Pegu


Pegu

Pegu, Division der britisch-ind. Provinz Niederbirma, umfaßt 23,721 qkm mit (1901) 1,820,638 Einw., davon 1,541,388 Buddhisten, 152,151 Hindu, 65,534 Mohammedaner, 38,274 Christen, 21,709 Naturanbeter, die sich selbst Mon nennen, bei den Birmanen Talaing heißen und eine reiche Literatur besitzen. Die meisten Einwohner sind Birmanen, dann Karen, Schau, Tamil, Chinesen u.a.; dazu etwa 10,000 Europäer, darunter 200 Deutsche. In meridionaler Richtung durchzieht die Bergkette Pegu-Yoma das Gebiet, im O. bildet eine zweite die Grenze gegen Tenasserim. Hauptfluß ist der Irawadi, dann der eine ansehnliche Strecke aufwärts schiffbare Pegufluß; im S O. mündet der Sittang. Angebaut wird vornehmlich Reis, dann Ölsaaten, Tabak, Baumwolle; sehr bedeutend ist die Obstkultur. Auf den Flüssen leben in 4638 Booten 23,851 Personen. Der sehr bedeutende Handel wird durch ein dichtes Netz vom Irawadi und Sittang ausgehender Flußarme sowie durch die Eisenbahn von Rangun nach Prome gefördert. P. zerfällt in vier Distrikte: Rangun Stadt, Hanthawadi, Tharawadi und Prome. Sitz der Verwaltung ist Rangun. – Die gleichnamige Stadt, am gleichnamigen Fluß im Hanthawadidistrikt, hat verfallene Mauern, neuere Palisaden, war vor ihrer Zerstörung durch Alompra (1757) eine große (150,000 Einw.) und reiche Stadt, Hauptstadt des Königreichs Taleng, von deren Glanz noch der 115 m hohe, angeblich 2320 Jahre alte Tempel des Gourtama Schwemada (»goldenes Heiligtum«) zeugt, zählte aber 1901 nur 14,132 Einw. (9901 Buddhisten, 291 Christen). Die Portugiesen erlangten hier 1540 Zutritt. 1586 besuchte der erste Engländer die Hauptstadt, die 1852 von England besetzt wurde. Vgl. Phayre, On the history of P. (im »Journal of the Asiatic Society of Bengal«, Kalkutta 1873).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.