letztern abgesehen, sind somit folgende politische Gebiete zu unterscheiden:

Tabelle

Vgl. die »Karten zur Geschichte Amerikas« im 1. Band; dort auch die Übersicht: Wichtigste Ereignisse der Territorialgeschichte Amerikas seit 1884 (S. 430).

Wirtschaftliche Verhältnisse.

In der Kolonialzeit lieferte S. vorwiegend Edelmetalle, besonders Gold und Silber. An der Spitze stand damals Peru (einschließlich des heutigen Staates Bolivia). Es soll bis 1882 nach A. v. Humboldt 31/2 Milliarden Mk. Silber geliefert haben. Gold wurde, außer in Peru, hauptsächlich in Kolumbien und Brasilien (bis 1800: 3900 Mill. Mk.) gefunden. In Brasilien fand man seit 1730 sodann Diamanten (Diamantino in Mato Grosso und Diamantina in Minas Geraës). Gold kommt auf Quarzgängen des kristallinischen Schiefergebirges vor, aus dessen Zerstörung die goldreichen Alluvionen hervorgingen. Im silberreichen Bolivia und Peru, wo die Minen von Pasco und Potosi schon seit mehreren Jahrhunderten reiche Ausbeute geliefert haben, setzen die Erzgänge in einem Porphyr auf, in Caracoles und Chanarcillo in Chile, wo sie am Ausgehenden besonders reich an Chlor-, Brom- und Jodsilbererzen waren, in oberjurassischen Kalksteinen Platinerze finden sich zwar in einigen Alluvionen von Villarica und mit den Diamanten in Mato Grosso in Brasilien; aber nur die Gold und Edelsteine führenden, aus dem kristallinischen Gebirge stammenden Alluvionen von Kolumbien werden ausgebeutet. Das Kupfer kommt weitverbreitet gangförmig in dioritischen Gesteinen Chiles vor, sein eingesprengt im Kupfersandstein von Corocoro. Die reichsten Zinngruben sind in Bolivia, reiche, aber wenig benutzte auch in Kolumbien. Quecksilber wird in Huancavelica in Peru gewonnen. Außer den Edelsteinalluvionen Brasiliens mit Diamant, Korund, Topas, Spinell, Turmalin, Cordierit, Euklas, Andalusit sind noch die reichen Smaragdgruben von Muzo in Kolumbien und die schönen Feueropale von Zimapan zu erwähnen. Große, aber noch wenig ausgebeutete Vorräte von Schwefel sind in den Kordilleren in der Nähe der Vulkane vorhanden. Zu erwähnen ist sodann der Boronatrocalcit in den Salpeterlagern von Iquique. Ausgedehnte Lager von Natronsalpeter finden sich bei Iquique in Chile (von wo er als Ballast nach Europa verschifft wird), ebenda schwefelsaures Natron. Das bedeutendste Bergbauerzeugnis Südamerikas ist jetzt der Salpeter Chiles; von letzterm führt Chile für 113 Mill. Mk. aus nebst 161/2 Mill. Mk. Kupfer. Peru brachte 1900 nur noch für 2,4 Mill. Mk., Bolivia für 13,2 Mill. Mk. Silber; Kolumbien 1896 für 13, Brasilien für 11, Chile für 4 Mill. Mk. Gold, während Venezuela neuerdings zeitweise für 20 Mill. Mk. Gold ausführte, Britisch-Guayana für 11, Französisch-Guayana für 9 Mill. Mk. jährlich liefern. Hier ist der Reichtum an Gold erst neuerdings bekannt geworden. Aus Bolivia kam 1900 für 7 Mill. Mk. Zinn sowie etwas Wismut und Kupfer, aus Peru für 1 Mill. Mk. Blei, aber nur noch wenig Quecksilber. Der Bergbau ist im ganzen gegen früher zurückgegangen, dagegen hat der Ackerbau zugenommen, besonders in den subtropischen und gemäßigten Teilen (bloß in Französisch- und Niederländisch-Guayana ging er zurück, als die Sklaverei aufgehoben wurde und für die Neger nur in Englisch-Guayana Ersatz durch indische Kulis zu erhalten war).

Das wichtigste Erzeugnis Südamerikas ist der Kaffee: 1898 lieferte Brasilien von 13,7 Mill. Sack Kaffee fast 10 Mill. (72 Proz.), d. h. 600 Mill. kg im Werte von 880 Mill. Mk. Später trat ein gewaltiger Preisfall ein, so daß der Wert 1900 auf 260 Mill. Mk. sank. Auf Brasilien folgen Venezuela und Kolumbien. Von Kakao führt Ecuador für 32, Venezuela für 8 Mill. Mk. aus. Stark zurückgegangen ist die Ausfuhr von Zuckerrohr aus den sämtlichen tropischen Gebieten, eine Rolle spielen noch Baumwolle (Nordostbrasilien), Tabak und für Paraguay Apfelsinen und Paraguaytee aus den Wäldern Letztere liefern im tropischen Teil (Amazonas) besonders Kautschuk (Manaos versandte 1901 für 71 Mill. Mk.).

