Passeier


Passeier

Passeier, Alpental in Tirol, Bezirksh. Meran, durchströmt von der Passer, die in den Ötztaler Alpen entspringt und nach einem Laufe von 37 km sich bei Meran in die Etsch ergießt. Eine neue Straße (1899) führt bis zum Dorf Moos (1020 m, 358 Einw.). Nördliche Übergänge aus dem P. sind das Timblerjoch (2480 m) in das Ötztal, der Jaufenpaß (2094 m) in das Eisacktal nach Sterzing. Hauptort ist St. Leonhard in P., an der Mündung des Waltentals, Sitz eines Bezirksgerichts, mit alter Pfarrkirche, Ruine (Jaufenburg), Sägewerken und (1900) 1607 (als Gemeinde 2113) Einw. 2 km südlich das Wirtshaus Am Sand, der Geburtsort Andreas Hofers (s. d.). In der nördlichsten Gemeinde des P., Rabenstein (295 Einw.), befindet sich am Schneeberg, 2550 m ü. M., ein staatliches Blei- und Zinkbergwerk. Ein landschaftlich schönes Seitental des P. ist das Pfelderstal mit den Dörfern Platt (1147 m, 377 Einw.) und Pfelders (1665 m, 118 Einw.); es bildet den Ausgangspunkt von Hochtouren in die Ötztaler Alpen (über die Zwickauer und Stettiner Hütte, 2989 und 2885 m, insbes. auf den Seelenkogel und die Hochwilde, beide 3480 m). Vgl. B. Weber, Das Tal P. und seine Bewohner (Innsbr. 1852; 2. Aufl. von Schatz, Meran 1902).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.