Rameau


Rameau

Rameau (spr. -mō), Jean Philippe, Komponist und Theoretiker, geb. 25. Sept. 1683 in Dijon, gest. 12. Sept. 1764 in Paris, kam schon jung nach Paris, wo er bereits 1706 das erste Buch seiner Pièces de clavessin herausgab, führte aber zunächst ein unruhiges Wanderleben, das ihn 1717 abermals nach Paris führte. In der Folge war er aber erst noch Organist in Lille und Clermont, und erst 1721 faßte er in Paris definitiv festen Fuß, eröffnete mit dem »Traité de l'harmonie« (1722) eine Reihe hochbedeutender theoretischer Schriften, welche die Harmonielehre in ganz neue Bahnen lenkten, und schwang sich von 1737 ab auch zum bedeutendsten Repräsentanten der französischen Nationaloper seit Lully auf. Ludwig XV. ernannte R. zum Hofkomponisten. Wie in den Opern Lullys, bilden auch in denen Rameaus das Ballett und der Chor einen wesentlichen Bestandteil; was sie weiter von der italienischen der Zeit scharf unterscheidet, ist die Wichtigkeit, die guter Deklamation und dem rhythmischen Elemente beigelegt ward. Mehrere Opern Rameaus erschienen in Neuausgabe in den »Chefs d'œuvre classiques de l'opéra français«. Eine Gesamtausgabe der Werke Rameaus erscheint seit 1895 in Paris unter Redaktion von Saint-Saëns (mit Biographie von Malherbe; bis jetzt die Klavierwerke, Kantaten, Motetten und die Opern »Hippolyte et Aricie«, »Castor et Pollux«, »Les Indes galantes«), die Klavierwerke gab auch H. Riemann heraus (Leipz. bei Steingräber). 1876 wurde R. in seiner Geburtsstadt ein Denkmal errichtet. Vgl. A. Pougin, R., essai sur sa vie et ses œuvres (Par. 1876); Ecorcheville, De Lulli à R. (das. 1896).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.