Wesentlich abweichend sind naturgemäß die Erzeugnisse der subtropischen Staaten Chile, Argentina, Uruguay und Südbrasilien. Hier spielen Weizen, Lein und besonders die Erzeugnisse der Viehzucht die Hauptrolle: an Schafwolle versendet allein Argentina jährlich für 200–220, Uruguay für 32 Mill. Mk., dazu treten Talg, frisches Fleisch, Fleischextrakt, Häute und lebende Tiere in wachsenden Werten hinzu, besonders aus Buenos Aires, Rosario, Montevideo, Fray Bentos, Rio Grande und Pelotas.

Industrieerzeugnisse spielen in der Ausfuhr erst eine geringe Rolle, eine um so größere dagegen in der Einfuhr. Zu Buenos Aires und Montevideo treten für den Handel vor allem noch Rio de Janeiro und Bahia im O., im W. Valparaiso und Callao. Zahlreiche Dampferlinien verknüpfen S. mit Westindien, Nordamerika und Europa sowie mit Asien und Australien. Der transkontinentale Eisenbahnverkehr wird erst angebahnt durch die Bahn von Argentinien nach Chile über den Uspallatapaß, eine Anzahl Kabelverknüpfen den Erdteil mit Europa. 1902 waren erst 42,000 km Bahnen vorhanden (93 kommen auf Brasilien, 2/5 auf Argentina), Telegraphenlinien gab es 1900 etwa 130,000 km.

[Literatur.] Zusammenfassende Handbücher: J. E. Wappäus, Handbuch der Geographie und Statistik. Das ehemalige spanische Mittel- und Südamerika (Leipz. 1870–73); E. Reclus, Nouvelle Géographie universelle, Bd. 18 u. 19 (Par. 1892–94); W. Sievers, Süd- und Mittelamerika (2. Aufl., Leipz. 1903); Keane, South-America (in Stanfords Kompendien, Lond. 1901). – Vgl. ferner (außer der Literatur bei den einzelnen Ländern) von Werken allgemeinen Inhalts und Reisewerken: A. v. Humboldt und A. Bonpland, Voyage aux régions équinoxiales du Nouveau Continent, fait en 1799 à 1804 (Par. 1815–31, 3 Bde. mit Atlas; deutsch von Hauff, zuletzt Stuttg. 1889, 4 Bde.); A. v. Humboldt, Ansichten der Natur (neue Ausg., Stuttg. 1890); A. D. d'Orbigny, Voyage dans l'Amérique méridionale (Par. 1835–49, 7 Bde.); Ed. Pöppig, Reise in Chile, Peru und auf dem Amazonenstrom (Leipz. 1835–36, 2 Bde. mit Atlas); Fr. de Castelnau, Expédition dans les parties centrales de l'Amérique du Sud (Par. 1850–61, 6 Bde. mit Atlas); J. J. v. Tschudi, Reisen durch S. (Leipz. 1866–1869, 5 Bde.); E. v. Martius, Beiträge zur Ethnographie und Sprachenkunde Amerikas (das. 1867, 2 Bde.); M. Wagner, Naturwissenschaftliche Reisen im tropischen Amerika (Stuttg. 1870); A. Bastian, Die Kulturländer des alten Amerika (Berl. 1878, 2 Bde.); W. Reiß und A. Stübel, Reisen in S. (in »Petermanns Mitteilungen«, 1878); M. v. Thielmann, Vier Wege durch Amerika (Leipz. 1879); J. Crevaux, Voyages dans l'Amérique du Sud (Par. 1882); Habel, Ansichten aus S. (Berl. 1897); Bürger, Reisen eines Naturforschers im tropischen S. (Leipz. 1900); Perl, Durch die Urwälder Südamerikas (Berl. 1903); Percy F. Martin, Through five republics; a critical description of the Argentine, Brazil, Chile, Uruguay, and Venezuela (Lond. 1905); Kärger, Landwirtschaft und Kolonisation im spanischen Amerika (Leipz. 1901, 2 Bde.); Sievers, S. und die deutschen Interessen (Stuttg. 1903); Heinemann und Meyer, Handels- und Wirtschaftsgeographie von S. (Braunschw. 1906). – Zur Geschichte: Deberle, Histoire del'Amérique du Sud (3. Aufl., Par. 1898); »History of South America«, by an American (aus dem Spanischen von Jones, Lond. 1899); Dawson, The South American Republics (das. 1903–05, 2 Bde.); Akers, History of South America, 1854–1904 (das. 1904); über die Entdeckungsgeschichte vgl. die unter »Amerika« (Bd. 1, S. 431) angeführten Werke. Karten in den Handatlanten von Stieler, Andree und Debes.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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