Baker

Baker

Baker (spr. bēker), 1) Sir Samuel White, engl. Reisender, geb. 21. Juni 1821 zu Thorngrove in Worcestershire, gest. 30. Dez. 1893 auf seinem Landgut Sanford Orleigh (Devonshire), erhielt eine vorzügliche Erziehung, begab sich 1845 zur Elefantenjagd nach der Insel Ceylon, war dann beim Bau der türkischen Bahn von Warna nach Rustschuk tätig und brach 1861, von seiner Frau, einer Deutschen aus Pest, begleitet, zur Aufsuchung der Nilquellen auf. Nachdem er zunächst die nördlichen Landschaften Abessiniens durchstreift hatte, fuhr er 1862 von Chartum aus mit drei Barken nilaufwärts nach Gondokoro, wo er Mitte Februar 1863 mit Speke und Grant zusammentraf, die durch ihre Reise von Sansibar über den Victoria Niansa das Problem der Nilquellen in der Hauptsache gelöst, aber noch von einem zweiten großen Quellsee, dem Mwutan, Kunde erhalten hatten, in den sich der Abfluß des Victoria Niansa ergießen sollte. Diesen See wollte B. aufsuchen. Unter vielen Beschwerden und Gefahren kam er auf einer zuerst ostwärts gewendeten Route durch Latuka und Unyoro 16. März 1864 bei Vacovia an diesen See, den er Albert Niansa taufte. Er fuhr an dessen Nordostufer bis Magungo, wo der Abfluß des Victoriasees mündet, vermochte jedoch nicht, den Ausfluß des Weißen Nils genau festzustellen. Seine Reise, die Spekes Entdeckungen vervollständigte, brachte ihm den Baronetstitel und die große goldene Medaille der Londoner Geographischen Gesellschaft ein. Die Greuel der Sklavenjagden, die er am obern Weißen Nil gesehen hatte, bewogen ihn, 1868 dem Vizekönig von Ägypten einen Plan vorzulegen, die Nillandschaften bis zu den Seen zu erobern, dort den Sklavenhandel zu zerstören und einen geordneten Handel einzuführen. Der Vizekönig ging auf diesen Plan ein, ernannte B. zum Pascha und stellte ihn an die Spitze einer kleinen Armee, die 1870 von Chartum ausbrach. Aber der Weiße Nil war durch eine Pflanzenbarre gesperrt, Bakers Leute starben in dem Sumpfklima massenhaft, und nur unter den unsäglichsten Beschwerden wurde mit Benutzung des Giraffenflusses, eines Nebenarms des Weißen Nils, 15. April 1871 Gondokoro erreicht, wo B. die Stadt Ismailia erbaute und die Barineger unterwarf. Ende [871 zog er nilaufwärts, errichtete bei Fatiko ein festes Lage° und drang unter beständigen Kämpfen mit den Sklavenjägern und Eingebornen bis Masindi im Land Unyoro (2° nördl. Br.) vor, vermochte indes keine dauernden Erfolge zu erringen und kehrte 1873 nach England zurück. 1879 unternahm B. einen Ausflug nach Cypern. Er veröffentlichte: »Eight years' wanderings in Ceylon« (Lond. 1855, neue Ausg. 1890), »The Nile tributaries of Abyssinia« (1867; deutsch, Braunschw. 1868), »The Albert Nvanza« (1866; deutsch, Jena 1867), »Ismailia« (1874, 2 Bde.), »Cyprus, as I saw it in 1879« (1879; deutsch, Leipz. 1880), »Wild beasts and their ways« (1890, 2 Bde.). Vgl. Murray und White, Sir Samuel B. a memoir (Lond. 1895).

2) Valentine (Baker Pascha), engl. Offizier, Bruder des vorigen, geb. 1. April 1827, gest. 17. Nov. 1887, trat 1848 ins Heer, focht 1852–53 im Kaffernkrieg, 1855 in der Krim und wurde 1860 Kommandeur des 10. Husarenregiments, reiste 1873 für seine Regierung nach Persien und Afghanistan, worüber er in dem Buch »Clouds in the East« (2. Aufl. 1878) berichtete. 1877 trat er als Generalmajor in türkische Dienste, nahm im russisch-türkischen Krieg an den Kämpfen am Lom teil und schrieb: »The wer in Bulgaria« (1879, 2 Bde.). 1882 wurde B. in Ägypten mit der Organisation der Gendarmerie beauftragt, zum Pascha befördert und Ende 1883 zum Befehlshaber der ägyptischen Truppen im Sudân ernannt. Beim Versuche, Tokar zu entsetzen, wurde er 5. Febr. 1884 bei El Teb geschlagen. Er schrieb noch: »Remarks on the organization of the British cavalry« (1858), »Our national defences« (1860) u. a.

3) John Gilbert, Botaniker und Geolog, geb. 13. Jan. 1834 zu Guisborough in Yorkshire, wurde 1866 Hilfsaufseher beim Herbarium zu Kew sowie Lehrer der Botanik am London-Hospital, 1882 Lehrer der Botanik bei der Apothekergesellschaft und einer der Mitredakteure des »Journal of Botany«. Er schrieb: »On the geographical distribution of ferns through the world« (1868); »Synopsis filicum« (begonnen von W. Hooker 1868, 2. Aufl. 1874); »Monograph of the British roses« (1869); »Revision of the genera and species of capsular gamophyllous Liliaceae« (1870); »Monograph of the ferns of Brazil« (1870–80, 7 Tle.); »Flora of Mauritius and the Seychelles« (1877); »Systema Iridacearum« (1877); »Flora of the English lake district« (1885); »Handbook of Amaryllidae, etc.« (1888); »Handbook of the Bromeliaceae« (1890), »of the Irideae« (1892) u. a. Auch gab er (mit Newbould) Watsons »Topographical Botany« heraus (2. Aufl. 1883).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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